Bankschließfach mieten: Das müssen Sie wissen

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Ein Bankschließfach mutet im Zeitalter der Heimtresore etwas altertümlich an. Aber nicht jeder kann zu Hause einen Safe einbauen und lassen. Dennoch besitzt er Gegenstände, die er gerne sicher untergebracht wissen möchte. Davon abgesehen lautet der Ratschlag von Polizei und Verbraucherschutzverbänden, wichtige Dokumente grundsätzlich in ein Bankschließfach auszulagern. Aber lohnt sich ein Bankschließfach, wie sieht es mit der Versicherung aus und was muss man sonst noch beachten? Diese Fragen wollen wir hier beantworten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bankschließfächer können nicht anonym angemietet werden. Der Mieter muss sich ausweisen.
  • Die Preise für ein Schließfach hängen in erster Linie von der Bank und von der Größe des Schließfachs ab.
  • Eine Versicherung ist nicht automatisch in der Miete enthalten. Die Versicherungsleistungen der Anbieter weisen erhebliche Unterschiede auf.
  • Im Schadensfall muss der Mieter nachweisen, welche Gegenstände im Schließfach verwahrt wurden. Vor diesem Hintergrund ist die Einlagerung von Bargeld mit Skepsis zu sehen.

Wie kann ich ein Bankschließfach mieten?

Bankschließfächer werden vermutlich die letzten Produkte der Kreditinstitute sein, die nicht im Internet genutzt werden können. Aber nicht jede Filialbank bietet auch automatisch Schließfächer an. Im Vorfeld macht es Sinn, sich danach zu erkundigen. Um ein Bankschließfach zu mieten, lässt sich der Weg zu einer Filiale nicht vermeiden.

Die Anmietung eines Bankschließfaches kommt einer Kontoeröffnung gleich. Der Mieter muss sich auf jeden Fall legitimieren. Eine anonyme Anmietung scheidet grundsätzlich aus. Allerdings gibt es einen wesentlichen Unterschied zu einem Konto. Während die Bank Kapitalerträge an das Finanzamt melden muss, entfällt diese Meldung bei einem Schließfach. Erst bei Tod des Mieters muss die Bank dem Finanzamt eine Mitteilung über das bestehende Mietverhältnis machen.

Nach der Beantragung erhält der Mieter entweder einen Schlüssel oder eine Chipkarte, mit der er Zugang zu seinem Schließfach erhält.

Üblicherweise kann das Schließfach nur durch zwei Personen geöffnet werden. Den zweiten Schlüssel nutzt der Mitarbeiter der Bank. Er schließt sein Schloss als erstes auf, und zieht sich dann diskret zurück.

Wann lohnt sich die Anmietung eines Bankschließfaches?

Die Anmietung ist grundsätzlich dann empfehlenswert, wenn Dokumente existieren, die sicher aufbewahrt werden müssen. Das Familienstammbuch, Heirats- oder Scheidungsurkunde, das Testament oder Vollmachten zählen dazu.

Viele Menschen haben aus wirtschaftlichen Befürchtungen Gold gekauft, sei es in Münz- oder Barrenform, sei es als Schmuck. Wertvolle Uhren oder Sparbücher sollten ebenfalls in einem Bankschließfach aufbewahrt werden. Die Hausratversicherung sieht für solche Dinge Obergrenzen in der Versicherungsleistung vor.

Kann ich ein Schließfach mieten, wenn ich kein Kunde bei der Bank bin?

Es ist selbstverständlich möglich, auch als bisheriger Nicht-Kunde ein Bankschließfach anzumieten. Allerdings gibt es bei einigen Banken Wartezeiten für Schließfächer und häufig werden Bestandskunden dann bei der Vergabe vorgezogen.

Wie viel kann ein Bankschließfach kosten?

Die Kosten für ein Bankschließfach hängen von drei Faktoren ab:

  • Der Preisgestaltung der jeweiligen Bank
  • Der Region
  • Der Größe des Schließfachs

So, wie eine überregional tätige Bank für Kredite in Nord-Brandenburg andere Zinsen aufruft wie für Kredite in München, so fallen auch die Preise für Schließfächer unterschiedlich aus.

Die Größe des Schließfachs wirkt sich natürlich auch auf die Miete aus. Nicht jede Bank bietet die gleichen Volumina an. Die kleinsten Schließfächer haben ein Volumen von 3,5 Litern. Die größten weisen einen Rauminhalt von bis zu 660 Litern aus. Üblich sind Größen zwischen fünf Litern und 120 Litern.

Gibt es eine Bankschließfach-Versicherung und wann zahlt sie?

Üblicherweise ist die Bankschließfach-Versicherung nicht in der Miete enthalten und muss gesondert abgeschlossen werden. Der Versicherungsschutz erstreckt sich über Feuer-, Wasser- und Diebstahlschäden. Bei den Leistungen der jeweiligen Versicherung bestehen allerdings deutliche Unterschiede. Die Bandbreite reicht von 2.000 Euro bis hin zu 26.000 Euro.

In jedem Fall ist der Mieter bei einem Schadensfall in der Nachweispflicht, welchen Inhalt sein Bankschließfach hatte. Dies geschieht am besten durch Fotografien und Rechnungen der darin verwahrten Wertsachen.

Einige Hausratversicherungen bieten auch einen Schutz für im Schließfach aufbewahrte Wertgegenstände. Es ist ratsam, die Police genau zu studieren, um im Schadensfall nicht mit Einbußen dazustehen.

Kann oder soll ich Bargeld im Schließfach aufbewahren?

Noch betrifft die Minuszinsen-Politik der Banken nicht die Kleinsparer. Dennoch überlegen viele Menschen, ob sie ihr Erspartes nicht lieber im Schließfach aufbewahren sollten. Die Überlegung liegt zunächst nahe, aber es gibt auch ein wesentliches Argument, welches dagegen spricht: Der Mieter ist bei einem Schadensfall in der Nachweispflicht, welche Werte sich im Schließfach befunden haben. Dieser Nachweis ist bei Bargeld nicht möglich.

Darüber hinaus kostet ein Schließfach Miete. Geht es nur darum, Bargeld darin zu verwahren, dürfte der finanzielle Aufwand dafür mögliche Minuszinsen auf die Spareinlagen übersteigen.

Wie komme ich an mein Bankschließfach, wenn ich meinen Schlüssel verliere?

Üblicherweise erhält der Mieter zwei Schlüssel. Geht ein Schlüssel verloren, hat er noch den Ersatzschlüssel. Damit kein Unbefugter den Schlüssel nutzen kann, vermerkt keine Bank darauf einen Hinweis, wie er zuzuordnen ist.

Sind beide Schlüssel abhandengekommen, hilft nur die gewaltsame Öffnung des Tresors durch einen Schlüsseldienst. Die Kosten gehen zu Lasten des Schließfachinhabers.