Der Begriff „immaterielle Güter“ ist der Betriebswirtschaft zuzurechnen. Der Produktion auf der einen Seite steht die Dienstleistung auf der anderen Seite gegenüber. Spannend wird die Frage für Verbraucher, ob immaterielle Güter auch durch die Hausratversicherung abgedeckt sein können.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Die Gemeinsamkeit materieller und immaterieller Güter
  3. Materielle Güter, immaterielle Güter: Beispiele
  4. Immaterielle Güter in der Hausratversicherung
  5. Unterschiede bei Geschäftsversicherungen
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links
  8. Hausratversicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Immaterielle Güter stellen Werte dar, die nicht physisch existieren.
  • Betriebswirtschaftlich sind materielle und immaterielle Güter in Bezug auf die Bilanzierung gleichgestellt.
  • Immaterielle Güter können von einer beliebigen Anzahl von Personen zeitgleich weltweit genutzt werden.
  • In der Hausratversicherung zählen zu den versicherten immateriellen Gütern Wertpapiere im Rahmen der Wertsachenklausel und Daten auf Datenträgern.

Die Gemeinsamkeit materieller und immaterieller Güter

Die Gemeinsamkeit findet sich lediglich im handelsrechtlichen Segment bei Nutzungsrechten, Beteiligungen oder Patenten. In diesen Fällen zählen beide Arten von Gütern zum Unternehmensvermögen und müssen entsprechend bilanziert werden. Immaterielle Güter können, genau wie materielle Güter, gekauft und verkauft werden. Mit dem Friseurbesuch erwirbt der Kunde unter rechtlichen Gesichtspunkten keine neue Frisur. Er kauft die Tätigkeit des Friseurs, die Dienstleistung. Während Nutzungsrechte an Dritte weiter verkauft werden können, ist dies bei einer Dienstleistung allerdings nicht möglich. Die Dienstleistung findet einmalig zwischen zwei Parteien statt.

Materielle Güter, immaterielle Güter: Beispiele

Unternehmen produzieren nicht nur materielle Güter, Dinge zum Anfassen. Sie verkaufen auch immaterielle Güter, Dinge, die physisch nicht existieren. Das beste Beispiel dafür ist die Dienstleistung eines Friseurs oder eines Steuerberaters. Zu immateriellen Gütern zählen aber auch Nutzungsrechte oder Patente. Das Nutzungsrecht an einem Film oder an Musik fällt ebenfalls unter den Oberbegriff des immateriellen Gutes.

Was sind materielle Güter?

  • Waren
  • Rohstoffe
  • Produktionsstätten
  • Maschinen zur Herstellung von materiellen Gütern

Was sind immaterielle Güter?

  • Patente
  • Nutzungsrechte
  • Dienstleistungen
  • Verbriefte abstrakte Rechte

Ein materielles Gut kann in der Regel nur von einer Person oder nur von wenigen Personen gleichzeitig genutzt werden. Immaterielle Güter, beispielsweise Musik auf einer CD, dagegen lassen sich weltweit zeitgleich von einer unendlichen Zahl von Personen nutzen.

Als materielles Gut lässt sich definieren, was physisch existent ist. Dass die Grenzen auch fließend sein können, wird am Beispiel einer CD deutlich. Wer eine Musik-CD erwirbt, kauft sowohl ein materielles Gut als auch ein immaterielles Gut. Die CD als solche ist materiell, sie ist greifbar. Die darauf gebrannte Musik basiert auf einem immateriellen Gut, dem Nutzungsrecht, diese Musik hören zu dürfen.

Zu immateriellen Gütern zählen beispielsweise auch Versicherungen. Sie verbriefen ein abstraktes Recht. Die Police als solche ist an sich wertlos. Sie sichert dem Inhaber lediglich einen Rechtsanspruch zu. Gleiches gilt für physische Aktien oder Anleihen.

Immaterielle Güter in der Hausratversicherung

Hinsichtlich der Hausratversicherung muss man bei immateriellen Gütern differenzieren. Wertpapiere sind im Rahmen der Wertsachenklausel bis zu einer bestimmten Obergrenze mitversichert.

Neuere Policen gehen aber noch einen Schritt weiter. Unter immaterielle Güter fallen beispielsweise auch Daten auf einem Computer. Manche Verträge sehen Schadensersatzleistungen für die Datenwiederherstellung vor. Dies gilt auch, wenn Datenträger, CD-ROMs, völlig vernichtet sind. Der Wert des Datenträgers bemisst sich in diesem Fall nicht in erster Linie am Wert der CD, sondern am Wert des Programms, welches darauf gespeichert ist. Handelte es sich um ein Open-Source-Programm, beispielsweise Open Office, gilt nur der Wert der CD. Handelte es sich um das Betriebssystem Windows, greift der Kaufpreis für das Betriebssystem.

Unterschiede bei Geschäftsversicherungen

Im Rahmen der Geschäftsversicherung wird es schwieriger, immaterielle Güter zu versichern. Der Fabrikant kann über die Inhaltsversicherung auch seine Maschinen, auch bei Betriebsunterbrechung, absichern. Dies ist für den Friseur nicht möglich. Er muss auf private Personenversicherungen wie Unfallversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung oder Krankentagegeld zurückgreifen, um sich gegen Verdienstausfälle bei seiner immateriellen Ware „Dienstleistung“ abzusichern.

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