Halter haften uneingeschränkt für einen Tierschaden, den das eigene Haustier verursacht hat. Das kann der vom gelangweilten Welpen zerkaute Schuh eines Gastes sein oder der gebrochene Arm des Nachbarskindes, das zu wild mit dem Hund getobt hat. Gerade wenn es zu Personenschäden kommt, kann das schnell teuer werden, da der Tierhalter mit seinem gesamten Vermögen unbegrenzt haftet. Daher ist es ratsam, eine Versicherung abzuschließen, die solche Schadensansprüche abdeckt.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Welche Schäden durch Tiere deckt welche Versicherung ab?
  3. Tierschäden in der Hausratversicherung
  4. Tierschäden in der Privathaftpflichtversicherung
  5. Tierhaftpflichtversicherung: Teilweise vorgeschrieben
  6. Kfz-Versicherung: Was passiert bei einem Tier- bzw. Wildtierschaden?
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Hausratversicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Schäden durch Kleintiere deckt in der Regel die private Haftpflichtversicherung ab.
  • Für Pferde und Hunde sollten Halter eigene Tierhaftpflichtversicherungen abschließen.
  • Die Hausratversicherung zahlt nur für Schäden am Tier selbst.

Welche Schäden durch Tiere deckt welche Versicherung ab?

Haustiere sind für viele Besitzer vollwertige Familienmitglieder. Das sollte auch in Versicherungsfragen gelten. Tierhalter sollten sich also durchaus Gedanken machen, was passiert, wenn das eigene Tier Schäden verursacht. Doch auch einem selbst kann durch fremde Haustiere oder Wildtiere Schaden entstehen. In folgenden Versicherungen spielen Tiere und Tierschäden unter anderem eine Rolle:

Tierschäden in der Hausratversicherung

Die Hausratversicherung schützt vor Kosten, die durch Schäden am beweglichen Eigentum innerhalb der Wohnung entstehen – beispielsweise durch Feuer oder Überschwemmungen bei Hochwasser. Doch auch die eigenen Haustiere können in der Wohnung Schäden verursachen – oder Dritte können den eigenen Haustieren Schaden zufügen. Kommt die Hausratversicherung dann für die daraus resultierenden Kosten auf?

Schäden durch Haustiere

Ein häufiger Fall: Die Katze hat einen Türrahmen zum Kratzbaum auserkoren und wetzt sich daran regelmäßig die Krallen. Und auch den Ledersessel bearbeitet die Katze besonders gern. Zahlt in so einem Fall die Hausratversicherung? Eindeutig: Nein. Denn wenn die eigene Katze das eigene Eigentum beschädigt, dann ist ausschließlich der Halter dafür verantwortlich. Einen neuen Sessel müsste dieser also selbst bezahlen.

Der Türrahmen zählt zudem nicht zum beweglichen Eigentum, sondern gehört zur Wohnung – damit ist im Regelfall ohnehin nicht die Hausratversicherung zuständig. Wenn Sie zur Miete wohnen, dann kann eventuell die Haftpflicht greifen. Denn wenn Sie (oder Ihr Haustier) fremdes Eigentum beschädigen, fällt das in den Bereich der Haftpflichtversicherung.

Schäden an Haustieren

Haustiere gelten juristisch als Eigentum. Daher ist die Frage berechtigt, ob eine Hausratversicherung zahlt, wenn beispielsweise die teuren Schlangen bei einem Wohnungsbrand ums Leben gekommen sind. Tatsächlich würde die Versicherung in so einem Fall den Neuwert der Tiere ersetzen.

Tierschäden in der Privathaftpflichtversicherung

Versicherungen behandeln Schäden durch Haustiere wie Schäden durch ihren Besitzer. Wenn Sie aus Versehen beim Möbelrücken eine tiefe Kerbe in den Holztürrahmen Ihrer gemieteten Wohnung schlagen würden, dann müssten Sie sich an Ihre Haftpflichtversicherung wenden. Denn Sie hätten einen Schaden am Eigentum von jemand anderem – nämlich dem Vermieter – verursacht. Gleiches gilt für die oben genannten Kratzer, die Ihre Katze am Türrahmen hinterlassen hat. In solch einem Fall kann unter Umständen die Privathaftpflicht einspringen.

