Verbraucher achten beim Onlinebanking stärker auf Sicherheit

10.01.2021 | 13:56

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Die Nutzer von Onlinebanking achten zunehmend auf Sicherheit. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom). Einigen wichtigen Empfehlungen für zusätzlichen Schutz folgt aber nur eine Minderheit.

Sicherheitsbewusstsein hat sich verbessert

Für die repräsentative Studie wurden 1.004 Personen ab 16 Jahren befragt. Darunter waren 735 Online-Banking-Nutzer. Von ihnen gaben 8 von 10 Befragten (79 Prozent) an, darauf zu achten, dass kein Dritter während der Bankgeschäfte mit auf ihren Bildschirm schaut. Vor einem Jahr waren es erst 72 Prozent.

Außerdem sorgen den Angaben zufolge immerhin 44 Prozent dafür, dass auf den Geräten, die sie fürs Online-Banking nutzen, immer die neueste Betriebssystem-Version und aktuelle Schutzsoftware wie Virenscanner installiert sind (Vorjahr: 37 Prozent). Leicht von 40 auf 42 Prozent gestiegen ist auch der Anteil derjenigen, die regelmäßig Passwörter und PINs für das Online-Banking ändern.

Viele Anwender noch immer nachlässig

„Die Banken haben technische Schutzvorkehrungen getroffen, die Online-Banking mindestens so sicher machen wie klassische Bankgeschäfte“, sagt Kevin Hackl vom Bitkom. Für sicheres Online-Banking müssten aber auch die Nutzer gängige Sicherheitsregeln beachten, damit nicht zum Beispiel Dritte die Zugangsdaten zum Girokonto ausspähen können. Viele Anwender sind an dieser Stelle noch immer nachlässig.

So nutzen unverändert 41 Prozent Online-Banking auch auf fremden Geräten, etwa auf der Arbeit oder bei Freunden. Der Anteil der Nutzer, die ihre Bankgeschäfte über öffentliches WLAN etwa in Restaurants oder Flughäfen erledigt haben, ist hingegen von 49 Prozent im Vorjahr auf aktuell 41 Prozent zurückgegangen.

Sicherer Zugang über VPN-Verbindung

„Wichtig beim Online-Banking ist, dass man den genutzten Geräten vertraut“, sagt Hackl und warnt: „Wenn auf einem Gerät zum Beispiel ein sogenannter Keylogger installiert ist, der jeden Tastendruck aufzeichnet, können Kriminelle sich die Zugangsdaten zum Konto beschaffen.“

Die Verbindung zum Online-Bbanking werde heute bei allen Anbietern sicher und verschlüsselt aufgebaut. Wer aber in öffentlichen Netzen ganz sicher gehen will, der sollte auf eine VPN-Verbindung zurückgreifen, rät der Bitkom-Experte. „Entsprechende Angebote gibt es inzwischen auch sehr preisgünstig oder sogar kostenlos für Privatnutzer.“

Jeder Vierte gibt Zugangsdaten weiter

Angestiegen ist der Anteil der Online-Banking-Nutzer, die schon einmal ihre Zugangsdaten an Dritte weitergegeben haben, etwa an Freunde oder Familienmitglieder. Geben dies aktuell 24 Prozent an waren es ein Jahr zuvor erst 19 Prozent. „Sollte eine Weitergabe der Zugangsdaten in Ausnahmefällen unerlässlich sein, sollte man diese danach auf jeden Fall wieder ändern“, mahnt Hackl.

Und wie bei jedem Passwort gelte auch für die Zugangsdaten zum Online-Banking: Man sollte nie dieselben Passwörter oder PINs für verschiedene Angebote nutzen, weil Kriminelle sich so auf einen Schlag Zugang zu mehreren Diensten verschaffen können.