Bei Aquaplaning lässt sich ein Auto weder bremsen noch steuern – es rutscht über die nasse Straße wie bei Glatteis. Wie Sie bei Aquaplaning richtig reagieren und Unfälle vorbeugen.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Definition Aquaplaning
  3. So entsteht Aquaplaning
  4. Aquaplaning vorbeugen
  5. Was machen bei Aquaplaning?
  6. Zahlt die Versicherung bei einem Unfall durch Aquaplaning?
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Kfz-Versicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Aquaplaning bezeichnet das Schwimmen der Fahrzeugreifen auf einer Wasserschicht.
  • Bremsen und Lenken wird im Extremfall unmöglich.
  • Bei Aquaplaning-Gefahr sollte der Autofahrer seine Geschwindigkeit drosseln.
  • Bei Aquaplaning-Unfällen zahlt die Kfz-Haftpflicht für Schäden Dritter, nur die Vollkaskoversicherung übernimmt den Schaden am eigenen Fahrzeug.

Definition Aquaplaning

Aquaplaning bezeichnet das Aufschwimmen von Fahrzeugreifen auf einer Wasserschicht auf der Straße. Das Wort stammt aus dem Lateinischen (aqua = Wasser; plānus = platt, eben, flach). Häufig wird auch der Begriff Wasserglätte verwendet.

So entsteht Aquaplaning

Bei Aquaplaning ist durch Starkregen oder Überschwemmung so viel Wasser auf der Fahrbahn, dass die Reifen von Fahrzeugen die Haftung auf der Straße verlieren und auf dem Wasser dahingleiten. Durch seine Bewegung schiebt das Fahrzeug regelrecht eine Bugwelle vor sich her, die sich wie ein Wasserkeil gegen und unter den Reifen drückt. Im schlimmsten Fall schwimmen alle Reifen auf der Wasserschicht, so dass das Auto keine Bodenhaftung mehr hat. Dies wird auch Aufschwimmen genannt. Das Fahrzeug ist außer Kontrolle und kann durch Lenk- oder Bremsimpulse ins Schleudern geraten. Schwimmt nur ein einzelner Reifen auf der Wasserfläche, kann das Auto sich um diesen Reifen drehen und aus der Spur ausbrechen.

Welche Umstände begünstigen Aquaplaning?

Grundsätzlich kann jeder stärkere Regen zu Aquaplaning führen. Begünstigt wird Aquaplaning durch:

  • Hohe Fahrgeschwindigkeit: Je höher die Geschwindigkeit bei regennasser Fahrbahn ist, umso wahrscheinlicher ist Aquaplaning. Das Wasser kann nicht schnell genug ausweichen und bietet dem Reifen massiven Widerstand. Der Reifen schiebt sich dadurch auf den typischen Wasserkeil. Bei langsamerer Geschwindigkeit kann mehr Wasser am Reifen vorbei nach den Seiten ausweichen. Der ADAC empfiehlt bei Aquaplaning-Gefahr die Geschwindigkeit auf deutlich unter 80 km/h zu reduzieren.
  • Hoher Wasserstand: Je höher das Wasser auf der Straße steht, umso schneller verliert ein fahrendes Fahrzeug die Bodenhaftung.
  • Breite Reifen: Breite Reifen fördern Aquaplaning mehr als schmalere, da sie die keilförmige Bugwelle begünstigen.
  • Abgenutztes Profil: Da die Profilrillen das Wasser aufnehmen und ableiten, erhöht ein tiefes Profil die Bodenhaftung, den sogenannten Grip, während ein flaches Profil die Neigung zum Rutschen auf dem Wasserfilm unterstützt. 4 Millimeter sind laut ADAC eine ideale Profiltiefe gegen Aquaplaning, während das gesetzlich erlaubte Mindestprofil von 1,6 mm bei Wasserglätte schon nicht mehr viel ausrichtet.
  • Zu niedriger oder zu hoher Reifendruck: Bei zu niedrigem oder zu hohem Reifendruck ist die Gefahr des Aufschwimmens erhöht.
  • Glatter Fahrbahnbelag: Je glatter die Straßenbeschaffenheit, umso höher das Aquaplaning-Risiko; je rauer, umso niedriger.

