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Viele Selbstständige erhalten Monat für Monat von ihrem Steuerberater eine sogenannte betriebswirtschaftliche Auswertung, kurz BWA genannt. Nicht wenige legen sie zu den Akten, ohne einen Blick hineinzuwerfen. Dabei ist die BWA eine wichtige Informationsquelle, die Unternehmer nutzen sollten.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist eine betriebswirtschaftliche Auswertung?
  3. Die Entwicklungsgeschichte der BWA
  4. Wer muss eine BWA erstellen?
  5. Empfehlenswerter Turnus
  6. Das muss die BWA leisten
  7. BWA selbst erstellen
  8. Verwandte Themen
  9. Weiterführende Links
  10. Jetzt Kreditvergleich starten

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine BWA stellt die Kosten- und Ertragslage eines Unternehmens dar und dient damit in vielen Fällen als Grundlage für unternehmerische Entscheidungen.
  • Obwohl keine gesetzliche Verpflichtung existiert, eine BWA zu erstellen, gibt es zahlreiche Situationen (beispielsweise eine Kreditvergabe), in denen Unternehmen eine solche Übersicht benötigen.
  • Am größten ist der Nutzen einer BWA, wenn sie in monatlichem Turnus erstellt wird.
  • Eine betriebswirtschaftliche Auswertung können Sie entweder von einem Steuerberater beziehungsweise Wirtschaftsprüfer anfertigen lassen oder sie mithilfe einer Buchhaltungs-Software oder einer Vorlage selbst erstellen.

Was ist eine betriebswirtschaftliche Auswertung?

Die BWA stellt ein auf betriebswirtschaftlichen Kennzahlen basierendes Berichtswesen dar, das Auskunft über die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens gibt beziehungsweise einen Überblick über die Einnahmen und Kosten des Betriebs liefert. Prinzipiell bezieht sich eine betriebswirtschaftliche Auswertung auf die laufenden Daten der Finanzbuchhaltung. Anders als eine Bilanz stellt eine BWA also Informationen über die aktuelle Situation des Unternehmens zur Verfügung, weswegen sie häufig als Entscheidungsgrundlage dient.

Es existieren verschiedene Herangehensweisen, eine BWA zu erstellen, sodass sich die Inhalte je nach Unternehmensbereich beziehungsweise Branche unterscheiden. Allerdings gibt es einige Komponenten, die fast jede betriebswirtschaftliche Abrechnung enthält, zum Beispiel die kurzfristige Erfolgsrechnung. Oftmals kommt auch die sogenannte Bewegungsbilanz zum Einsatz; sie bildet die Herkunft und den Verwendungszweck von Geldmitteln ab. Eine weitere Auswertungsart ist die Ermittlung der statischen Liquidität, die die Barliquidität mit den kurzfristigen Verbindlichkeiten ins Verhältnis setzt.

Die Entwicklungsgeschichte der BWA

Die betriebswirtschaftliche Auswertung geht auf das Dienstleistungsunternehmen DATEV zurück. Nur wenige Jahre nach seiner Gründung veröffentlichte DATEV das als Reporting-System für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) konzipierte Tool „Standard-BWA Nr. 1“. Auch heute noch ist das Instrument die am häufigsten genutzte BWA-Version. Mittlerweile stehen zahlreiche Erweiterungen zur Verfügung, sodass beispielsweise Auswertungen für verschiedene Branchen möglich sind. Allerdings bietet DATEV die Dienstleistungen nicht dem Endkunden an. Einen direkten Zugang zum DATEV-Netzwerk erhalten lediglich Berufsgruppen wie Steuerberater, Anwälte und Wirtschaftsprüfer.

Wer muss eine BWA erstellen?

Es besteht keine gesetzliche Verpflichtung dazu, eine betriebswirtschaftliche Auswertung anzufertigen. Dennoch erfreut sich das Reporting-System bei Unternehmen großer Beliebtheit. Diese erklärt sich damit, dass eine BWA nicht nur als internes Informations- und Kontrollinstrument fungiert, sondern auch extern als Nachweis des unternehmerischen Erfolgs. So nutzen Finanzinstitute BWAs beispielsweise zur Einschätzung der Bonität von Kreditinteressenten. Daher ist es für Unternehmen und Selbstständige in jedem Fall sinnvoll, eine betriebswirtschaftliche Auswertung anzufertigen oder anfertigen zu lassen.

In welchen zeitlichen Abständen sollte eine BWA zur Verfügung stehen?

Da Sie mithilfe der BWA jederzeit überprüfen können, wie sich Ihr Unternehmen entwickelt, ist eine monatliche Erstellung sinnvoll. Wenn Sie sich für diesen Turnus entscheiden, stehen Ihnen die aktuellsten Unternehmensdaten stets kompakt aufbereitet zur Verfügung. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die betriebswirtschaftliche Auswertung unter deutschen Mittelstandsunternehmen die am häufigsten verwendete Analysevariante für den monatlichen Buchhaltungsabschluss ist.

Was muss eine gute betriebswirtschaftliche Auswertung leisten?

Im Allgemeinen erfasst eine betriebswirtschaftliche Auswertung lediglich diejenigen Geschäftsvorfälle, die sich der Gewinn- und Verlustrechnung zuordnen lassen – also sämtliche Aufwendungen und Erlöse. Allerdings können sich branchenspezifische und vom Geschäftsmodell abhängige Unterschiede ergeben. Während im produzierenden Gewerbe beispielsweise die fertigen und unfertigen Produktionsbestände von erheblicher Bedeutung sind, sind in einem E-Commerce-Unternehmen ganz andere Kostenstellen relevant. Berücksichtigung finden in einer BWA auch Abschreibungen, Darlehen sowie Rechnungsabgrenzungsposten.

Die Anforderungen an die Aussagekraft der betriebswirtschaftlichen Auswertung haben sich in den vergangenen Jahren stark erhöht. Die BWA muss sich unter anderem durch eine rechtsneutrale sowie standardisierbare Gestaltung auszeichnen, alle relevanten Buchhaltungsdaten beinhalten und diese größenordnungsneutral abbilden. Darüber hinaus sollte sie mit gängigen Anwendungen (DATEV oder Destatis) kompatibel sein und sich ins Rechnungswesen des Unternehmens integrieren lassen. Eine aussagekräftige BWA beinhaltet zudem Zeitreihen und -pläne, Vorjahresvergleiche sowie eine grafische Aufbereitung der Daten.

Ist es möglich, eine BWA selbst zu erstellen?

Auch wenn in den meisten Fällen ein Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer die Auswertung der Daten übernimmt, können Sie eine BWA ebenso selbst erstellen. Dafür stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Mittlerweile fertigt fast jede Buchführungs-Software eine betriebswirtschaftliche Auswertung an, außerdem lassen sich im Internet zahlreiche BWA-Vorlagen finden.

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