Ob Wohnungsbrand oder Rohrbruch: In verschiedenen Situationen kann es notwendig sein, einen Urlaub oder eine Geschäftsreise abzubrechen. Oftmals entstehen dem Betroffenen dadurch hohe Rückreisekosten. Handelt es sich bei dem entstandenen Schaden um einen versicherten Schadenfall, übernimmt die Hausrat- beziehungsweise Gebäudeversicherung in der Regel die Kosten. Allerdings gilt dies nicht für jeden Fall.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Wann übernimmt die Hausratversicherung die Rückreisekosten?
  3. Wann übernimmt die Gebäudeversicherung die Rückreisekosten?
  4. Welche Ausgaben zählen zu den Rückreisekosten?
  5. Übernahme der Rückreisekosten als Leistung anderer Versicherungen
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links
  8. Hausratversicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Rückreisekosten fallen an, wenn Reisende eine Urlaubs- oder Dienstreise kurzfristig abbrechen müssen.
  • Eine Hausratversicherung übernimmt die Rückreisekosten, falls Verbrauchs- oder Vermögensgegenstände beschädigt sind.
  • Befindet sich der Schaden an der Immobilie, ist die Gebäudeversicherung für die Kostenübernahme zuständig.
  • Die Versicherungsgesellschaften erstatten die Rückreisekosten nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Wann übernimmt die Hausratversicherung die Rückreisekosten?

Die Hausratversicherung ist immer dann für die Erstattung der Rückreisekosten zuständig, wenn es sich um eine Reise handelt, bei der der Versicherungsnehmer zwischen vier Tagen und sechs Wochen abwesend ist. Die Versicherung erstreckt sich auf die Haus- und Wohnungseinrichtung. Sie deckt durch Feuer, Leitungswasser, Stürme oder Einbruchdiebstahl verursachte Schäden am beweglichen Hab und Gut ab. Eingeschlossen in den Versicherungsschutz sind demnach alle privat genutzten Gegenstände in einem Haushalt wie Möbel, Kleidung und technische Geräte.

Kommt es während der Abwesenheit des Versicherungsnehmers zu einem versicherten Schaden, hängt es von den Versicherungskonditionen ab, ob der Versicherer die Rückreisekosten des Versicherten übernimmt. Einheitliche Regelungen existieren dafür nicht. Ob die Versicherung die Kosten übernimmt, ist immer eine Einzelfallentscheidung. Im Allgemeinen zahlt der Versicherer die Rückreise nur dann, wenn es sich um einen schweren Schadenfall handelt und ein Reiseabbruch zwingend erforderlich ist. Wann ein solcher vorliegt, definiert die jeweilige Versicherungsgesellschaft. Ein Beispiel wäre eine erhebliche Zerstörung des Hausrats durch einen Brand.

Wann übernimmt die Gebäudeversicherung die Rückreisekosten?

Eine Gebäudeversicherung deckt Schäden an einer Immobilie ab, die durch einen Sturm, durch Hagel, Feuer oder Leitungswasser entstanden sind. Sie greift jedoch nicht bei Elementarschäden wie einem Erdrutsch oder einer Überschwemmung und erstattet auch keine Kosten für Schäden am Inventar. Die Übernahme der Rückreisekosten ist für gewöhnlich bereits im Basistarif nahezu jeder Gebäudeversicherung enthalten. Ansonsten besteht zumindest die Option, die Deckung als zusätzliche Versicherungsleistung zu wählen.

Als Urlaubs- beziehungsweise Geschäftsreise gelten für eine Wohngebäudeversicherung Zeiträume von vier Tagen bis acht Wochen, in denen sich der Hausbesitzer nicht am versicherten Ort aufhält. Damit die Versicherung die Kosten übernimmt, muss auch hier ein erheblicher Schaden vorliegen, der eine unverzügliche Rückreise des Versicherten erfordert. Manche Versicherer decken nur private Urlaube und keine Dienstreisen ab.

Welche Ausgaben zählen zu den Rückreisekosten?

Rückreisekosten können je nach Aufenthaltsort beispielsweise durch die Umbuchung eines Fluges, die Inanspruchnahme eines Shuttle-Service oder eine außerplanmäßige Übernachtung in einem Hotel entstehen. Allerdings sollten die Kosten im angemessenen Verhältnis zum entstandenen Schaden stehen. So erachten viele Versicherer eine Rückreise bei Bagatellschäden als nicht notwendig.

Üblicherweise legen Versicherungsgesellschaften eine Mindestschadensumme fest. Liegen die durch den Schaden verursachten Kosten darunter, werden die Reisekosten nicht erstattet. Einige Anbieter übernehmen die Rückreisekosten auch nur bis zu einer bestimmten Höhe. Übersteigen die Kosten den im Vertrag genannten Maximalbetrag, trägt der Versicherte die Differenz selbst.

Der Versicherungsnehmer sollte die Gesellschaft so schnell wie möglich kontaktieren, nachdem er von dem Schaden erfahren hat. Eine Abstimmung bereits vor der Rückreise ermöglicht eine umso schnellere und unkompliziertere Schadensregulierung.

Welche Kosten übernimmt die Versicherung nicht?

Versicherungsgesellschaften haben bezüglich der Kostenübernahme strikte Vorgaben. Der Versicherte sollte deshalb vor der Rückreise mit dem Versicherer abklären, für welche Transportmittel die Kostenerstattung gilt, damit er später nicht auf den Kosten sitzen bleibt.

Normalerweise ist für die Rückreise das gleiche Transportmittel vorgesehen, das für die Hinreise gebucht wurde. Wer beispielsweise mit dem Zug angereist ist und geplant hat, auch damit zurückzureisen, erhält von der Versicherung für gewöhnlich lediglich die Kosten für eine vorzeitige Rückreise mit der Bahn erstattet. Nur in Ausnahmefällen bezahlt die Versicherung für ein schnelleres als das ursprünglich gebuchte Verkehrsmittel.

Übernahme der Rückreisekosten als Leistung anderer Versicherungen

Rückreisekosten lassen sich nicht nur über eine Hausrat- oder Gebäudeversicherung abrechnen. Eine Kostenübernahme der Rückreise gehört auch zum Leistungspaket einiger anderer Versicherungsarten. Ein Beispiel ist die Reiseabbruchversicherung. Derartige Versicherungsmodelle greifen nicht nur im Schadenfall, sondern beispielsweise auch bei

  • einer plötzlichen schweren Erkrankung,
  • einer Schwangerschaft oder
  • der unerwarteten Aufnahme eines Beschäftigungsverhältnisses.

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