Stiftung Warentest warnt vor dubiosen Zinsanlagen

17.07.2020

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

In der anhaltenden Niedrigzinsphase sind viele Sparer auf der Suche nach einer sicheren Geldanlage, die zugleich auskömmliche Zinsen bringt. Das machen sich auch einige unseriöse Anbieter zunutze. Die Stiftung Warentest in Berlin warnt: „Scheinbar unschlagbar günstige Festzinsangebote sind im besten Fall riskant, im schlechtesten Fall Betrug.“

Vor diesen Anbietern wird gewarnt

Konkret warnen die Warentester vor den Internetportalen „Sparpiloten“, „Deutsche Geldanlage“, „Zins24“ und „SG Sichere Geldanlagen“. Im Fall der Sparpiloten ermittele inzwischen schon die Staatsanwaltschaft.

Das Portal „SG Sichere Geldanlagen“ werbe mit 3,45 bis 4,65 Prozent Zinsen für ein ein- bis dreijähriges Festgeld bei einer Anlagesumme von 50.000 Euro. Um Sparer in Sicherheit zu wiegen, werde unter dem Angebot auf die EU-weite Einlagensicherung für Festgeldanlagen hingewiesen.

„Abgebildete Logos bekannter Banken sollen Sparern suggerieren, dass die Zinsanlagen von dort kommen“, so Stiftung Warentest. Das aber sei nicht der Fall. Bei Banken lägen die Zinsen selbst für mehrjähriges Festgeld unter 2 Prozent im Jahr.

So viel Zinsen zahlen seriöse Top-Anbieter

Zu diesem Ergebnis kommt auch eine aktuelle Verivox-Auswertung: Für Festgeld mit 2 Jahren Laufzeit etwa zahlen seriöse Banken derzeit in der Spitze 1,25 Prozent Zinsen, 5-jähriges Festgeld wird bei Top-Anbietern mit 1,55 Prozent verzinst.

Das sind Banken im EU-Ausland, bei denen die EU-Regeln zur Einlagensicherung greifen. Einlagen bis 100.000 Euro pro Bank und Kunde sind abgesichert. Währungskursbedingt kann die Sicherungsgrenze in Nicht-Euro-Ländern leicht abweichen. Im Falle einer Banken-Pleite werden Anleger aus dem nationalen Einlagensicherungssystem des Mitgliedstaates entschädigt, in dem die Bank ihren Sitz hat.

Zum Festgeld-Vergleich

Bei unseriösen Anbietern droht der Totalverlust

Laut Stiftung Warentest stecken hinter vielen Onlineangeboten für Festzinsanlagen, die irreführend für hohe und sichere Zinsen werben, in Wahrheit riskante Beteiligungen an Firmen, die eben keiner Einlagensicherung unterliegen. Auf die Risiken, die mit Investitionen in Immobilien, Künstliche Intelligenz, eine Zanderproduktionsanlage oder Bäume in Costa Rica verbunden sein können, würden Anleger nicht hingewiesen. Im schlimmsten Fall drohe der Totalverlust des angelegten Geldes.