Senioren: Teurere Kfz-Versicherung, Rabatte in der Haftpflicht

11.09.2015

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg - Der Renteneintritt ist ein guter Anlass, Versicherungen und Bankverträge zu überprüfen. Bei der Haftpflicht- und der Rechtsschutzversicherung sorgt eine Vertragsumstellung für Ersparnis, wie Berechnungen des unabhängigen Verbraucherportals Verivox zeigen. Die weit verbreitete Meinung, dass Rentner nur schwer einen Kredit erhalten, bestätigt sich in der Praxis nicht immer.

Kfz-Versicherung: Steigende Preise – und wie Senioren die Folgen mildern

Mit zunehmendem Alter steigen die Prämien der Kfz-Versicherung an, denn das statistische Unfallrisiko nimmt zu. Die Preisunterschiede sind groß: So zahlt ein 75-Jähriger in einer Auswertung von Verivox bis zu 40 Prozent mehr für die Kfz-Versicherung als ein 60-Jähriger mit dem gleichen Auto und den gleichen sonstigen Merkmalen. Auch wer durch unfallfreies Fahren weiter in günstigere Schadenfreiheitsklassen rutscht, kann den Anstieg meist nicht mehr ausgleichen.

Doch nicht alle Autoversicherer erhöhen die Preise für Ältere gleich stark. Daher empfiehlt es sich, die Angebote verschiedener Versicherungen zu vergleichen.

Haftpflicht: Häufig Rabatte für Senioren

Ältere Verbraucher können bei der Privathaftpflichtversicherung auf einen Senioren-Rabatt hoffen, der die Tarife vieler Versicherer deutlich günstiger macht. Dieser Rabatt kann je nach Versicherung und Leistungsumfang bei 20 Prozent der jährlichen Kosten liegen. Eine Privathaftpflichtversicherung für Senioren kann vor dem finanziellen Ruin bewahren und ist ein Muss für Jung wie Alt. Die jährlichen Kosten liegen häufig unter 50 Euro – ein Betrag, der sich angesichts der abgesicherten Risiken in jedem Fall lohnt.

Rechtsschutzversicherung im Alter ohne Arbeitsrechtsschutz

Die Rechtsschutzversicherung hilft, die oft hohen Anwaltskosten im Streitfall zu tragen. Senioren, die sich bereits im Ruhestand befinden, brauchen jedoch keinen Schutz für Auseinandersetzungen rund um Beruf und Arbeitsrecht. Beim Verzicht auf diesen Vertragsbaustein können deutliche Einsparungen von bis zu 50 Euro erzielt werden. Wer eine Betriebsrente bezieht, findet Senioren-Tarife, die Streitigkeiten darüber mit einschließen.

Unfallversicherung: Manche Verträge enden automatisch

Wer im Alter einen Unfall erleidet, kann schwerere Schäden davontragen als in der Jugend. Das führt zu höheren Prämien für ältere Menschen. Senioren sollten bei der Unfallversicherung auf Besonderheiten achten. Denn es gibt Tarife, die in einem Höchstalter – zum Beispiel mit 85 Jahren – automatisch vom Versicherer gekündigt werden. Andererseits sind für Rentner oft Zusatzleistungen wie Essenslieferung, Grundpflege und Haushaltshilfen interessant, die nur von einigen Tarifen abgedeckt werden. Grundsätzlich kann die Unfallversicherung kein Ersatz für eine private Pflegeversicherung sein.

Auch Senioren erhalten Kredite

Weit verbreitet ist die Meinung, dass Rentner nur schwer einen Kredit erhalten. „Unsere Zahlen bestätigen diese Befürchtung nicht grundsätzlich“, sagt Ingo Weber, Geschäftsführer von Verivox. „Auch an Senioren in den ersten Rentenjahren werden Darlehen bewilligt. Sie beantragen dabei jedoch häufiger geringe Darlehenssummen.“ Verivox hat über 10.000 Kreditanträge ausgewertet. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Kredit bewilligt wird, liegt bei Verbrauchern über 65 Jahren genau so hoch wie bei den jüngeren. Sie erhalten dabei einen Zins, der bei einer Kreditsumme von 5.000 Euro nur 0,1 Prozentpunkte höher ist als für Jüngere. Dennoch machen Senioren mit vier Prozent nur einen kleinen Teil der Kreditnehmer aus.

Erst in höherem Alter beschränken die Banken den Zugang zu Krediten. Antragsteller über 75 Jahre erhalten bei deutlich weniger Banken ein Angebot.

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