Die Übernahme von Schäden, die über einen langen Zeitraum durch Abnutzung entstanden sind, zahlt die Versicherung jedoch häufig nicht. Eine Chance auf Kostenübernahme haben Sie bei solchen Schäden nur dann, wenn im Vertrag die Abdeckung von sogenannten Allmählichkeits- und Mietsachschäden explizit vereinbart ist.

Sollte Ihr Hund beim Spielen den Laptop herunterwerfen oder Ihr Kaninchen auf den Teppich urinieren, dann zahlt definitiv keine Haftpflichtversicherung. Denn für Schäden am Eigentum des Versicherten kommt diese nicht auf.

Tierhaftpflichtversicherung: Teilweise vorgeschrieben

Schäden durch Kleintiere und Katzen deckt in der Regel die normale Privathaftpflichtversicherung mit ab. Sollten diese also einen Schaden verursachen, dann greift die Privathaftpflicht und kommt für die entstandenen Kosten auf. Bei einigen Tierarten – wie Hunden und Pferden – benötigen Halter jedoch eine spezielle Tierhaftpflichtversicherung. Diese ist auch sehr ratsam, da gerade bei Vorfällen mit Personenschäden schnell hohe und langfristige Kosten entstehen können.

In einigen Bundesländern ist eine Hundehaftpflichtversicherung für Halter zwingend vorgeschrieben. Die genauen Regelungen hängen dabei ebenfalls vom jeweiligen Bundesland ab. Bei der Absicherung von Pferden gibt es hingegen keine gesetzlichen Vorgaben. Nichtsdestotrotz ist eine entsprechende Tierhaftpflicht empfehlenswert, da Pferde aufgrund ihrer Größe und Kraft leicht erhebliche Schäden anrichten können.

Kfz-Versicherung: Was passiert bei einem Tier- bzw. Wildtierschaden?

Die Konditionen der eigenen Kfz-Versicherung(en) sollten Autofahrer genauestens lesen. Im Schadenfall kommt es genau darauf an, ob Haustiere oder Wildtiere beteiligt waren und wo ein Schaden entstanden ist.

Kfz-Haftpflichtversicherung

Die Kfz-Haftpflicht greift generell nicht bei Schäden am eigenen Fahrzeug. Falls Sie durch eine Vollbremsung aufgrund eines Wildschweins auf der Straße einen Auffahrunfall verursacht haben, dann zahlt die Kfz-Haftpflicht die Schadensansprüche des Auffahrenden.

Teil- und Vollkaskoversicherung

Die durch den Aufprall verursachten Schäden an Ihrem Fahrzeug deckt jedoch nur eine Teil- oder Vollkaskoversicherung ab. Zu den abgesicherten Wildtierschäden zählen in der Regel solche Schäden, die durch sogenanntes Haarwild verursacht wurden: Das sind unter anderem Rehe, Hirsche, Wildschweine, Füchse oder Hasen. Schäden durch Hunde oder Vögel fallen hingegen nicht in diese Kategorie. Es gibt jedoch durchaus Verträge, die sämtliche Tierschäden abdecken.

Auch Bissschäden durch Marder deckt nur die Vollkaskoversicherung sicher ab. Bei einer Teilkaskoversicherung sollten Fahrzeughalter explizit auf die Formulierung achten. Die Kfz-Haftpflicht übernimmt Marderschäden in keinem Fall.

Schäden durch fremde Haustiere

Sollte ein Haustier einen Schaden an Ihrem Fahrzeug verursacht haben, dann haftet der Besitzer. Bei einem Tierschaden durch die Nachbarskatze springt also die Privathaftpflicht des Nachbarn ein – beispielsweise wenn die Katze nachweisbar den Autolack zerkratzt hat. Die Kfz-Versicherung (ob Haftpflicht oder Kasko) spielt in so einem Fall keine Rolle.

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