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Was tun, wenn die Hausratversicherung nicht zahlt?

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Versicherungen stehen in dem Ruf, Leistungen möglichst zu verweigern. Auch wenn die Hausratversicherung nicht zahlt, hat das in den wenigsten Fällen etwas mit Bösartigkeit zu tun. Viele Versicherungsnehmer kennen häufig den Umfang des Leistungsanspruchs gar nicht. Stehen zwei oder drei Tarife zur Auswahl, geht die Tendenz häufig zur preiswertesten Variante. Dabei gibt es gerade in der Hausratversicherung deutliche Leistungsunterschiede.

Basisdeckung oder All Inclusive?

Zunächst einmal leistet die Hausratversicherung für Schäden, welche durch die versicherten Risiken

  • Feuer
  • Leitungswasser
  • Sturm / Hagel
  • Einbruchdiebstahl / Vandalismus
  • Elementarschäden

hervorgerufen werden. Der Deckungsumfang fällt jedoch von Tarif zu Tarif und von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich aus. Es besteht kein Versicherungsschutz, wenn etwas einfach „kaputt“ geht. Im Rahmen der Glasversicherung sind keine Hohlgläser mitversichert. Wem das teure Weinglas beim Spülen kaputt geht, muss den Ersatz aus eigener Tasche bezahlen.

Angenommen, der Versicherungsnehmer liest im Prospekt, dass der Premiumtarif auch Sengschäden ersetzt. Der Fall tritt ein, dass der Teppichboden durch einen Sengschaden beschädigt wurde. Der Versicherungsnehmer reicht den Schaden ein und erhält das Ablehnungsschreiben. Der Ärger ist natürlich groß. Nur, was der Versicherungsnehmer vergessen hatte, war, dass er sich aus Kostengründen für den Basistarif entschieden hatte, der keine Sengschäden ersetzt. Die Praxis zeigt immer wieder, dass eine solche Konstellation in den meisten Fällen der Grund für die Ablehnung ist.

Beispiele für Basisschutz und Premiumschutz

Versicherungsnehmer können anhand einer einfachen Checkliste feststellen, ob ihr Versicherer umfassend oder nur für Basisschäden leistet. Dazu einige Beispiele:

  • Schadensersatz nur bei Schäden durch offene Flamme oder auch bei Sengschäden?
  • Stimmt das prozentuale Verhältnis der Wertsachen zur Gesamtversicherungssumme?
  • Wie hoch fällt die Außenversicherung aus?
  • Wie lange gilt der Versicherungsschutz außerhalb Deutschlands?
  • Leistet die Versicherung bei Fahrraddiebstahl nur, wenn das Rad aus der Wohnung oder dem Keller gestohlen wurde?
  • Übernimmt der Versicherer Hotelkosten, wenn die Wohnung unbewohnbar wurde?
  • Sind die Kosten für Ungezieferentfernung mitversichert?
  • Bis zu welcher Höhe sind Überspannungsschäden durch Blitz versichert?

Nicht umsonst stellen die Versicherer Broschüren zur Verfügung, in denen die Leistungen der einzelnen Tarife direkt gegenübergestellt werden. Im Verivox Versicherungsvergleich ist eine solche Gegenüberstellung ebenfalls möglich.

Wie sieht es bei Ablehnung eines berechtigten Schadensanspruchs aus?

Der Versicherungsnehmer meldet einen Überspannungsschaden. Beschädigt wurden Geräte mit einem Wiederanschaffungswert von 2.000 Euro, die Police sieht eine Obergrenze von 3.000 Euro vor. Dennoch verweigert der Versicherer die Regulierung des Schadens.

Wichtig ist in diesem Fall die Begründung. Wurde die Ablehnung nicht begründet, muss der Versicherungsnehmer auf jeden Fall nachfassen, wenn er argumentieren möchte. Bei einem Überspannungsschaden genügt beispielsweise eine Anfrage beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach, ob Gewitterzellen zum betreffenden Zeitpunkt über der Wohnung des Versicherten vorkamen.

Wer über eine Rechtsschutzversicherung verfügt, ist fein raus. Übersteigt die Schadenserstattung die Selbstbeteiligung, ist der einfachste Weg, den Vorgang an einen Anwalt abzugeben. Alternativ zum Rechtsweg bietet sich auch noch der Ombudsmann der deutschen Versicherungen an.