Ayurveda dient nicht nur der Heilung und Vorbeugung von Krankheiten, sondern ebenso der Revitalisierung. Die aus Indien stammende traditionelle Heilkunst ist eine der ältesten Gesundheitslehren der Welt. Entsprechende Therapien lassen sich vielseitig einsetzen. In Deutschland erfreut sich Ayurveda kontinuierlich steigender Beliebtheit.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was bedeutet Ayurveda?
  3. Ayurveda-Typen: Die drei unterschiedlichen Doshas
  4. In welchen Bereichen wird Ayurveda eingesetzt?
  5. Ayurvedische Ernährung
  6. Ayurveda-Kur: Zahlt das die Krankenkasse?
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Gesetzliche Krankenversicherungen im Vergleich

Das Wichtigste in Kürze

  • Ayurveda ist ein ganzheitliches Heilsystem, das bereits seit mehr als 5.000 Jahren Anwendung findet.
  • Nach Auffassung der ayurvedischen Lehre existieren drei sogenannte Doshas (Vata, Pitta, Kapha). Sie gelten als Grundkräfte, über die jeder Mensch in unterschiedlichem Maß verfügt.
  • Eine Ayurveda-Behandlung unterstützt die Schulmedizin bei verschiedensten gesundheitlichen Problemen wie Herz- und Kreislauferkrankungen, Hauterkrankungen oder Bluthochdruck.
  • Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten einer Ayurveda-Behandlung in der Regel nicht.

Was bedeutet Ayurveda?

Die Bezeichnung Ayurveda stammt aus dem Sanskrit, der alten Hochsprache Indiens. Der Begriff setzt sich aus zwei Wörtern zusammen: Ayus steht für Leben und Veda für Wissen beziehungsweise Weisheit. So lässt sich Ayurveda mit "Wissen vom Leben" übersetzen.

Das Heilsystem wurde bereits vor über 5.000 Jahren entwickelt. Allerdings gibt es nur wenige historische Belege dafür, da die Weisen ihr Wissen nicht schriftlich festhielten. Im Zuge der Ausbreitung des Buddhismus im 6. Jahrhundert fand auch Ayurveda zunehmende Verbreitung. Es entstanden zahlreiche Universitäten und Krankenhäuser, die sich unter anderem auf die ayurvedische Gesundheitslehre spezialisierten.

Als zentral gilt im Ayurveda, dass Körper und Seele können ebenso wenig getrennt voneinander betrachtet werden können wie der Mensch und seine Umwelt. Daher stellt Ayurveda eine ganzheitliche Heilmethode dar, die sämtliche Lebensbereiche des Patienten berücksichtigt – zum Beispiel seine Emotionen und sein soziales Leben. Da die Lehre nicht der evidenzbasierten Medizin entspricht, trifft sie häufig auf Skepsis. Im europäischen Raum beziehungsweise in den westlichen Industrienationen werden Ayurveda-Behandlungen vor allem im Zusammenhang mit Wellness-Kuren durchgeführt.

Ayurveda-Typen: Die drei unterschiedlichen Doshas

Mit Vata, Pitta und Kapha gibt es in der ayurvedischen Lehre insgesamt drei sogenannte Doshas, die die energetischen Grundkräfte darstellen. Ein gesunder Mensch verfügt über alle drei Doshas in einem ihm eigenen Verhältnis. Dieses prägt seine Persönlichkeit, sein Aussehen sowie seine Vorlieben und Abneigungen.

Gerät das individuelle Kräfteverhältnis aus dem Gleichgewicht, kommt es zu gesundheitlichen Beschwerden. Ziel ayurvedischer Behandlungen und Lebensweisen ist es, das für den jeweiligen Patienten richtige Verhältnis zwischen den drei Doshas wiederherzustellen beziehungsweise zu erhalten.

Die charakteristischen Eigenschaften der Doshas leiten sich aus den fünf Grundelementen Feuer, Wasser, Luft, Erde und Äther ab, wobei diese immer paarweise auftreten.

Vata

Dieses Dosha setzt sich aus den Elementen Luft und Äther zusammen und steht für das Bewegungsprinzip. Menschen, bei denen das Vata-Dosha am stärksten ausgeprägt ist, gelten im Ayurveda als aktiv, bewegungsfreudig, spontan und kreativ. Ihr Körperbau ist eher zart und sehnig.

Pitta

Das Pitta-Dosha ist den Elementen Feuer und Wasser zugeordnet. Ist Pitta am stärksten ausgeprägt, sind der Stoffwechsel und die Verdauung sehr aktiv. Auch eine große Konzentrationsfähigkeit und Intelligenz werden Pitta-Typen zugeschrieben, ebenso wie eine mittlere Größe und Statur.

