Intelligente Stromzähler

Während sämtliche Haushalte in den nächsten Jahren zumindest eine moderne Messeinrichtung – also einen digitalen Zähler – erhalten sollen, besteht in einigen Fällen sogar die Verpflichtung, einen intelligenten Stromzähler einzubauen. Dieser Umstand geht auf das im September 2016 eingeführte Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) zurück. Das Gesetz sieht vor, die alten Ferraris-Zähler bis 2023 größtenteils zu ersetzen.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was sind intelligente Stromzähler?
  3. Sind intelligente Stromzähler Pflicht?
  4. Sind intelligente Stromzähler sicher?
  5. Intelligente Stromzähler: Mit welchen Kosten müssen Verbraucher rechnen?
  6. Die Vor- und Nachteile intelligenter Stromzähler
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Jetzt Stromtarif sichern

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein intelligenter Stromzähler ist ein digitaler, internetfähiger Zähler, der Daten senden und empfangen kann.
  • Ein intelligentes Strommesssystem setzt sich aus einer modernen Messeinrichtung und dem Smart Meter Gateway, einer Kommunikationseinheit, zusammen.
  • Für Haushalte mit einem Jahresverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden, für Besitzer einer Photovoltaikanlage und für Häuser mit einer steuerbaren Verbrauchseinrichtung ist ein intelligenter Stromzähler Pflicht.
  • Je nach Stromverbrauch beziehungsweise Anlagenleistung dürfen die Messstellenbetreiber ihren Kunden jährlich zwischen 23 und 130 Euro für den Betrieb intelligenter Stromzähler berechnen.

Was sind intelligente Stromzähler?

Ein intelligenter Stromzähler – auch als Smart Meter bezeichnet – erfasst nicht nur den Energieverbrauch. Da das Gerät in ein Kommunikationsnetzwerk eingebunden ist, kann es außerdem Daten senden und empfangen. Es handelt sich also um einen internetfähigen und mit einer Kommunikationseinheit ausgestatteten Zähler. Dies ermöglicht es verschiedenen Gruppen, die gesammelten Daten einzusehen. Neben dem Verbraucher können auch der Messstellenbetreiber und der Energielieferant auf die Verbrauchsdaten zugreifen.

Wie funktioniert ein intelligenter Stromzähler?

Intelligente Stromzähler bestehen aus einer modernen Messeinrichtung und einem unter der Bezeichnung Smart Meter Gateway (SMG) bekannten Kommunikationsmodul. Letzteres fungiert als Schnittstelle zwischen dem Zähler und dem Netzwerk. Das Gateway ist dafür verantwortlich, die vom digitalen Stromzähler erfassten Werte zu speichern, die Daten zu verarbeiten und Signale zu senden beziehungsweise zu empfangen. Für gewöhnlich arbeiten die Module mit dem LTE-Standard, weshalb sie wie Smartphones über eine SIM-Karte verfügen. Ist LTE an einem Standort nicht verfügbar, greifen die Messstellenbetreiber auf alternative Methoden der Datenübertragung zurück.

Für gewöhnlich sind beide Elemente in einem Gerät verbaut. Es besteht jedoch in vielen Fällen die Möglichkeit, moderne Messeinrichtungen mit einem externen Smart Meter Gateway zu einem intelligenten Stromzähler umzurüsten.

Sind intelligente Stromzähler Pflicht?

Ja, allerdings sieht das Gesetz lediglich in bestimmten Fällen vor, dass eine Umrüstung verpflichtend ist. Der gesetzliche Zwang, einen intelligenten Stromzähler einzubauen, besteht für Messstellenbetreiber lediglich bei drei Gruppen von Kunden:

  • Haushalten mit einem Stromverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden pro Jahr
  • Besitzern einer Photovoltaikanlage mit einer Nennleistung, die sieben Kilowatt überschreitet
  • Haushalten mit einer steuerbaren Verbrauchseinrichtung, etwa einer Wärmepumpe

Wer baut intelligente Stromzähler ein?

Für den Einbau der intelligenten Stromzähler ist der Messstellenbetreiber verantwortlich. Meist – aber nicht immer – handelt es sich dabei um den lokalen Netzbetreiber. Verbraucher können sich prinzipiell auch für einen alternativen Anbieter entscheiden. Allerdings gelten die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Kostenobergrenzen in diesem Fall nicht.

Möchte der Messstellenbetreiber den Zähler auswechseln, muss er dies mindestens drei Monate im Voraus ankündigen, indem er den entsprechenden Verbraucher schriftlich darüber informiert. Das Unternehmen muss darüber aufklären, welche Zählerart es installieren möchte, zu welchem Zeitpunkt der Einbau stattfinden soll und welche Kosten die Umrüstung verursacht.

