Jahreswechsel: Preise für Strom stagnieren, Gas wird teurer

29.12.2020 | 10:26

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg. Zum Jahreswechsel stagnieren die Stromkosten, während die Preise für Gas anziehen. Die Tarifexperten von Verivox geben einen Überblick.

Strompreise stagnieren zum Jahresbeginn 2021

Für Januar und Februar 2021 haben insgesamt 105 der rund 800 regionalen Stromversorger Strompreissenkungen von rund 2 Prozent angekündigt. Die durchschnittliche Entlastung liegt bei 23 Euro pro Jahr. Gleichzeitig vermelden 88 Grundversorger Preiserhöhungen von durchschnittlich 3 Prozent, was Mehrkosten von rund 33 Euro pro Jahr entspricht. In der Summe bleiben die Strompreise damit auf hohem Niveau.

„Die von der Bundesregierung angekündigte Entlastung der Haushalte bei den Strompreisen ist noch nicht bei den Verbrauchern angekommen. Deutschland liegt bei den Stromkosten für private Abnehmer nach wie vor an der Weltspitze“, sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.

Preis pro Kilowattstunde und Festpreis driften weiter auseinander

Zum Jahreswechsel verstetigt sich in den örtlichen Grundversorgungstarifen der Trend höherer Grundpreise und niedrigerer Arbeitspreise. Während die Arbeitspreise, die pro Kilowattstunde fällig werden, im kommenden Jahr leicht sinken, steigen die monatlichen Fixkosten um ein halbes Prozent an. Die Folge: Für Haushalte mit einem geringen Stromverbrauch steigen die Stromkosten an, während sie für Haushalte mit höherem Stromverbrauch sinken.

„Diese Entwicklung macht Stromsparen immer weniger attraktiv“, sagt Thorsten Storck „Um stromsparendes Verhalten effektiv zu belohnen, müsste gerade der Preis pro Kilowattstunde im Vergleich zum monatlichen Festpreis deutlich ansteigen.“

Gaspreise ziehen zum Jahreswechsel deutlich an

Aufgrund des ab 2021 geltenden CO2-Preises von 25 Euro je Tonne steigen die Heizkosten in den deutschen Haushalten im kommenden Jahr. Für Januar und Februar haben insgesamt 326 der rund 700 Gas-Grundversorger Preiserhöhungen von durchschnittlich 7 Prozent angekündigt. Das führt zu höheren Jahreskosten von rund 93 Euro. Gleichzeitig senken 14 regionale Gasversorger die Preise um durchschnittlich 6 Prozent.

„Durch den neuen CO2-Preis bezahlen die Haushalte direkt für ihren Verbrauch von fossilen Energieträgern. Da der CO2-Preis Jahr für Jahr weiter angehoben wird, müssen sich Verbraucher mit Gas- und Ölheizungen langfristig auf weiter steigende Heizkosten einstellen“, sagt Thorsten Storck.

Methodik

Verivox hat die verfügbaren veröffentlichungspflichtigen Strom- und Gaspreise der örtlichen Grundversorger in Deutschland ausgewertet. Zwischen Juli und Dezember 2020 galt ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz von 16 Prozent. Die hier angegeben Preise wurden zur besseren Vergleichbarkeit stets mit 19 Prozent Mehrwertsteuer berechnet. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh Strom und 20.000 kWh Gas wurde durch den reduzierten Mehrwertsteuersatz um zusätzlich 29 Euro (Strom 15 Euro, Gas 14 Euro) entlastet. Die Verrechnung findet in der Regel auf der nächsten Jahresrechnung statt.