Corona-Krise verschärft für Banken den Digitalisierungsdruck

15.06.2020

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Im Pandemie-Umfeld nutzen Verbraucher verstärkt digitale Kanäle wie Online-Banking oder Smartphone-App für ihre Bankgeschäfte. Zugleich erhöhen neue Marktteilnehmer die traditionellen Banken unter erheblichen Transformationsdruck. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft Capgemini und Efma, einem Zusammenschluss internationaler Unternehmen aus der Finanz- und Versicherungswirtschaft.

Bankkunden nutzen verstärkt digitale Kanäle

Der globale Finanzsektor befinde sich mitten in einem historischen Wandel. Die Covid-19-Pandemie habe den Innovationsdruck auf die klassische Bankenwelt noch einmal verstärkt. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Verbraucher bevorzugten heute das Online-Banking. Vor der Corona-Krise seien es noch 49 Prozent gewesen. Auch die Präferenz zur Nutzung einer Banking-App stieg demnach von 47 Prozent vor der Pandemie auf 55 Prozent heute.

Banken müssen ihre Technologie modernisieren

"Die Verbraucher erwarten von ihren Finanzdienstleistern ein nahtloses digitales Erlebnis, das sie aus anderen Bereichen ihres Lebens bereits gewohnt sind“, sagt Klaus-Georg Meyer von Capgemini in Deutschland. Traditionelle Banken stünden vor der Herausforderung, diesen Erwartungen gerecht zu werden, da sich ihre neuen digitalen Wettbewerber (Fintechs) vom ersten Tag an auf genau auf dieses das Kundenerlebnis konzentrierten.

"Banken, die jetzt in die Modernisierung ihrer Technologie investieren und diese als Basis für ein plattformbasiertes Nutzererlebnis verwenden, können gleichzeitig ihre Kunden begeistern und profitabel wachsen", sagt Meyer.

Viele Banken scheuen umfassende Innovationen

Allerdings hätten viele klassische Bankhäuser lange Zeit kurzfristigen Gewinnen Vorrang vor Nachhaltigkeit eingeräumt und säßen nun auf einem Berg an Altsystemen. In dieser Umgebung sei die Integration neuer Technologien eine Herausforderung. Viele Banken zögerten noch immer, die als notwendig erkannte Transformation tatsächlich anzugehen. Der Aufwand sei ihnen zu hoch und sie scheuten die Risiken einer ineffizienten Implementierung.