Studie: Kohleausstieg muss für Klimaziele bis 2030 erfolgen

15.02.2020

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Um die europäischen und globalen Emissionsminderungsziele noch erreichen zu können, muss Deutschland die Kohleverstromung bereits bis 2030 stoppen. Das ist das Kernergebnis einer vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland verfassten Studie. Demnach ist das deutsche Emissionsbudget, welches im Einklang mit den Pariser Klimaschutzzielen steht, andernfalls im Jahre 2040 ausgereizt.

Vergleich: Gesetzentwurf und Empfehlungen der Kohlekommission

Das Institut und der Verband üben Kritik an dem erst kürzlich beschlossenen Gesetzentwurf zum Kohleausstieg, welcher das Ende der Kohle bis spätestens 2038 festschreiben könnte. "Die Berechnungen belegen, dass bei gleichbleibendem Ausbau der Erneuerbaren Energien und dem vorgelegten Abschaltplan für Braun- und Steinkohlekraftwerke die Klimaziele nicht erreicht werden können, wenn nicht gegengesteuert wird", sagt Claudia Kemfert, Abteilungsleiterin Energie, Verkehr, Umwelt beim DIW. Vergleiche man den Gesetzentwurf mit den ursprünglichen Empfehlungen der Kohlekommission, würden hier bis 2040 circa 134 Millionen Tonnen mehr CO2 ausgestoßen.

DIW: Mehr CO2 aus Kohlekraftwerken als anvisiert

Eine schnelle Abschaltung von Steinkohlekraftwerken verringere zwar kurzfristig die Emissionen. Durch das späte Abschalten von schmutzigeren Braunkohlekraftwerken seien sie dann allerdings nach 2030 deutlich höher als anvisiert. Allein durch die Inbetriebnahme des umstrittenen Steinkohlekraftwerks Datteln IV in Nordrhein-Westfalen würden zusätzlich 40 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen - und das trotz der Abschaltungen zusätzlicher Kapazitäten.

Um die europäischen und globalen Emissionsminderungsziele zu halten, braucht es einen Kohleausstieg bis 2030 und einen schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien, so Kemfert. Doch der Deckel für Photovoltaik und die umstrittenen Mindestabstandsregeln für Windenergie würden den notwendigen Ausbau der Erneuerbaren verhindern. Für eine erfolgreiche Energiewende müssten Erneuerbare Energien laut der Studie bis 2030 einen Anteil von 75 Prozent betragen. Dies entspreche einem Zubau von jährlich 9,8 Gigawatt (GW) Photovoltaik und 5,9 GW Wind Onshore.