Wer mautpflichtige Autobahnen und Hauptstraßen in Ungarn befährt, benötigt eine Vignette. Diese zeigt an, dass der Fahrzeugbesitzer die Mautgebühren für einen bestimmten Gültigkeitszeitraum bezahlt hat. Während die Vignetten in vielen Ländern aufgeklebt werden müssen, handelt es sich bei der ungarischen um eine moderne und praktische E-Vignette. Das erhöht den Komfort für die Nutzer mautpflichtiger Strecken und erleichtert die Kontrolle. Was sie bei Kauf und Nutzung der E-Vignette in Ungarn beachten sollten, erfahren Interessierte hier bei Verivox.

Das Wichtigste in Kürze

Eine gültige Vignette braucht in Ungarn jedes Fahrzeug, das gebührenpflichtige Straßen befährt.

Es gibt 10-Tages-, Monats-, Jahres und Komitats-Vignetten.

Die Preise der Vignetten für Ungarn unterscheiden sich nach Gültigkeitsdauer und Fahrzeugart.

Hauptverkaufsstellen sind: Grenzübergängen, Raststätten, Tankstellen und Postämtern.

Wann brauche ich eine Vignette in Ungarn?

Eine gültige Vignette braucht in Ungarn jedes Fahrzeug, das gebührenpflichtige Straßen befährt. Zu diesen Straßen gehören Autobahnen und Schnellstraßen sowie viele Haupt- und Bundesstraßen. Idealerweise erwerben Fahrer die Vignette, bevor sie eine mautpflichtige Straße befahren. Online geht das besonders schnell. Wer versehentlich auf die ungarische Autobahn abbiegt und keine Vignette hat, muss seit 2018 nicht mehr gleich eine Strafe zahlen. Er hat 60 Minuten Zeit, eine Vignette nachzukaufen

Welche Arten von Vignetten für Ungarn gibt es?

Für Ungarns Straßen sind Vignetten mit unterschiedlich langen Gültigkeitszeiträumen erhältlich:

  • 10-Tages-Vignetten
  • Monatsvignetten
  • Jahresvignetten
  • Komitats-Vignetten

Wer nur Urlaub macht oder sich auf der Durchreise befindet, ist mit einer 10-Tages-Vignette gut bedient. Wer dagegen häufig die Grenze zu Ungarn überquert, sollte eine Jahresvignette in Betracht ziehen. Eine Komitats-Vignette gilt jeweils für ein Komitat (eine der ungarischen Verwaltungseinheiten) ein Jahr lang. Wer häufig nur eine bestimmte Region Ungarns bereist, kann also diese wählen. Am besten rechnen Interessierte aus, ob mehrere Komitats-Vignetten oder eine Jahresvignette rentabler ist. Beide Arten behalten ihre Gültigkeit immer bis zum 31. Januar des Folgejahres, auch wenn sie beispielsweise im Mai erworben wurden.

Was kostet die E-Vignette?

Die Preise der Vignetten für Ungarn unterscheiden sich nach Gültigkeitsdauer und Fahrzeugart. Folgende Kategorien liegen der Gebührenstaffelung zugrunde:

  • D1: Motorräder und Pkw bis 3,5 Tonnen inklusive Anhänger
  • D2: Kfz mit mehr als 7 Sitzen sowie Wohnmobile bis 3,5 Tonnen
  • B2: Busse
  • U: Anhänger, die zu Fahrzeugen aus den Kategorien D2 und B2 gehören

Besitzer von Lastkraftwagen, die mehr als 3,5 Tonnen wiegen, zahlen eine streckenabhängige Maut. Für ein Fahrzeug der Kategorie D1 beispielsweise gelten folgende Preise, welche die meisten Anbieter in Ungarischen Forint angeben:

  • 10-Tages-Vignette: 2.975 HUF = ca. 9,50 Euro (Motorräder: 1.470 HUF = ca. 4,70 Euro)
  • Monatsvignette: 4.780 HUF = ca. 15,00 Euro
  • Jahresvignette: 42.980 HUF = ca. 137,00 Euro
  • Komitats-Vignette: 5.000 HUF = ca. 16,00 Euro

Für Fahrzeuge der Kategorie D2 gelten diese Preise für Vignetten in Ungarn:

  • 10-Tages-Vignette: 5.950 HUF = ca. 19,00 Euro
  • Monatsvignette: 9.560 HUF = ca. 30,50 Euro
  • Jahresvignette: 42.980 HUF = ca. 137,00 Euro
  • Komitats-Vignette: 10.000 HUF = ca. 32,00 Euro
  • Die Vignetten für Anhänger der Kategorie U kosten so viel wie die für Fahrzeuge aus Kategorie D1.

Wo kann ich eine Vignette für Ungarn erwerben?

Ihre Vignette für Ungarn erhalten Reisende innerhalb des Landes an Grenzübergängen, Raststätten, Tankstellen, Postämtern sowie beim ungarischen Automobilclub MAK. In Anrainerstaaten gibt es grenznahe Verkaufsstellen. Praktisch an der E-Vignette: Sie ist auch online bei verschiedenen offiziellen Anbietern erhältlich. Käufer müssen dabei ihr Kfz-Kennzeichen, das Herkunftsland, die Fahrzeugkategorie und den gewünschten Gültigkeitszeitraum angeben. Daraufhin werden sie elektronisch registriert, sodass eine eindeutige Kontrolle erfolgen kann. Sie erhalten einen Kontrollabschnitt – entweder auf Papier oder in digitaler Form. Diesen sollten sie auch nach Ablauf der Vignette zu Beweiszwecken bis zu zwei Jahre lang aufbewahren, falls zum Beispiel ein ungerechtfertigter Bußgeldbescheid eingeht.

Wie erfolgt die Kontrolle?

An den ungarischen Autobahnen sind Kameras installiert. Diese übernehmen auch die Kontrolle der Vignetten in Ungarn: Sie scannen das Kfz-Kennzeichen und gleichen es mit der Datenbank ab, in der Käufer einer Vignette registriert werden. So überprüfen sie, ob der Fahrzeugführer im Besitz einer gültigen Vignette für Ungarn ist. Aber auch manuelle Kontrollen gibt es, bei denen der Kontrollabschnitt vorzuzeigen ist.

Was passiert, wenn ich ohne Vignette durch Ungarn fahre?

Wer in Ungarn ohne Vignette fährt oder beim Kauf falsche Angaben gemacht hat, muss mit einem Bußgeld von 14.875 Forint rechnen, das entspricht rund 50,00 Euro. Die Chance, nicht erwischt zu werden, ist durch die nahezu flächendeckenden Videokontrollen gering. Zahlt der Betroffene nicht innerhalb von 60 Tagen, vervierfacht sich die Strafe. Auch bei einem fehlerhaften Kennzeichen oder einer falschen Länderkennung drohen Bußgelder. Eine nachträgliche Änderung in der Datenbank ist möglich und kostet 1.470 HUF, also rund 5,00 Euro.