Vorsicht: Hier kann Aquaplaning auftreten

Auf Straßen, die durch Senken führen, oder auf kurvigen Strecken ohne Gefälle ist das Aquaplaning-Risiko erhöht. Auch Unterführungen und Spurrillen in der Fahrbahn, in denen sich das Wasser staut, begünstigen Aquaplaning.

Aquaplaning vorbeugen

Aquaplaning kann mit starkem Regen ganz plötzlich einsetzten. Doch es gibt erste Warnzeichen: Hören Sie bei Regen genau hin: Wenn im Bereich der Kotflügel lautes Wasserrauschen zu hören ist, wird so viel Wasser aufgewirbelt, dass Gefahr für Aquaplaning besteht. Auch ein Schlag in die Lenkung oder ein Lenkrad, das sich sehr leicht bewegen lässt, können signalisieren, dass sich zu viel Wasser auf der Straße befindet. Wenn bei starken Regenfällen die ESP-Kontrolllampe anfängt zu blinken oder sich die Motordrehzahl ohne Beschleunigung erhöht, ist es wahrscheinlich, dass die Reifen wegen der Wassermassen durchdrehen.

Vorbeugendes Verhalten bei Aquaplaning

Unfälle durch Aquaplaning lassen sich am besten durch angepasste Geschwindigkeit verhindern. Fahren Sie bei starkem Regen langsam und halten Sie notfalls bei extremen Regenfällen einfach an, bis die Wassermassen nachlassen.

Außerdem: Haben Sie vorbeugend das Profil und den Druck Ihrer Reifen im Blick.

Was machen bei Aquaplaning?

  • kein kräftiges Bremsen
  • beide Hände fest ans Lenkrad
  • Nicht übersteuern, wenn Ihr Fahrzeug auszureißen droht und keine starken Lenkbewegungen
  • Fuß langsam vom Gas heben und Kupplung treten
  • Geschwindigkeit ohne Hast verringern
  • Notfalls vorsichtig anhalten

Zahlt die Versicherung bei einem Unfall durch Aquaplaning?

Wer die Haftungsursache für Unfälle durch Aquaplaning beim schlechten Straßenzustand oder ähnlichem sieht, muss sich auf eine Überraschung gefasst machen: Denn der einzige, der für Aquaplaning-Unfälle haftbar gemacht werden kann, ist der Autofahrer selbst. Auch wenn er nicht schneller als 80 km/h gefahren ist und die Profiltiefe seiner Reifen den vorgeschriebenen mindestens 1,6 Millimetern entspricht, ist letztlich er für den Unfall verantwortlich. Denn laut Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) ist ein Fahrzeugführer verpflichtet, seine Fahrgeschwindigkeit auf den Zustand der Straße und Wetter- und Sichtverhältnisse abzustimmen. Wer dabei ohne Fremdverschulden einen Unfall baut, hätte noch langsamer fahren oder gegebenenfalls bei Aquaplaning anhalten müssen, bis die Sturzbäche abgeflossen sind.

Die Kfz-Haftpflichtversicherung, die verschuldensunabhängig haftet, übernimmt dabei nur die Schäden Dritter, also Schäden von anderen Verkehrsteilnehmern und Fahrzeugen oder an Bäumen, Leitplanken etc.

Sind Sie vollkaskoversichert, übernimmt diese Versicherung die Kosten für die Schäden an Ihrem Fahrzeug.

Wenn bei einer Unfallaufnahme durch die Polizei allerdings festgestellt wird, dass die Profiltiefe Ihrer Autoreifen unter 1,6 Millimetern liegt oder Sie schneller gefahren sind als erlaubt, können Sie wegen fahrlässigen Handelns Ihren Versicherungsschutz verlieren.

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