Kapha

Das Kapha-Dosha steht für Struktur und Festigkeit. Es steht mit den Elementen Erde und Wasser in Verbindung. Kapha-Typen gelten als geduldig und verständnisvoll, ruhig und routiniert. Ihr Körperbau ist eher schwer.

Auf die richtige Balance kommt es an

Mit dem Wissen um die verschiedenen Ayurveda-Typen hat jeder Mensch die Möglichkeit, optimal auf die Bedürfnisse von Körper, Geist und Seele einzugehen. Es gilt zu verhindern, dass Doshas zu stark oder zu schwach werden. Insbesondere das natürlicherweise dominante Dosha kann schnell überhandnehmen. Vata-Typen neigen dann verhältnismäßig oft zu Appetitslosigkeit. Bei Pitta-Menschen fällt das Risiko für Sodbrennen und Magengeschwüre relativ hoch aus. Personen mit einer starken Kapha-Ausprägung haben dagegen oftmals mit Übergewicht zu kämpfen.

In welchen Bereichen wird Ayurveda eingesetzt?

Da es sich um ein ganzheitliches Heilsystem handelt, ist eine ayurvedische Behandlung in verschiedensten Bereichen möglich. Ausnahmen stellen einige akute Erkrankungen sowie Krankheitsbilder dar, die chirurgische Eingriffe erfordern. Für gewöhnlich erfolgt eine entsprechende Therapie begleitend zur schulmedizinischen Behandlung. Ayurveda bietet sich beispielsweise bei den nachfolgenden Erkrankungen an.

  • Herz- und Kreislauferkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Psychosomatische Störungen
  • Atemwegsprobleme
  • Hauterkrankungen

Außerdem eignen sich ayurvedische Behandlungen auch bei Symptomen wie Haarausfall, Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen sowie bei innerer Unruhe und Stimmungsschwankungen.

Eine standardisierte Behandlung gibt es jedoch nicht. Welche therapeutischen Maßnahmen Erfolg versprechen, hängt vom Einzelfall ab. Eine Ayurveda-Therapie setzt sich aus verschiedenen Anwendungen zusammen. Zum Beispiel können Massagen und Wärmedampfbäder sowie Ausleitungs- und Reinigungstechniken zum Einsatz kommen. Einen besonders hohen Stellenwert nimmt die ayurvedische Ernährung ein.

Ayurvedische Ernährung

Die Ernährungslehre ist ein Kernelement des Ayurveda-Ansatzes. Die größte Besonderheit der Lehre ist, dass die Auswahl der Nahrungsmittel in Abhängigkeit von den drei Doshas erfolgt. Eine typische Ayurveda-Ernährung gibt es daher nicht. Vielmehr ermöglichen es die ayurvedischen Prinzipien jedem Menschen, sich einen passenden Ernährungsplan zusammenzustellen. Dieser kann sowohl die Essgewohnheiten eines bestimmten Kulturkreises berücksichtigen als auch die klimatischen Bedingungen und die Jahreszeiten. Auch wenn die ayurvedische Ernährung individuell ausfällt, gibt es einige allgemeine Empfehlungen. Zu diesen zählen unter anderem:

  • Essen Sie nur bei Hunger.
  • Nehmen Sie erst dann eine neue Mahlzeit zu sich, wenn die vorhergehende komplett verdaut ist (drei bis fünf Stunden).
  • Das Mittagessen sollte die Hauptmahlzeit darstellen, da die Verdauung zu dieser Tageszeit am besten funktioniert.
  • Nehmen Sie nach Möglichkeit drei regelmäßige Mahlzeiten pro Tag zu sich und vermeiden Sie Snacks zwischendurch.
  • Verzichten Sie auf gekühlte Getränke und trinken Sie stattdessen eher warme oder heiße Flüssigkeiten.
  • Achten Sie darauf, nicht zu viel zu essen. Nach der Mahlzeit sollte der Magen höchstens zu drei Vierteln voll sein.
  • Jedes Gericht sollte alle sechs ayurvedischen Geschmacksrichtungen – süß, sauer, salzig, scharf, bitter sowie herb – enthalten.
  • Bereiten Sie Ihr Essen möglichst häufig frisch zu.

Ayurveda-Kur: Zahlt das die Krankenkasse?

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten einer Ayurveda-Behandlung für gewöhnlich nicht. Die Krankenkassen begründen dies damit, dass es keine wissenschaftliche Bestätigung für einen Behandlungserfolg gibt. Infolgedessen stufen sie die therapeutischen Maßnahmen häufig als Wellness-Behandlungen ein, deren Kosten Sie selbst tragen. Allerdings existieren auch Ausnahmen. Demnach entscheidet die Kulanz der Krankenkasse darüber, ob die Kosten übernommen werden. Bei einer privaten Krankenversicherung hängt es meist vom gewählten Tarif ab, ob die Versicherungsgesellschaft die Kosten (anteilig) übernimmt.

Gesetzliche Krankenversicherungen im Vergleich

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