Handy-Kosten bei Fernreisen genau prüfen

Heidelberg - Innerhalb der EU kann der übliche Handy-Tarif nun ohne Aufpreis genutzt werden. In anderen Ländern drohen jedoch weiter Kostenfallen, wenn der Standardtarif genutzt wird.

Nachrichten / Mobilfunk

Bild: Mit Smartphone im Urlaub Bild: ©Jacob Lund / Adobe Stock / Text: Verivox

Dies zeigt die Analyse der Tarifexperten von Verivox für die beliebtesten Fernreiseziele der Deutschen.

Aus der Türkei Fotos verschicken: bis zu 12 Euro pro Megabyte

Die voreingestellten Roaming-Tarife der Anbieter sind im Regelfall sehr teuer. Das gilt besonders für die Datennutzung: Wer zum Beispiel in der Türkei ohne zusätzliches Datenpaket einfach lossurft, zahlt für 1 Megabyte (MB) bis zu 12 Euro; in Thailand sind es sogar 19 Euro. 1 MB kann bereits mit dem Versand eines einzigen Fotos überschritten sein.

„Verbraucher können mit speziellen Optionen fürs Ausland erheblich sparen,“ sagt Christian Schiele, Bereichsleiter Telekommunikation bei Verivox. „Diese Pakete können beim Anbieter für die Zeit des Urlaubs zusätzlich zum Inlandstarif gebucht werden.“ Es gibt etwa Wochenpakete mit 150 MB für 14,95 Euro (Telekom) oder ein Tagespaket mit 6 MB für 1,99 Euro (O2).

Roamingkosten abhängig von Reiseziel und Anbieter

Verivox hat anhand eines Musterprofils berechnet, welche Roamingkosten bei den drei Netzbetreibern jeweils im voreingestellten Tarif und in der zubuchbaren Auslandsoption anfallen. Der Musterreisende ist 14 Tage in den Ferien und will sich nicht einschränken. Er tätigt zehn Anrufe zu zwei Minuten und wird zehn Mal angerufen. Außerdem überträgt er insgesamt 500 Megabyte Daten. Ausgewertet wurden die Kosten für die Top-5 Reiseziele Türkei, USA, Thailand, Ägypten und die Dominikanische Republik.

 

Das Fazit: Reisende mit diesem Profil würden ohne speziellen Auslandstarif laut Preisliste theoretisch 5.000 bis 9.700 Euro bezahlen – sofern kein Kostendeckel greift. Die Preisdifferenz zwischen Standardtarif und Auslandsoption ist enorm: Bis zu 150-mal mehr werden fällig. Auch unter den Anbietern gibt es Unterschiede. Vodafone liefert unterm Strich die günstigsten Auslandstarife, O2 zeigt sich dagegen beim Standardtarif am verbraucherfreundlichsten. Die Deutsche Telekom bietet ihre Auslandsoption nur fürs Surfen – nicht aber fürs Telefonieren. Die Telefonkosten wurden hier zusätzlich eingerechnet.

Schutz vor unkontrollierten Kosten

  • In den meisten Tarifen sind die Kunden vor hohen Kosten im Ausland geschützt, weil im Regelfall bei einem Betrag von 59,50 Euro die Internetverbindung unterbrochen wird. Der Kunde muss aktiv zustimmen, um weitersurfen zu können. Diese Kostendeckelung gilt jedoch nicht in allen Verträgen – und ohnehin nicht für Telefonate und SMS.
  • Wer die SMS-Benachrichtigungen seines Anbieters liest oder seinen Verbrauch in der App des Anbieters verfolgt, kann Kostenfallen vermeiden. Reisende sollten vor der Abreise ihren Bedarf prüfen und sich über verfügbare Optionen informieren.

Noch günstiger surfen Reisende vielfach mit lokalen Prepaidkarten oder einer international gültigen Prepaidkarte wie etwa der Verivox Reise-SIM. Solche Karten können für viele Reiseländer vorab bestellt werden.

Nachrichten zum Thema

© 2019 – Richtig sparen mit VERIVOX, den Tarifexperten. Das unabhängige Verbraucherportal vergleicht kostenlos Tarife und Produkte in den Bereichen Energie, Telekommunikation, Versicherungen, Finanzen, Fahrzeuge und Immobilien. VERIVOX verwendet größte Sorgfalt auf Vollständigkeit und Richtigkeit der dargestellten Informationen, kann aber keine Gewähr für diese oder die Leistungsfähigkeit der Anbieter übernehmen.