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Dekontaminationskosten sind Hausbesitzern, die eine Wohngebäudeversicherung suchen, selten gedanklich präsent. Das Feuerrisiko, Leitungswasser- oder Sturmschäden haben alle vor Augen, aber weniger die Sekundärschäden. Dabei können die Kosten für eine Dekontamination ebenfalls für den Hauseigentümer zu einer wirtschaftlichen Katastrophe führen. Was sind Dekontaminationskosten, welche Schäden werden durch die Wohngebäudeversicherung gedeckt?

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was sind Dekontaminationskosten?
  3. Welche Dekontaminationskosten trägt die Versicherung?
  4. Sonderfall Öltank
  5. Verwandte Themen
  6. Weiterführende Links
  7. Wohngebaeudeversicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Dekontaminationskosten sind nicht automatisch in der Wohngebäudeversicherung mitversichert.
  • Es handelt sich dabei um Kosten, die oft nicht direkt aus dem Schaden heraus resultieren, sondern nachgelagert auftreten.
  • Voraussetzung für die Kostenübernahme ist eine behördliche Anordnung zur Dekontamination verschmutzten Erdreichs.
  • Hausbesitzer, deren Gebäude über einen Öltank verfügt, sollten darauf achten, dass die Haftpflichtversicherung Schäden durch den Öltank umfassend abdeckt.

Was sind Dekontaminationskosten?

Unter Dekontaminierung versteht man die Säuberung von Dingen, die durch atomare, biologische oder chemische Stoffe verunreinigt wurden. Diese Reinigung kostet Geld, da sie entweder von Fachfirmen, dem Technischen Hilfswerk oder der Feuerwehr ausgeführt werden muss. Betrachtet man die Verschmutzungsursache, kann sich jeder ausmalen, welcher Aufwand für eine Säuberung betrieben werden muss. Atomare Verschmutzung kommt im Zusammenhang mit einem Wohngebäude und der Wohngebäudeversicherung nicht vor. Eine biologische oder chemische Verunreinigung kann allerdings nicht ausgeschlossen werden.

Im Zusammenhang mit der Wohngebäudeversicherung bezieht sich die Dekontaminierung auf das Erdreich.

Angenommen, es kommt zu einem Brand. Die Feuerwehr rückt an und muss zur Brandbekämpfung Löschschaum einsetzen. Der Löschschaum, ein chemisches Produkt, verunreinigt das Erdreich. Im Rahmen der Dekontamination muss das Erdreich abgetragen und gegebenenfalls ersetzt werden. Noch kritischer wird es, wenn durch den Löschschaum Grundwasser verunreinigt wird.

Die Kosten, die in diesem Zusammenhang mit der Dekontamination anfallen, trägt die Wohngebäudeversicherung. Voraussetzung ist allerdings, dass die Verunreinigung durch einen über die Versicherung gedeckten Schaden hervorgerufen wurde.

Welche Dekontaminationskosten trägt die Versicherung?

Im Rahmen der Wohngebäudeversicherung übernimmt der Versicherer die Dekontaminierung verseuchten Erdreichs, sofern die Verseuchung durch einen versicherungsrelevanten Schaden eintrat. Für die Kostenübernahme ist eine behördliche Anordnung zur Dekontaminierung notwendig.

Die Übernahme der Dekontaminationskosten ist bei vielen Versicherungen kein Standardbestandteil der Police, sondern muss im Rahmen der Aufräumungskosten gesondert eingeschlossen werden. Aufräumkosten bedeuten, dass beispielsweise die Kosten für die Entsorgung verbrannter Gebäudebestandteile übernommen werden. Die Versicherer bieten hinsichtlich der Höhe der Aufräumungskosten unterschiedliche Erstattungssätze an. Versicherungsnehmer sollten diese nicht zu knapp bemessen, 1.000 Euro sind selten ausreichend. Dies gilt auch schon, wenn ein Baum durch einen Sturm auf das Dach gestürzt ist, gefällt und abtransportiert werden muss.

Hinsichtlich der Dekontaminationskosten sollte berücksichtigt werden, dass verseuchtes Erdreich zu einer Sondermülldeponie gebracht werden muss, die unter Umständen sehr weit entfernt ist. Die anfallenden Kosten beziehen sich nicht nur auf den Erdaushub, sondern auch auf den Transport, sollten also entsprechend hoch versichert sein.

Sonderfall Öltank

Bekanntermaßen verseucht ein Tropfen Öl zwischen 600 Liter und 1.000 Liter Wasser. Ein Liter Heizöl kann bis zu einer Million Liter Grundwasser verseuchen. Tritt Öl aus einem Tank in das Erdreich aus, kann man sich leicht vorstellen, in welchem Umfang eine Kontamination des Bodens anfällt. Gewässerschäden erreichen schnell eine Größenordnung von 100.000 Euro und mehr. Der Besitzer des Öltanks ist dazu verpflichtet, den verseuchten Boden abtragen und gegebenenfalls mit sauberer Erde wieder auffüllen zu lassen.

Wer als Hausbesitzer daher einen Öltank im Keller oder auf dem Grundstück hat, sollte eine spezielle Öltankversicherung beziehungsweise eine Gewässerschadenhaftpflichtversicherung abschließen. Diese Tarife gibt es meist als zusätzliche Bausteine in der Gebäudehaftpflichtversicherung. Sehr gute Versicherungen schließen diesen Tarif unter Umständen schon automatisch ein. Das sollten Versicherte aber auf jeden Fall überprüfen.

Die Risikoübernahme reicht je nach Versicherer von 3000-Liter-Tanks bis hin zu Tanks mit einem Volumen von 10.000 Litern und mehr.

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