Versicherte können mit ihrer Hausratversicherung nicht nur den Hausrat, sondern auch ihre Wertsachen schützen. Doch im Schadenfall begrenzen viele Versicherungen die Entschädigung der Wertsachen auf eine im Versicherungsvertrag festgelegte Obergrenze. Eine zusätzliche Wertsachenversicherung sorgt für einen noch größeren Versicherungsschutz.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Definition: Was sind Wertsachen?
  3. Die Obergrenze für Wertsachen in der Hausratversicherung
  4. Was gilt es im Schadenfall zu beachten?
  5. Separate Wertsachenversicherung
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links
  8. Hausratversicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Per Definition handelt es sich bei Wertsachen beispielsweise um Schmuck, Briefmarken oder Münzen. Auch Bargeld gehört laut Hausratversicherungsbedingungen zu den Wertsachen.
  • Jede Hausratversicherung legt für den Versicherungsschutz von Wertsachen eine bestimmte Obergrenze fest.
  • Um den Wert der Gegenstände ausreichend zu decken und um sich für verschiedene Schadenfälle abzusichern, schließend manche Verbraucher eine separate Wertsachenversicherung ab.

Definition: Was sind Wertsachen?

Laut den Allgemeinen Hausratversicherungsbedingungen handelt es sich bei den folgenden beispielhaften Gegenständen um Wertsachen, die einen Versicherungsschutz durch die Hausratversicherung genießen:

  • Schmuck, Edelsteine und Perlen
  • Armband- und Taschenuhren
  • Münzen und Medaillen
  • Briefmarken
  • Kunstgegenstände wie Zeichnungen, Gemälde und Collagen
  • Bargeld und Beträge auf Geldkarten
  • Wertpapiere, Sparbücher und Urkunden
  • Gobelins, Pelze und handgeknüpfte Teppiche
  • Antiquitäten (davon ausgenommen: Möbelstücke)
  • Sämtliche Gegenstände aus Platin, Silber oder Gold

Die Hausratversicherung schließt Sportausrüstungen, antike Möbel, Werkzeug und hochwertige elektrische Geräte von versicherbaren Wertsachen aus.

Wo liegt die Obergrenze für Wertsachen in der Hausratversicherung?

Für den Versicherungsschutz von Wertsachen legt jede Hausratversicherung eine bestimmte Obergrenze der jeweiligen Versicherungssumme des Versicherten fest. Manche Versicherungen bezeichnen diese Obergrenze auch als Entschädigungsgrenze. Im Schadenfall ersetzt die Hausratversicherung die Wertsachen bis zu dem im Versicherungsvertrag festgelegten Prozentsatz. Dieser liegt für gewöhnlich bei etwa 20 Prozent der Versicherungssumme. Für bestimmte Wertsachen gibt es bei den meisten Versicherern grundsätzliche Obergrenzen:

  • Sparbücher, Wertpapiere und Urkunden haben eine Obergrenze von 3.000 bis 5.000 Euro
  • Bargeld und Geldkarten haben eine Obergrenze von 1.200 bis 1.500 Euro
  • Gold, Briefmarken und Schmuck haben eine Obergrenze von circa 20.000 Euro

In der Regel fällt eine etwaige Entschädigung höher aus, wenn die Wertsachen in einem Tresor gelagert werden. Voraussetzung hierfür ist, dass der Tresor etwa 200 Kilogramm schwer ist und durch einen Experten angebracht wurde.

Auf Wunsch und gegen einen Aufpreis können die Versicherten ihre Obergrenze auch höher ansetzen. Auf diese Weise sind bei manchen Tarifen grundsätzlich Obergrenzen von 30 oder 50 Prozent möglich. Eine Erhöhung der Entschädigungsgrenze wäre zum Beispiel empfehlenswert, wenn der Wert aller zu versichernden Wertsachen die genannten 20 Prozent übersteigen. Um dies festzustellen, führen die Versicherten am besten eine Liste, die sämtliche Wertsachen detailliert aufführt.

Wertsachen in der Hausratversicherung: Was im Schadenfall beachten?

Im Schadenfall, zum Beispiel bei einem Einbruchdiebstahl, erstellt der Versicherte am besten sofort eine sogenannte Stehlgutliste seiner Wertsachen. Diese sollte sämtliche abhandengekommene und versicherte Wertsachen auflisten. Diese Stehlgutliste kann außerdem der Polizei dabei helfen, die Diebe aufzuspüren: beispielsweise im Falle eines Weiterverkaufs der Wertsachen.

Um den entstandenen Schaden nachzuweisen, verlangen die Versicherer Belege, die den Wert der Gegenstände zertifizieren können. Für diesen Wertnachweis reichen Fotos oder Rechnungen der Wertsachen aus. Manche Juweliere und Antiquitätenhändler stellen auch Gutachten aus, die einen Kaufbeleg ersetzen können. Von den Belegen hängt ab, ob die Hausratversicherung den Schadenfall nachvollziehen kann und dementsprechend zahlt. Wenn die Stehlgutliste den konkreten Schaden tatsächlich nachweisen kann, ist für die Hausratversicherung immer der Wiederbeschaffungswert der Wertsachen entscheidend, also die Summe, die der Versicherte aufbringen muss, um die gestohlenen oder beschädigten Wertsachen zu ersetzen. Der Anschaffungspreis zum damaligen Zeitpunkt des Erwerbs spielt für die Hausratversicherung keine Rolle.

Eine separate Wertsachenversicherung bietet zusätzlichen Schutz

Manche Versicherte schließen eine separate Wertsachenversicherung ab, um den Schutz ihrer Wertsachen zu erhöhen. Sie lohnt sich vor allem dann, wenn der Schutz der Hausratversicherung den Wert der versicherten Gegenstände nicht ausreichend abdeckt und um sich vor verschiedensten Schadenfällen abzusichern. Denn in der Regel deckt eine Wertsachenversicherung auch solche Schadenfälle ab, die in der Hausratversicherung nicht mitversichert sind:

  • Beschädigung der Wertsachen durch Unfälle
  • Veruntreuung und Unterschlagung
  • Diebstahl, Raub und räuberische Erpressung
  • Liegenlassen, Verlust und Vertauschen
  • Herausfallen einzelner Teile aus der Fassung
  • Schadenfälle auf Reisen

Die meisten Wertsachenversicherungen bieten auch spezielle Tarife für einzelne Wertsachen an, beispielsweise für Schmuck- und Pelzsachen.

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