Ist es möglich, den Einbau eines intelligenten Stromzählers abzulehnen?

Stromkunden haben keine Möglichkeit, der Umrüstung zu widersprechen. Ob für den Messstellenbetreiber überhaupt eine gesetzliche Verpflichtung zum Einbau eines intelligenten Stromzählers besteht, ist in diesem Zusammenhang nicht von Bedeutung. Verbraucher können lediglich den Anbieter wechseln. Allerdings gibt es nur wenige Alternativen, mit denen sich zudem nicht immer Geld sparen lässt.

Sind intelligente Stromzähler sicher?

Jedes Gerät, das Daten empfängt und versendet, ist prinzipiell angreifbar. Allerdings unterliegen intelligente Messsysteme strengen Sicherheitsauflagen. Dies ist übrigens auch der Grund dafür, dass die Messstellenbetreiber erst Anfang 2020 mit dem Einbau der intelligenten Zähler beginnen konnten. Welche Bestimmungen für Smart Meter Gateways gelten, hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik festgelegt. Zu den Anforderungen gehören vor allem:

  • Verbindungen mit dem Kommunikationsnetzwerk lediglich von innen nach außen möglich
  • Einbindung von Firewall-Mechanismen
  • Authentifizierung, Verschlüsselung sowie Integritätssicherung sämtlicher Datenverbindungen
  • Sichere Produktions- und Entwicklungsumgebung (auf den Gerätehersteller bezogen)

Intelligente Stromzähler: Mit welchen Kosten müssen Verbraucher rechnen?

Der Gesetzgeber hat eine Obergrenze für die jährlichen Kosten festgelegt, die Stromkunden durch den Betrieb eines intelligenten Messsystems entstehen dürfen. Diese Vorgaben gelten jedoch nur unter der Bedingung, dass der grundzuständige Messstellenbetreiber den digitalen Zähler einbaut. Welchen Betrag das Unternehmen einem Haushalt pro Jahr in Rechnung stellen darf, hängt vom Stromverbrauch beziehungsweise von der Leistung der stromerzeugenden Anlage ab:

Stromverbrauch/Anlagenleistung
Jährliche Preisobergrenze (brutto)
Bis 2.000 Kilowattstunden pro Jahr 23 Euro
Zwischen 2.001 und 3.000 Kilowattstunden pro Jahr 30 Euro
Zwischen 3.001 und 4.000 Kilowattstunden pro Jahr 40 Euro
Zwischen 4.001 und 6.000 Kilowattstunden pro Jahr 60 Euro
Zwischen 6.001 und 10.000 Kilowattstunden pro Jahr 100 Euro
Zwischen 10.001 und 20.000 Kilowattstunden pro Jahr 130 Euro
Photovoltaikanlage mit 1 bis 7 Kilowatt 60 Euro
Photovoltaikanlage über 7 bis 15 Kilowatt 100 Euro
Steuerbare Verbrauchseinrichtung, Wärmepumpe, Nachtspeicher und andere 100 Euro

Besonderer Hinweis:

Ist im Zuge der Installation ein Umbau des Zählerschranks erforderlich, können Verbrauchern zusätzliche Kosten entstehen.

Die Vor- und Nachteile intelligenter Stromzähler

Intelligente Stromzähler bieten sowohl Verbrauchern als auch den Netzbetreibern und Energielieferanten Vorteile. Stromkunden können ihren Verbrauch in Echtzeit überwachen. Die neuen Zähler erfassen detailliert, welche Geräte wann wie viel Strom verbrauchen. Aufgrund der erfassten Daten besteht für Haushalte zudem die Möglichkeit, den Strombedarf zu optimieren. Für Messstellenbetreiber ergeben sich Einsparungen, da sie die Stromzähler nicht länger vor Ort ablesen müssen. Die Lieferanten können die gesammelten Daten dagegen nutzen, um die Strombeschaffung beziehungsweise -produktion besser zu kalkulieren.

Von Nachteil ist vor allem, dass durch die intelligenten Stromzähler die Kosten für Verbraucher steigen. Die Verbraucherzentrale geht nicht davon aus, dass der finanzielle Nutzen die Zusatzkosten aufwiegt. Datenschützer warnen außerdem vor Hackerangriffen. Diese sind in der Theorie zwar möglich, doch aufgrund der hohen Sicherheitsvorkehrungen recht unwahrscheinlich.

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