Corona befeuert den Spar-Boom auch in diesem Jahr

06.04.2021 | 17:08

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In der Corona-Pandemie legen viele Verbraucher ihr Geld lieber aufs Konto statt es auszugeben. Wie eine aktuelle Umfrage zeigt, könnte sich dieser Trend im laufenden Jahr fortsetzen. Drei von vier Befragten wollen 2021 noch mehr sparen als im Vorjahr.

Drei von vier Befragten wollen noch mehr sparen

Für die repräsentative Umfrage im Auftrag der Norisbank hat das Marktforschungsinstitut Innofact im Februar 2021 über 1.000 Personen ab 18 Jahren befragt. Davon sagten 76 Prozent, dass sie in diesem Jahr mehr Geld beiseitelegen wollen als 2020. Das ist bemerkenswert, denn schon im letzten Jahr habe die Sparquote mit 16,6 Prozent des verfügbaren Einkommens laut Statistischem Bundesamt ein Rekordhoch erreicht.

Insbesondere beim Vermögensaufbau zeige sich eine starke Entwicklung: Mehr als ein Drittel der Befragten (35 Prozent) wolle in diesem Jahr wieder in die Zukunft beziehungsweise den Vermögensaufbau investieren – zum Beispiel in die eigene Altersvorsorge, einen Bausparvertrag oder in Aktien. In einer früheren Umfrage im Herbst 2020 war es gerade mal jeder Vierte (24 Prozent).

Viele Ersparnisse wandern aufs Girokonto

Das anhaltende Zinstief hält viele Sparer nicht davon ab, die eigenen Ersparnisse einfach unverzinst auf dem Girokonto zu deponieren – ganz im Gegenteil. Während im Herbst 2020 jeder Zehnte das Sparen auf dem Girokonto mit dem aktuellen Zinsniveau begründet hat, ist es aktuell fast jeder Siebte (14 Prozent). Möglicherweise motiviere der allgemein sehr niedrige Zinssatz auf Tages- und Festgeld dazu, das Geld auf dem Girokonto liegen zu lassen, heißt es dazu bei der Norisbank. Für knapp 7 Prozent sind Null- und Negativzinsen sogar ein Grund, überhaupt nicht zu sparen und das Geld stattdessen lieber auszugeben.

Dabei bieten sich Sparern immer noch Alternativen. „Banken mit Sitz im europäischen Ausland zahlen aktuell bis zu 0,5 Prozent Guthabenzinsen aufs Tagesgeld“, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. „Wer sein Geld für zwei Jahre fest anlegen kann, erhält in der Spitze 1,2 Prozent.“ Bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro wären das immerhin 120 Euro Zinsertrag im Jahr.

Verbraucher wollen wieder mehr konsumieren

Deutliche Veränderungen im Vergleich zur letzten Umfrage im Herbst gibt es bei der Anschaffungsplanung: So beabsichtigten aktuell fast ein Viertel der Befragten (24 Prozent) im weiteren Jahresverlauf einen Haus-, Wohnungs- oder Autokauf. Im Herbst waren es nur 17 Prozent und damit rund jeder Sechste. Auch beim alltäglichen Konsum planen die Deutschen in diesem Jahr wieder großzügiger: Jeder zehnte Befragte möchte sich 2021 zwischendurch mehr gönnen. In der vorherigen Umfrage waren es nur 7 Prozent.