Hausratversicherung: Wie berechnet sich die Entschädigung?

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Ob Leitungswasserschäden oder Einbruchdiebstahl: Eine Hausratversicherung deckt die Kosten für den Ersatz oder die Reparatur von Besitztümern ab, die abhandengekommen sind, zerstört oder beschädigt wurden. Doch bevor eine Hausratversicherung zahlt, müssen die Entschädigungskosten berechnet werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Damit eine exakte Berechnung der Entschädigung möglich ist, sollte der Versicherte stets alle Originalbelege aufheben.
  • Im Schadenfall zahlt die Hausratversicherung eine Entschädigung, die entweder dem aktuellen Neuwert (auch als Wiederbeschaffungswert bekannt) oder dem aktuellen Zeitwert des Gegenstands entspricht.
  • Ist Berechnung der Entschädigungszahlung erfolgt, ist die Hausratversicherung dazu verpflichtet, Entschädigungszahlung innerhalb einer bestimmten Frist vorzunehmen.

Hausratversicherung: mögliche Schadenfälle

Die Hausratversicherung tritt in Kraft, wenn versicherte Gegenstände am Ort der Versicherung infolge bestimmter äußerer Einwirkungen beschädigt, zerstört oder abhandengekommen sind. Die folgenden Risiken sind in einer Hausratversicherung in der Regel versichert:

Wer eine Hausratversicherung abschließt, kann die folgenden Gegenstände darin versichern:

  • Mobiliar
  • Bargeld, Sparbücher und Wertpapiere
  • Schmuck
  • Antiquitäten

Vor der Entschädigungsberechnung: Schadenfall der Hausratversicherung melden

Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte der Versicherte stets alle Originalbelege aufheben, damit er sie der Hausratversicherung im Schadenfall vorlegen kann. Somit kann der Versicherte auch nachweisen, dass er tatsächlich der Besitzer des abhandengekommenen, beschädigten oder zerstören Gegenstands ist. Vor der Entschädigungsberechnung muss der Versicherte den Schadenfall außerdem belegen. Dies tut er, indem er zum Beispiel den Schadenfall fotografiert und die Fotos der Schadensmeldung beifügt.

Die Entschädigung berechnen mit Zeitwert oder Neuwert

Im Schadenfall zahlt die Hausratversicherung eine Entschädigung, die entweder dem aktuellen Neuwert (auch als Wiederbeschaffungswert bezeichnet) oder dem aktuellen Zeitwert des Gegenstands entspricht. Letzteres ist die Summe, die der Versicherte zahlt, damit der Geschädigte den abhandengekommenen, zerstörten oder beschädigten Gegenstand ersetzen kann – jedoch abzüglich eines Wertes, der dem Alter und Abnutzungsgrad des Gegenstandes entspricht. Der Zeitwert stellt folglich den Wert des Gegenstands dar, den dieser zum Zeitpunkt des Schadenfalls hatte. Bei beschädigten Gegenständen erfolgt eine Entschädigung durch die Zahlung der Reparaturkosten; der Restwert und eine eventuelle Wertminderung werden dabei berücksichtigt.

Für Antiquitäten gibt es eine Ausnahmeregelung: Da sie zu den Gegenständen des Hausrats gehören, die der Versicherte nicht mehr käuflich erwerben kann, ersetzt die Versicherung ihren Wiederbeschaffungswert. Hierbei handelt es sich um die Summe, die der Versicherte aufbringen muss, um einen gleichwertigen Ersatz zu beschaffen. Dabei kommt die Hausratversicherung nicht nur für den Kaufpreis, sondern auch für etwaige Kosten durch Verpackung, Transport oder Montage auf. Für die Erstattungsberechnung des Wiederbeschaffungswertes zieht der Versicherte in den meisten Fällen einen Gutachter heran.

Wichtig: Bei der Entschädigung sind stets die gesetzliche Mehrwert- und Umsatzsteuer mitberechnet.

Die Entschädigung berechnen mit der Quadratmeterpauschale

Entscheidet sich der Versicherte für eine Berechnung der Versicherungssumme auf Basis seiner Wohnfläche, unterzeichnet er in der Regel einen Unterversicherungsverzicht. Das bedeutet: Bei der Berechnung der Entschädigung zahlt die Hausratversicherung nur die vereinbarte Summe, die sich auf die Quadratmeteranzahl des Hauses oder der Wohnung bezieht. In diesem Fall prüft die Hausratversicherung auch nicht, ob eine Unterversicherung vorliegt. Die Versicherungsgesellschaft legt hierfür einen pauschalen Betrag fest, der meistens zwischen 500 Euro und 750 Euro pro Quadratmeter liegt.

Entschädigung berechnet und dann? Verzinsung und Entschädigungsfrist der Hausratversicherung

Hat die Hausratversicherungsgesellschaft die Entschädigung berechnet und steht der Entschädigungsanspruch fest, muss der Versicherer eine Frist zur Zahlung der Entschädigung einhalten; sie beträgt in der Regel zwei Wochen. Der Versicherer hat jedoch auch das Recht, die Entschädigungszahlung zu stunden, wenn begründete Zweifel am Schadenfall und der Rechtmäßigkeit einer Entschädigung vorliegen.

Sollte der Versicherer trotz berechtigtem Anspruch die Entschädigung nicht zahlen, ist er dazu verpflichtet, die Entschädigungssumme zu verzinsen: Der Zinssatz liegt bei mindestens vier und maximal sechs Prozent. Die Verzinsung gilt ab dem Zeitpunkt der Meldung des Schadenfalls durch den Versicherten.