Brennstoffzelle vs. Elektroantrieb - Keine Konkurrenten

03.05.2021 | 15:30

Bildquelle: ©Toyota / Text: SP-X

Das Brennstoffzellenauto wird häufig gegen das E-Auto in Stellung gebracht. Dabei sind beide nur in einer Hinsicht wirkliche Konkurrenten.

Das Brennstoffzellenauto - auch Wasserstoffauto genannt - ist keine Alternative zum Elektroauto - es ist ein Elektroauto. Für den Antrieb von Toyota Mirai, Hyundai Nexo und Co. kommt genauso ein E-Motor zum Einsatz wie bei Tesla Model 3 oder Renault Zoe. Der Unterschied liegt beim Energiespeicher.

Elektrische Energie aus dem Akku oder Herstellung unterwegs

Während das Batterie-Elektroauto den zum Betrieb nötigen Strom aus einem großen Akku zieht, stellt das Brennstoffzellenauto ihn unterwegs selbst her. In der namensgebenden Brennstoffzelle reagieren der mitgeführte Wasserstoff und Sauerstoff aus der Umgebungsluft in einer Art kalter Knallgasexplosion miteinander. Anders als im Chemie-Unterricht entsteht dabei aber nicht Hitze, sondern elektrische Energie. Die wird dann in einer sehr kleinen Batterie gepuffert und anschließend für den Betrieb des E-Motors genutzt.

Vor- und Nachteile des Brennstoffautos

Der große Vorteil: Wasserstoff lässt sich deutlich schneller tanken als Strom. Keine zehn Minuten dauert es, bis ausreichend Gas für rund 500 Kilometer Fahrt an Bord ist. In dieser Zeit hat das Batteriemobil im besten Fall für 150 Kilometer Strom gezapft.
Der große Nachteil: Brennstoffzellenautos haben einen schlechten Gesamt-Wirkungsgrad. Das Gas muss zunächst mit Hilfe von Strom produziert, raffiniert, transportiert und getankt werden, bevor es in der Brennstoffzelle noch einmal in Strom umgewandelt und dem Motor zugeführt wird. Am Ende kommen lediglich knapp 20 Prozent der eingesetzten Energie auf der Straße an. Würde man den Strom direkt verfahren, läge der Wirkungsgrad bei 70 Prozent.

Eine echte Alternative zum E-Auto ist das Brennstoffzellenmobil nur in zwei Fällen. Wenn Batterien zu groß und schwer ausfallen müssten, etwa bei Lkw und Flugzeugen. Oder wenn grüner Strom im Überfluss vorhanden wäre und in Form von Wasserstoff gespeichert würden könnte. Letzteres ist auf absehbare Zeit aber wohl nicht der Fall.

Autor: Holger Holzer