Entsteht ein Schaden an den eigenen vier Wänden, hat das im schlimmsten Fall zur Folge, dass die Immobilie für einen gewissen Zeitraum oder sogar gar nicht mehr bewohnbar ist. Die Konsequenz: Betroffene müssen sich zumindest vorübergehend eine andere Unterkunft suchen. Oft besteht auf die Schnelle lediglich die Option, erst einmal in ein Hotel zu ziehen. Glücklicherweise übernehmen zahlreiche Versicherungen die Hotelkosten.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Wann zahlt eine Versicherung die Hotelkosten?
  3. Hotelkosten in der Hausratversicherung
  4. Hotelkosten in der Gebäudeversicherung
  5. Spezialfall Wasserschaden
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links
  8. Hausratversicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Hotelkosten entstehen, wenn eine Wohnung aufgrund eines Schadens vorübergehend oder gar nicht mehr betreten werden darf.
  • Für gewöhnlich übernimmt entweder die Hausratversicherung oder die Gebäudeversicherung die Unterbringungskosten.

Wann zahlt eine Versicherung die Hotelkosten?

Die Übernahme der Unterbringungskosten in einem Hotel durch eine Versicherung ist grundsätzlich an Bedingungen geknüpft. Die Versicherung trägt die Kosten lediglich unter der Voraussetzung, dass die Wohnung aufgrund eines versicherten Schadens nicht mehr beziehungsweise vorübergehend nicht bewohnt werden kann. Das trifft unter Umständen sowohl nach einem Wohnungsbrand als auch nach einem schweren Wasserschaden zu. Weist lediglich ein einziger Raum in einer großen Wohnung einen Schaden auf, übernimmt der Versicherer die Hotelkosten nicht.

Für gewöhnlich lässt sich die Erstattung von Hotelkosten vorrangig in Verträgen von Hausrat- und Gebäudeversicherungen finden. Allerdings ist die Leistung nicht in jedem Standardtarif enthalten. Fast immer besteht jedoch die Option, das Dokument um eine entsprechende Klausel zu erweitern.

Bis zu welcher Höhe kommen Versicherungsgesellschaften für die Hotelkosten auf?

Grundsätzlich erstattet die Versicherung die Kosten bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Versicherte wieder in seine Wohnung ziehen kann. Allerdings existiert eine Obergrenze für die Erstattungsdauer. Diese liegt meist bei 100 Tagen. Die tägliche Erstattungshöhe hängt einerseits vom Anbieter und andererseits vom gewählten Tarif ab. Üblicherweise dürfen die Kosten pro Tag nicht mehr als 1/1000 (1 Promille) der Gesamtversicherungssumme betragen. Liegen die Aufwendungen für die Unterkunft aufgrund individueller Ansprüche über der Leistungsgrenze, müssen Versicherte die Differenz selbst bezahlen. Zusätzlich empfiehlt es sich in einer solchen Situation, stets die Versicherung zu kontaktieren.

Darüber hinaus ist zu beachten, dass der Versicherer lediglich die Grundkosten für das Hotel übernimmt. Nebenkosten wie Telefon- und Internetgebühren oder Zusatzleistungen wie ein Frühstück erstattet er nicht.

Hotelkosten in der Hausratversicherung

Eine Hausratversicherung deckt Schäden an beweglichen Gegenständen von Privatpersonen ab, die zum Beispiel durch einen Brand, einen Rohrbruch oder einen Einbruch entstanden sind. Sollte es infolge des Versicherungsfalls vorübergehend nicht zumutbar sein, sich in der Wohnung aufzuhalten, übernimmt die Versicherung neben den Reparaturkosten und der eventuellen Beseitigung des Schutts auch die Unterbringungskosten. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich der Versicherte für ein Hotel oder eine ähnliche Unterkunft entscheidet. Da eine Hausratversicherung lediglich den eigenen Besitz schützt, ist an dieser Stelle jeder Mieter selbst in der Verantwortung.

Hotelkosten in der Gebäudeversicherung

Ist es aufgrund der Schäden an einem versicherten Gebäude nicht mehr möglich, sich in diesem dauerhaft aufzuhalten oder dort zu wohnen, trägt die Gebäudeversicherung die Hotelkosten. Folglich wird der Eigentümer des Gebäudes entlastet, da er nur die Nebenkosten übernehmen muss. Ebenso bietet sich eine derartige Versicherung für Vermieter an, die in verschiedenen Situationen die Hotelkosten für die Mieter tragen müssten.

Spezialfall Wasserschaden: Welche Versicherung zahlt die Hotelkosten?

Unabhängig davon, ob beispielsweise ein Rohr bricht oder eine Waschmaschine ausläuft, kann ein Wasserschaden hohe Kosten verursachen. Laut Paragraf 535, Absatz 1, Satz 2 aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) hat ein Vermieter die Mietsache während des Vertragsverhältnisses mit dem Mieter in einem ordnungsgemäßen Zustand zu halten. Daher liegt die Zuständigkeit bei einem Wasserschaden grundsätzlich beim Vermieter.

Wer als Hauseigentümer in einer solchen Situation über eine Gebäudeversicherung verfügt, ist auf der sicheren Seite. Diese übernimmt nämlich auch die Hotelkosten für den oder die Bewohner. Allerdings umfasst der Versicherungsschutz meist nur Schäden durch Leitungswasser, Sturm und Hagel. Die Kostenübernahme von Elementarschäden – etwa Starkregen oder eine Überschwemmung – müssen Sie meist zusätzlich vereinbaren. Wird die Miete weitergezahlt, ist der Vermieter für die Ersatzunterkunft verantwortlich. Macht der Mieter dagegen von seinem Recht auf Mietminderung Gebrauch – in diesem Fall eine Minderung von 100 Prozent –, muss der Vermieter beziehungsweise seine Versicherung lediglich die Beträge bezahlen, die über die herkömmliche Miete hinausgehen. Allerdings gilt hier das Prinzip der Angemessenheit.

Anders sieht es aus, wenn der Schaden durch Fahrlässigkeit oder sogar vorsätzlich vom Mieter verursacht wurde. Dann nämlich muss er für sämtliche Schäden aufkommen. Das ist beispielsweise gegeben, wenn der Mieter bereits eine gewisse Zeit Kenntnis von einem undichten Rohr hatte, ohne dem Vermieter Bescheid zu geben.

Hausratversicherungen vergleichen

Hausratversicherung

  • Schutz vor Feuer, Einbruch, Wasserschaden, Vandalismus
  • Unverbindlich und kostenlos
  • Ihr unabhängiger Versicherungsmakler – Erstinformation