Corona-Effekt: Verbraucher erledigen Bankgeschäfte immer öfter online

17.11.2020 | 08:26

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Über die klassische Filiale haben viele Kunden kaum noch Berührungspunkte mit ihrer Bank. Eine repräsentative Umfrage im Auftrag von Verivox zeigt: Mehr als jeder Dritte war mindestens ein Jahr lang nicht mehr in einer Bankfiliale. Die Corona-Pandemie hat den Trend zur Digitalisierung noch einmal beschleunigt.

Jeder Vierte nutzt Onlinebanking heute häufiger

In der Corona-Pandemie hat die Onlinebanking-Nutzung spürbar zugelegt. Für die Verivox-Umfrage hat das Marktforschungsinstitut Innofact 1005 Verbraucher befragt, wie sie ihre Bankgeschäfte erledigen. Gut jeder Vierte (26 Prozent) nutzt Onlinebanking heute häufiger als vor dem Ausbruch der Pandemie.

Nur 7 Prozent der Befragten gehen für alle Bankangelegenheiten stets in die Filiale, der Rest erledigt zumindest manches online. Mehr als ein Viertel (27 Prozent) der Onlinebanking-Nutzer loggt sich sogar täglich ein, weitere 55 Prozent mindestens einmal pro Woche.

Bankfiliale verliert an Bedeutung

Über die klassische Filiale haben viele Kunden hingegen kaum noch Berührungspunkte mit ihrer Bank. Bei mehr als jedem Dritten (35 Prozent) ist der letzte Filialbesuch länger als ein Jahr her. Weitere 6 Prozent haben die persönliche Beratung in einer Bankfiliale noch nie in Anspruch genommen. Nur einer von vier Befragten (25 Prozent) hat innerhalb des letzten Monats eine Filiale aufgesucht, um sich dort von einem Mitarbeiter persönlich beraten oder bedienen zu lassen.

Vor allem Jüngere nutzen Mobile-Banking

Am 12. November 1980 konnten Kunden der Verbraucherbank (heute: Norisbank) zum ersten Mal über Bildschirmtext (BTX) Überweisungen online durchführen. Heute, 40 Jahre später, vollzieht sich erneut ein technologischer Wandel. Schon fast die Hälfte der Anwender greift überwiegend (37 Prozent) oder ausschließlich (12 Prozent) mit mobilen Endgeräten wie Smartphone und Tablet auf das eigene Girokonto zu.

„Das reine Onlinebanking wird immer mehr zum mobilen Überall-Banking“, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. Vor allem junge Bankkunden unter 30 nutzen bevorzugt Mobile-Banking. In dieser Altersgruppe verwenden schon mehr als drei Viertel der Anwender überwiegend (50 Prozent) oder ausschließlich (27 Prozent) Smartphone und Tablet fürs Onlinebanking.

„Aber auch der klassische Webzugang ist für Banken vorerst noch eine wichtige Schnittstelle zum Kunden“, sagt Oliver Maier. 31 Prozent der Anwender nutzen Onlinebanking ausschließlich über den stationären PC oder den Laptop. Bei den älteren Kunden über 50 ist es fast jeder Zweite (49 Prozent).

Methodik

Im Auftrag von Verivox hat das Marktforschungsinstitut Innofact Ende Oktober 2020 deutschlandweit 1.005 Verbraucher im Alter von 18 bis 69 Jahren online befragt. Die Umfrage ist bevölkerungsrepräsentativ in Bezug auf Alter, Geschlecht und Bundeslandzugehörigkeit.