Fiat-Geld ist Geld ohne eigenen Wert. Der Begriff „fiat“ rührt von dem lateinischen Verb fieri ab. „Fiat“ heißt übersetzt „es werde“ oder „es entstehe“. Damit Geld, wie wir es kennen, zu Geld wird, bedarf es einer Definition seitens der jeweiligen Regierung einer Währungszone. Diese weist einem bestimmten Stück Papier oder einem Stück Metall einen bestimmten Wert zu.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Der Euro – eine Fiat-Währung
  3. Wann wird Fiat-Geld zu Geld?
  4. Naturalgeld
  5. Warengeld
  6. Weitere Geldformen
  7. Vewandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Jetzt Girokonten vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Fiat-Geld ist eine Währung, der per Regierungsbeschluss ein bestimmter Wert zugewiesen wird.
  • Fiat-Geld selbst hat im Gegensatz zu Naturalgeld keinen inneren Wert.
  • Mit der Entkoppelung vom Gold sind praktisch alle Währungen weltweit Fiatwährungen.

Der Euro – eine Fiat-Währung

Ein Zehn-Euroschein ist deswegen ein Zehn-Euroschein, weil sich die Regierungen der Länder in der Eurozone darauf verständigt haben, einer bestimmten Art Papier den Wert „Zehn“ zu geben. Eine Fiat-Währung hat keinen inneren Wert, er wird von außen vorgegeben. Darin unterscheidet sie sich von einer Währung, die beispielsweise an den Wert von Gold oder anderen Waren geknüpft ist. Der US-Dollar war viele Jahre an Gold gebunden. Erst im Jahr 1971 wurde die Goldbindung aufgehoben.

Die meisten Währungen spiegeln den Wert der jeweiligen Volkswirtschaft wider, in der sie als Zahlungsmittel gelten. Um beim Beispiel des US-Dollars zu bleiben, gibt es hier allerdings auch Einschränkungen. Der US-Dollar ist auch in El Salvador offizielle Landeswährung. Die Landeswirtschaft dürfte aber kaum den Wert des dort anteilig in Umlauf befindlichen US-Dollarvermögens repräsentieren.

Wann wird Fiat-Geld zu Geld?

Fiat-Geld erlangt erst dadurch einen Wert, dass sich zwei Handelspartner darauf verständigen, dass eine bestimmte Ware einen gewissen Wert repräsentiert, der durch eine bestimmte Menge an Fiat-Geld wiedergegeben wird. Damit kommt Geld eine von drei Funktionen zu. Geld hat folgende Aufgaben:

  • Bezahlfunktion
  • Sparfunktion
  • Wertmessung

Naturalgeld

Das Gegenstück zu Fiat-Geld, Geld ohne inneren Wert, stellt Naturalgeld dar. Naturalgeld war der Vorläufer der Münzen und des später dazugekommenen Papiergeldes. Als Naturalgeld konnte alles genutzt werden, dem ein gewisser Wert zugestanden wurde und was von allen Beteiligten als Tauschwert akzeptiert wurde. Das Bezahlen mit Naturalgeld war nichts anderes als Tauschhandel. Salz wurde mit Tabak bezahlt, Tabak mit Tierfellen, Tierfelle wiederum mit Kaurischnecken. Der jeweilige Gegenwert des Naturalgeldes ergab sich aus der Situation. Es gab keine Angaben, dass beispielsweise 1 Kilogramm Salz 500 Gramm Tabak wert war.

Warengeld

Mit dem Naturalgeld eng verbunden ist das Warengeld. Warengeld bezeichnet lange lagerfähige Güter. Voraussetzung für die Nutzung von Warengeld ist, dass in einem bestimmten Wirtschaftsraum bestimmte Waren als „Geld“ anerkannt werden. Die häufigste Form von Warengeld stellt zweifelsfrei Gold dar, gefolgt von anderen Edelmetallen.

Warengeld und Naturalgeld waren jedoch den gleichen Effekten ausgesetzt wie heute Fiat-Geld. Wurde eine der beiden Tauschgegenstände knapper, stieg die Menge des anderen Tauschgutes, um „bezahlen“ zu können.

Weitere Geldformen

Neben Münzen und Geldscheinen, Naturalgeld und Warengeld gibt es noch eine weitere Geldvariante. Die Rede ist vom Giralgeld oder Buchgeld. Unter Giralgeld versteht man Geld, welches auf einem Konto liegt oder dem Eigentümer in sonstiger unbarer Form zur Verfügung steht. Damit existiert dieses Geld nicht tatsächlich, sondern stellt eine Forderung gegenüber der kontoführenden Bank dar. Giralgeld dient zum einen Sparzwecken, zum anderen der Teilnahme am bargeldlosen Zahlungsverkehr.

Da es Giralgeld nicht tatsächlich gibt, sondern durch Kreditvergabe künstlich geschaffen werden kann, ist die Folge, dass sich der Wert der realen Wirtschaft und die Menge des Buchgeldes immer weiter auseinanderentwickeln. Während physisches Geld nur durch die Notenbanken ausgegeben werden darf, sind die Banken durch die Vergabe von Krediten an der Giralgeldschöpfung beteiligt. Zum Buchgeld zählen neben Einlagen und nicht bar ausgezahlter Kredite auch nicht ausgeschöpfte Dispositionskredite.

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