Die Bezeichnung DAX steht für „Deutscher Aktienindex“. Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich beim DAX um den wichtigsten Aktienindex in Deutschland. Er spiegelt die Entwicklung der 40 größten und umsatzstärksten Unternehmen wider, die an der Frankfurter Börse gelistet sind. Somit lässt der DAX auch Rückschlüsse auf die aktuelle Wirtschaftslage in Deutschland zu. Daneben gibt es noch viele weitere Indizes für deutsche Aktiengesellschaften, wie den ÖkoDAX oder den TecDAX.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Die Geschichte des DAX
  3. Die DAX-Unternehmen – ein Kommen und Gehen
  4. Kleine und große Geschwister des DAX
  5. Verwandte Themen
  6. Weiterführende Links
  7. Jetzt Depots vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Am 1. Juli 1988 wurde der Deutsche Aktienindex erstmals von der Deutschen Börse veröffentlicht.
  • Seit seiner Einführung konnte der DAX seinen Wert stark steigern, es gab jedoch auch immer wieder Kurseinbrüche.
  • Einige Unternehmen konnten sich seit seiner Einführung im DAX halten. Dazu zählen unter anderem Allianz, BASF, Daimler-Benz, Henkel und Siemens.

Die Geschichte des DAX

Am 1. Juli 1988 wurde der Deutsche Aktienindex erstmals von der Deutschen Börse veröffentlicht. Er startete damals bei 1.163,52 Punkten. Sein Erfinder war Frank Mella, ein damaliger Redakteur der Börsen-Zeitung. Um die historische Entwicklung des DAX darzustellen, rechnete er den Wert auf täglicher Basis bis 1959 zurück. Die Indexbasis liegt bei 1.000 Punkten. Der Kurs des DAX berechnet sich nach der bekannten Indexformel von Étienne Laspeyres. Hierbei werden die DAX-Gesellschaften unterschiedlich gewichtet und es zählt nur die Marktkapitalisierung der Aktien, die sich in Streubesitz befinden. Wenn ein Aktionär mehr als fünf Prozent aller Aktien eines Unternehmens hält, zählen diese nicht zum Streubesitz. Der DAX wird sekündlich aus Xetra-Kursen berechnet, jeden Tag zwischen spätestens 9:06 Uhr bis 17:30 Uhr.

Seit seiner Einführung konnte der DAX seinen Wert stark steigern, es gab jedoch auch immer wieder Kurseinbrüche. 1998 schloss der DAX erstmals über der Marke von 5.000 Punkten ab. Im März 2000 erreichte der Index mit 8.064 Punkten einen historischen Höchststand. Die geplatzte Dotcom-Blase bescherte drei Jahre später einen deutlichen Kurseinbruch – der DAX verlor um über 70 Prozent an Wert und fiel auf 2.202 Punkte. Der Kurs erholte sich daraufhin wieder und stieg bis 2007 erneut über die 8.000 Punkte-Marke. Seit Beginn der internationalen Finanzkrise im Herbst 2008 erlebte der DAX viele Höhen und Tiefen. Allein im Jahr 2011 schwankte er zwischen 5.000 und 7.500 Punkten. In den folgenden Jahren legte er wieder zu. Am 5. Juni 2014 knackte der DAX erstmals im Handelsverlauf die 10.000-Punkte-Marke.

Die DAX-Unternehmen – ein Kommen und Gehen

Einige Unternehmen konnten sich seit seiner Einführung im DAX halten. Dazu zählen unter anderem Allianz, BASF, Daimler-Benz, Henkel und Siemens. Damit ein Unternehmen im DAX gelistet wird, muss es mehrere Kriterien erfüllen. Unter anderem muss es im gesetzlich geregelten Börsensegment „Prime Standard“ gelistet sein. Dieses Segment hat die höchsten Transparenzstandards an der Frankfurter Börse. Die Aktien des Unternehmens müssen zudem fortlaufend im elektronischen Handelssystem Xetra gehandelt werden und einen Streubesitz von zehn Prozent aufweisen. Der Sitz des Unternehmens oder der Handelsschwerpunkt der Aktien muss sich in Deutschland befinden.

Der DAX wird ab September 2021 um 10 Unternehmen, also auf die insgesamt 40 umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands aufgestockt. Diese müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen um im DAX gelistet zu werden. Es gibt bestimmte Regeln, nach denen der DAX jedes Jahr im März und September angepasst wird. Dann werden zum Beispiel DAX-Gesellschaften, deren Umsatz gesunken ist, aus dem Index gestrichen. Dafür rücken andere Unternehmen nach. Neben diesem festen Termin gibt es auch Ausnahmeregelungen, die sogenannten Fast-Exit- und Fast-Entry-Regeln. Diese kommen bei Bedarf jeweils im März, Juni, September und Dezember zur Anwendung. Auch im Fall von Insolvenzen, wie die von Wirecard, oder Übernahmen wird der DAX außerordentlich aktualisiert.

Seit Dezember 2020 müssen Unternehmen, die im DAX gelistet werden wollen, vor der Aufnahme für mindestens zwei Jahre hintereinander ein positives Ebitda nachweisen. Das Ebitda (Earnings before interest, taxes, depreciation and amortization) eines Unternehmens ist der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und sonstigen Finanzierungsaufwendungen. Außerdem sind seit März 2021 alle Mitglieder des DAX dazu verpflichtet, testierte Geschäftsberichte und Quartalsmitteilungen zu veröffentlichen. Hält ein Unternehmen die entsprechende Frist nicht ein, wird es automatisch aus dem Index entfernt. Grund dafür ist die Insolvenz von Wirecard. Lücken im Regelwerk der Deutschen Börse hatten dazu geführt, dass das Unternehmen noch bis Ende August im DAX war, obwohl es Ende Juni bereits Insolvenz anmelden musste.

Kleine und große Geschwister des DAX

Weltweit hat jedes Land mit einer Börse eigene Aktienindizes. In den USA ist das zum Beispiel der Dow Jones und in China gibt der SSE Composite den Ton an. Im Dow Jones Global Titans werden zudem die 50 größten Unternehmen der Welt gelistet und im EURO STOXX 50 die größten Aktiengesellschaften der Eurozone. In Deutschland gibt es zusätzlich Indizes für kleinere Unternehmen verschiedener Branchen. Der MDax ist das Segemt für mittelgroße Unternehmen. Im ÖkoDAX finden sich beispielsweise seit 2007 Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien. Der TecDAX listet seit 2003 die erfolgreichsten Technologieunternehmen in Deutschland.

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