Girokonto mit Startguthaben

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„50 Euro, wenn Sie mit uns zufrieden sind, 100 Euro, wenn nicht.“ Welcher Verbraucher kennt diesen Satz nicht? Zum einen zieht diese Marketingidee langsam in der Finanzwelt ihre Kreise, zum anderen setzt sie im bisherigen Kundenstamm eine enorme Stabilität voraus, um sicherzugehen, dass Neukunden nicht auf die 100 Euro zurückgreifen. Was beim Tagesgeldkonto eine Weile durchaus üblich war, hat sich nun auch beim Girokonto etabliert.

Prämie aufs Girokonto: Bargeld lacht

Wer ein Girokonto eröffnet, geht in der Regel von einer längerfristigen Geschäftsbeziehung aus. Ein Startguthaben in Höhe von 50 Euro mag auf die Dauer mehrerer Jahre betrachtet relativ wenig klingen. Auf der anderen Seite sind es gerade die Kunden der Filialinstitute gewohnt, seitens der Banken kräftig zur Kasse gebeten zu werden. Neben der Pauschale für die Kontoführung fallen noch Kosten für die Kreditkarte an; die Zinsen auf den Dispokredit der Banken sind aufgrund ihrer Höhe ebenfalls nicht zur Werbung geeignet.

Was spricht aus Sicht der Verbraucher also dagegen, künftig nicht nur ein Girokonto gebührenfrei zu nutzen, sondern darüber hinaus auch noch mit 30 bis 70 Euro für den Kontowechsel belohnt zu werden? Die Höhe des Startguthabens überschreitet bei manchen Banken inzwischen sogar die 100-Euro-Marke. Das Schöne am zusätzlichen Startguthaben ist außerdem, dass der Neukunde frei darüber verfügen kann.

Die Voraussetzung für die Bonuszahlung

Der Bonus wird natürlich nicht nur im Zusammenhang mit dem Eingang der Kontoeröffnungsunterlagen gezahlt. Voraussetzung sind wiederkehrende Zahlungseingänge dies können regelmäßige Mindesteingänge oder ganz einfach der monatliche Gehaltseingang sein. Die Anspruchsvoraussetzungen für die Zahlung des Startguthabens sind in der Regel nach drei Monaten erfüllt.

Während das „Abgreifen“ der Barprämien bei Tagesgeldkonten relativ leicht war, wird sich kaum ein Verbraucher beim Girokonto auf dieses Prämienkarussell einlassen wollen. Immerhin müssen jedes Mal die Zahlungspartner über die geänderte Bankverbindung informiert werden. Durch die gesetzliche Kontowechselhilfe, die am 18. September 2016 in Kraft getreten ist, fällt dieser Aufwand zwar weg, allerdings sollte niemand einzig und allein wegen der Prämie sein Girokonto wechseln.

Passendes Girokonto mit Startguthaben finden

Das Startguthaben ist ein Pluspunkt bei der Eröffnung eines Girokontos. Außerdem reduzieren sich durch die Prämie die Gebühren für die Kontoführung und eine möglicherweise fehlende Guthabenverzinsung wird ausgeglichen.

Im Girokonto-Vergleich sehen Sie auf einen Blick, welche Konten mit welchem Startguthaben einhergehen. Die Voraussetzungen sind unter "Produktdetails" angegeben.

Wichtig bei der Kontoauswahl ist neben der Prämie etwa auch die Gebührenfreiheit für das Konto und die Kreditkarte sowie die Möglichkeit, weltweit gebührenfrei Barverfügungen mit Kreditkarten vorzunehmen – in New York ebenso wie in der heimischen Fußgängerzone. Das Startguthaben beim Girokonto soll Kunden nicht von nur mittelmäßigen Konditionen bei der Kontoführung oder hohen Zinsen beim Dispokredit ablenken. Denn es lohnt sich auf die Dauer nicht, ein eher unpassendes Konto auszuwählen, nur um die Prämie zu erhalten. Kunden sollten außerdem prüfen, ob Grundgebühren anfallen, wenn einmal kein Gehalt auf dem Konto eingeht.