Die Eurovignette steht für eine Nutzungsgebühr für Autobahnen und bestimmte Schnellstraßen in einigen europäischen Ländern. Wenn der Fahrer die Vignette kauft, wird sein Fahrzeug offiziell in einer Datenbank registriert. Er weist dadurch nach, dass er die fälligen Straßennutzungsgebühren im Vorfeld gezahlt hat. Die elektronische Vignette erleichtert dabei sowohl den Kauf als auch die Kontrolle vor Ort. Gilt die Eurovignettenpflicht für alle Fahrzeuge? Wo können Fahrzeugführer die Vignetten erwerben? Wie lange gilt eine Vignette?

Das Wichtigste in Kürze

Die Eurovignette ist eine Straßennutzungsgebühr für alle Fahrzeuge, die auf bestimmten Straßen und in bestimmten Länder anfallen.

Lkw-Fahrer können die Eurovignette entweder online oder in einer der offiziellen Verkaufsstellen erwerben.

Haupt-Verkaufsstellen sind Tankstellen oder Raststätten an Autobahnen.

Die elektronische Vignette (e-Vignette) gewährleistet eine hohe Datensicherheit.

Was ist eine Eurovignette?

Die Eurovignette ist eine Straßennutzungsgebühr für alle Fahrzeuge, die auf den Straßen Dänemarks, Luxemburgs, der Niederlande oder Schwedens unterwegs sind und ein zulässiges Gesamtgewicht von 12 und mehr Tonnen haben. In der Regel handelt es sich bei dieser Gewichtsklasse um Lastkraftwagen.

Eurovignetten offiziell erwerben

Lkw-Fahrer können die Eurovignette entweder online oder in einer der offiziellen Verkaufsstellen erwerben. In beiden Fällen erfolgt ausschließlich eine elektronische Registrierung in der zentralen Datenbank für die Maut. Damit ersetzt die elektronische Vignette die Variante aus Papier, die bis vor einigen Jahren noch ausgegeben wurde.

Zu den Verkaufsstellen zählen auch Tankstellen oder Raststätten an Autobahnen. Dadurch können Fahrer eine Eurovignette auch kurzfristig kaufen. Der Fahrer braucht anschließend keine Unterlagen mit sich zu führen, da sein Kennzeichen im System registriert ist. Das erleichtert und beschleunigt die Kontrolle auf den Straßen erheblich.

Die Eurovignetten gibt es mit unterschiedlicher Gültigkeitsdauer: Sie gelten entweder 1 Tag, 1 Woche, 1 Monat oder 1 Jahr – und immer für alle genannten Länder.

Für die Buchung selbst sind das amtliche Kennzeichen und der gewünschte Nutzungszeitraum relevant. Erreicht der Fahrer eine Maut-Kontrollstelle, wird das Kennzeichen mithilfe von Kameras erfasst und mit den Einträgen der zentralen Datenbank abgeglichen. Das System erkennt automatisch, ob die Gebühr für die Eurovignette bezahlt worden ist. Durch die elektronische Überprüfung ist eine Manipulation der Vignette nahezu ausgeschlossen.

Bei nicht beglichenen Gebühren erhalten inländische Fahrer einen Bußgeldbescheid, während Gebührenverstöße durch ausländische Fahrer sofort geahndet werden; sie müssen die Strafe an Ort und Stelle nachzahlen. Dadurch gewährleistet die Mautstelle, dass sie sich selbiger nicht entziehen.

Welche Vorteile bietet das Mautsystem?

Die Eurovignette zeichnet sich durch ihre einfache Handhabung aus. Das macht sie besonders flexibel und effizient: Der Käufer muss nicht zwingend eine Verkaufsstelle aufsuchen, um die Vignette erwerben zu können. Er kann sie direkt über das Internet ordern und spart dadurch Zeit.

Die elektronische Vignette, kurz: e-Vignette, gewährleistet zudem eine hohe Datensicherheit, da das System alle Daten verschlüsselt übermittelt, wodurch diese vor unbefugtem Zugriff geschützt sind. Die elektronische Umsetzung der Eurovignette gilt außerdem als umweltfreundlich, da sie die Papier-Vignetten überflüssig macht.

Überdies sind die Eurovignetten-Gebühren sowohl für inländische als auch ausländische Fahrer gleich hoch. Die Höhe der Gebühren hängt ausschließlich vom konkreten Schadstoffausstoß und der Achszahl des Fahrzeugs sowie der gewünschten Gültigkeitsdauer der Eurovignette ab. Dabei gilt: Je mehr Achsen das Fahrzeug besitzt und je niedriger die Schadstoffklasse (Euronorm) ist, umso höher sind die Straßennutzungsgebühren.

Nach offiziellen Richtlinien untergliedern sich die Gebühren wie folgt (Stand: 2018):

Tagestarif bei:

  • Euronorm 0 und bis zu 3 Achsen: 8 Euro
  • Euronorm 0 und 4 oder mehr Achsen: 8 Euro
  • Euronorm 1 und bis zu 3 Achsen: 8 Euro
  • Euronorm 1 und 4 oder mehr Achsen: 8 Euro
  • Euronorm 2 (oder höher) und bis zu 3 Achsen: 8 Euro
  • Euronorm 2 (oder höher) und 4 oder mehr Achsen: 8 Euro

Wochentarif bei:

  • Euronorm 0 und bis zu 3 Achsen: 26 Euro
  • Euronorm 0 und 4 oder mehr Achsen: 41 Euro
  • Euronorm 1 und bis zu 3 Achsen: 23 Euro
  • Euronorm 1 und 4 oder mehr Achsen: 37 Euro
  • Euronorm 2 (oder höher) und bis zu 3 Achsen: 20 Euro
  • Euronorm 2 (oder höher) und 4 oder mehr Achsen: 33 Euro

Monatstarif bei:

  • Euronorm 0 und bis zu 3 Achsen: 96 Euro
  • Euronorm 0 und 4 oder mehr Achsen: 155 Euro
  • Euronorm 1 und bis zu 3 Achsen: 85 Euro
  • Euronorm 1 und 4 oder mehr Achsen: 140 Euro
  • Euronorm 2 (oder höher) und bis zu 3 Achsen: 75 Euro
  • Euronorm 2 (oder höher) und 4 oder mehr Achsen: 125 Euro

Jahrestarif bei:

  • Euronorm 0 und bis zu 3 Achsen: 960 Euro
  • Euronorm 0 und 4 oder mehr Achsen: 1.550 Euro
  • Euronorm 1 und bis zu 3 Achsen: 850 Euro
  • Euronorm 1 und 4 oder mehr Achsen: 1.400 Euro
  • Euronorm 2 (oder höher) und bis zu 3 Achsen: 750 Euro
  • Euronorm 2 (oder höher) und 4 oder mehr Achsen: 1.250 Euro

Unerlässlich auf ausländischen Straßen: Vignette & Versicherungsnachweis

Wer im Ausland unterwegs ist, sollte auch eine entsprechende Kfz-Versicherung nicht vergessen. Kommt es zu einem Unfall im Ausland, ist diese für eine Schadensregulierung unerlässlich. In den Ländern der Europäischen Union (EU) ist die Abwicklung nach einem Unfall in der Regel unproblematisch. Mit einer normalen Kfz-Versicherung ist das eigene Fahrzeug auch in allen Ländern der EU haftpflichtversichert. Es ist zu empfehlen, die sogenannte Grüne Karte bei Fahrten im Ausland immer mitzuführen. Der Versicherer stellt diese auf Anfrage kostenlos aus.