Bargeldlos bezahlen: Diese Möglichkeiten gibt es

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Die bargeldlose Zahlung gewinnt immer mehr an Bedeutung – nicht nur beim Onlineshopping, sondern auch beim alltäglichen Einkauf. Verbraucher haben die Wahl zwischen unterschiedlichen Verfahren. Dabei können je nach Anbieter Karten, Smartphone-Apps oder Onlinedienste zum Einsatz kommen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Besonders verbreitet ist die Zahlung per Bank- oder Kreditkarte. Auf welche Weise der Zahlbetrag abgerechnet wird, hängt vom Kartentyp ab.
  • Mit der Zahlung per Smartphone-App können Verbraucher ihren Einkauf bezahlen, ohne eine Bank- oder Kreditkarte mitführen zu müssen.
  • Beim Online-Shopping bieten Zahlungsanbieter wie Paypal oder Paydirekt die einfache Abwicklung der Transaktion an.

Welche kartengestützten Verfahren gibt es für die bargeldlose Zahlung?

Beim Einkauf in Ladengeschäften, an der Tankstelle oder beim bargeldlosen Zahlen in Hotels setzen viele Verbraucher auf die Kartenzahlung. Am Kartenterminal liest der Zahlungsempfänger die Kontodaten ein, und der Karteninhaber autorisiert die Zahlung durch die Eingabe der Geheimzahl (PIN). Alternativ dazu kann er auch den Zahlungsbeleg unterschreiben, so dass der Händler dann den Betrag per Lastschrift einziehen kann.

Wann der Betrag vom Girokonto abgebucht wird, hängt vom Kartentyp ab. Hierbei gibt es drei Varianten.

Echte Kreditkarten: Heute kaufen, später zahlen

Die echte Kreditkarte zeichnet sich dadurch aus, dass der Zahlungsbetrag nicht sofort, sondern erst am Monatsende fällig wird. Bis dahin lässt der Kartenherausgeber die bezahlten Beträge auf dem Kartenkonto auflaufen. Die gesammelten Zahlungen bucht er dann in einem Gesamtbetrag am Monatsende ab.

Manche Kreditkartenunternehmen bieten ihren Kunden an, den Monatssaldo in kleinen Raten abzustottern. Dafür muss der Karteninhaber jedoch meist vergleichsweise hohe Kreditzinsen entrichten.

Debitkarten: Abbuchung direkt beim Kauf

Wer eine Debitkarte besitzt, bekommt den Zahlungsbetrag direkt nach dem Kauf vom Girokonto abgebucht. Erfolgt die Zahlung per Belegunterschrift und Lastschrift, kann es bis zur Abbuchung auch einige Tage dauern.

Typische Vertreter dieser Kartenvariante sind die Bankkarten, die früher als EC-Karte bezeichnet wurden. Auch Kreditkarten sind in der Debit-Variante am Markt zu finden.

Prepaid-Karten als bargeldloses Gelddepot

Bei der Prepaid-Karte kann die Zahlung nur erfolgen, wenn der Karteninhaber zuvor Guthaben auf sein Kartenkonto überwiesen hat. Ist das Guthaben aufgebraucht, kann die Karte erst wieder zum Einsatz kommen, wenn das Konto mit neuem Geld aufgeladen wird. Prepaid-Karten finden vor allem als bargeldloses Zahlungsmittel für Jugendliche und Schüler Verwendung.

Bargeldloser Zahlungsverkehr per Smartphone-App

Wer beim Einkauf nicht nach Karten kramen will, kann in vielen Geschäften auch mit dem Smartphone bezahlen. Sowohl Apple als auch Google bieten für ihre hauseigenen Smartphone-Betriebssysteme iOS und Android Apps für bargeldloses Zahlen per Handy an.

Für iPhone-Besitzer steht Apple Pay zur Verfügung. Nutzer von Android-Smartphones können Google Pay einsetzen, wenn das Handy mit dem Kurzstrecken-Datenfunk NFC ausgestattet ist. Der Besitzer des Smartphones hinterlegt auf dem Gerät die Daten seiner Kreditkarte und muss dann beim Bezahlen an der Kasse nur noch das Smartphone in die Nähe des Zahlungsterminals halten. Bei Kleinbeträgen ist die Zahlung sofort autorisiert, bei größeren Summen muss der Kunde den Vorgang mit seiner Geheimzahl bestätigen.

Auch Banken und Sparkassen bieten hauseigene Lösungen zur schnellen Smartphone-Zahlung per NFC an der Ladenkasse an. In aller Regel sind hier die Daten der zum Girokonto gehörenden Bank- oder Kreditkarte hinterlegt, deren Daten beim Zahlungsvorgang auf das Händlerterminal gesendet werden.

Bargeldloses Zahlen im Internet

Beim Onlineshopping können Internetnutzer auf verschiedene Arten des bargeldlosen Zahlens zurückgreifen. Verbreitet sind vor allem die nachfolgend aufgelisteten Zahlungsarten.

  • Lastschrift. Der Kunde teilt dem Zahlungsempfänger seine Bankverbindung in Form von IBAN und BIC mit und ermächtigt diesen, den Betrag vom Girokonto abzubuchen. Hierbei hat der Zahler das Recht, bei Unstimmigkeiten das Geld innerhalb einer Frist von acht Wochen zurückbuchen zu lassen.
  • Kreditkarte. Auch im Internet können Kartenbesitzer ihre Kreditkarte als Zahlungsmittel einsetzen, indem sie dem Empfänger die Kartendaten übermitteln.
  • Online-Zahlungssysteme. Speziell für bargeldloses Zahlen im Internet gibt es Systeme wie Paypal oder Paydirekt, die beim Online-Shopping eine einfache Abwicklung der Transaktion ermöglichen. Je nach Anbieter und Kundenwunsch erfolgt die Abbuchung des Zahlungsbetrags per Kreditkarte oder Lastschrift.
  • Überweisung. Auch die klassische Überweisung kann beim Einkauf im Internet zum Einsatz kommen, beispielsweise bei Vorauskasse oder Lieferung auf Rechnung.

Vor- und Nachteile des bargeldlosen Zahlungsverkehrs

Wie die nachfolgende Tabelle zeigt, bringen bargeldlose Transaktionen im Vergleich zum Bezahlen mit Scheinen und Münzen sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich.

Vorteile Nachteile
Es ist kein zusätzlicher Gang zum Geldautomaten erforderlich. Wer jederzeit bargeldlos auch hohe Beträge zahlen kann, lässt sich unter Umständen zu teuren Spontankäufen verleiten.
Der Bargeldbestand und das damit verbundene Diebstahlrisiko lässt sich reduzieren. Zahlungssysteme mit zeitversetzter Abrechnung erschweren den aktuellen Überblick über die Einnahmen und Ausgaben.
Im Ausland können Verbraucher kostengünstig in Fremdwährung zahlen, da der Umtauschkurs besser ist als beim Bargeld-Tausch. Beim Umgang mit Geheimzahlen und Passwörtern ist besondere Vorsicht geboten, weil bei Missbrauch nach grob fahrlässigem Umgang mit Zugangsdaten der Inhaber unbegrenzt haftet.
Liegt keine grobe Fahrlässigkeit vor, ist die Haftung bei Missbrauch auf 50 Euro begrenzt.