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Der Begriff Volatilität hat seinen Ursprung in der Statistik und findet seine Anwendung in der Wirtschaftswissenschaft. Er ist vom lateinischen volatilis, flüchtig, abgeleitet und bezeichnet die Abweichung von einer Normallinie. Am häufigsten taucht der Begriff Volatilität in der Risikoanalyse von Wertpapieren auf. Je höher die Kennziffer ausfällt, um so stärker sind die Kursschwankungen und um so volatiler wird der betrachtete Basiswert eingestuft.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Volatilität betrachtet die Abweichung eines Kurses von ihrem Einstandswert innerhalb einer bestimmten Zeitreihe.
  • Eine besondere Bedeutung kommt der Volatilität bei der Preisbildung für Optionsscheine zu.

Die Volatilität als Kennziffer bei Aktien

Eine besonders hohe Volatilität findet sich bei Aktien in bestimmten Märkten. Dazu zählen neben den Biotechwerten auch Papiere aus der New Economy, dem Internet und den damit verbundenen Branchen. Eine Aktie wird beispielsweise zu einem Kurs von 50 neu am Markt platziert. In den nächsten Wochen steigt der Kurs auf 70, fällt auf 30, steigt auf 50, fällt auf 33 und steigt auf 65. Dieses Papier ist von einer enorm hohen Volatilität geprägt und nur für sehr risikofreudige Anleger geeignet. Anders verhält es sich mit den Standardwerten. Eine Aktie aus dem DAX 30, die mit einem Kurs von 50 erworben wird, in den nächsten Tagen auf 48 fällt, dann auf 51 steigt, auf 49 fällt und auf 52 steigt, gilt als ausgesprochen wenig volatil. Aktien mit hoher Volatilität stehen meist im Fokus von Anlegern, die weniger langfristig in einem Titel engagiert sind, sondern auf kurzfristige Spekulationsgewinne setzen.

Die Berechnung der Volatilität

Die Volatilität betrachtet die Abweichung eines Kurses von ihrem Einstandswert innerhalb einer bestimmten Zeitreihe. Die absolute Veränderung ergibt sich durch die Subtraktion des Einstandskurses vom aktuellen Kurs, ist aber für Aktien wenig aussagekräftig. Sie findet häufiger bei der Betrachtung der Volatilität von Zinsen Anwendung. Für Wertpapiere wird die Volatilität normalerweise in Prozent angegeben, da sie somit mehrere Basiswerte miteinander vergleichbar macht. Die Berechnung erfolgt nach der Formel Veränderung = (neuer Wert – alter Wert) / alter Wert. Der Zeitraum der Betrachtung muss dabei für alle zu vergleichenden Basiswerte identisch sein und wird fast immer mit einem Jahr zugrunde gelegt. Historische Volatilitätsberechnungen, die Betrachtung über einen sehr langen Zeitraum oder der Vergleich mehrerer Zeitreihen dienen dazu, Marktrisiken zu erkennen, um künftige Wertentwicklungen fundiert prognostizieren zu können.

Die Volatilität bei Optionsscheinen

Eine besondere Bedeutung kommt der Volatilität bei der Preisbildung für Optionsscheine zu. Je größer die Volatilität ausfällt, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Kurs für den Käufer positiv entwickelt. Vor diesem Hintergrund sind die Preise für Optionsscheine auf einen Basiswert mit hoher Schwankungsbreite höher als für Optionsscheine auf einen Basiswert mit eher statischer Kursentwicklung.