Was mit einem Modellversuch in Niedersachen begann, ist seit Anfang 2011 auch bundesweit möglich: der Führerschein mit 17, auch „Begleitetes Fahren“ genannt. Seither können sich Jugendliche bereits im Alter von 17 Jahren in Begleitung eines mindestens 30 Jahre alten Beifahrers hinters Steuer setzen. Doch Obacht: Die Gültigkeit des Führerscheins mit 17 beschränkt sich ausschließlich auf Deutschland und wird mit Ausnahme Österreichs nicht im Ausland anerkannt.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was soll der Führerschein mit 17 bewirken?
  3. Achtung: Kfz-Versicherungspolice anpassen
  4. Wer kann am begleiteten Fahren teilnehmen?
  5. Wer darf Begleitperson werden?
  6. Endlich 18: Und was nun?
  7. Worauf man noch achten sollte
  8. Verwandte Themen
  9. Weiterführende Links
  10. Kfz-Versicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Fahranfänger mit 17 Jahren verursacht nach der Begleitphase durchschnittlich 28,5 Prozent weniger Unfälle und begeht 22,7 Prozent weniger Verkehrsverstöße.
  • Um am begleiteten Fahren teilzunehmen, muss zunächst die schriftliche Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten eingeholt werden.
  • Die Begleitperson muss zum einen älter sein als 30 Jahre und mindestens fünf Jahre den Führerschein Klasse B besitzen.

Was soll der Führerschein mit 17 bewirken?

Fahranfänger haben ein statistisch höheres Risiko, in einen Unfall verwickelt zu werden. Wer jedoch seinen Führerschein im Rahmen des begleiteten Fahrens erwirbt, verursacht nach der Begleitphase durchschnittlich 28,5 Prozent weniger Unfälle und begeht 22,7 Prozent weniger Verkehrsverstöße.

Das haben die Auswertungen des niedersächsischen Modellversuchs ergeben.

Achtung: Kfz-Versicherungspolice anpassen

Beachten Sie, dass Sie Ihrer Kfz-Versicherung mitteilen, wenn Sie am Begleiteten Fahren ab 17 teilnehmen. Es muss eine Anpassung der Versicherungsleistungen erfolgen, sollten die Jugendlichen beim begleitenden Fahren das Auto der Eltern oder einer Begleitperson nutzen.

Einige Kfz-Versicherer begünstigen in ihren Tarifierungen sogar die Teilnahme am BF17 (zur Übersicht)

Wer kann am begleiteten Fahren teilnehmen?

Um am begleiteten Fahren teilzunehmen, muss zunächst die schriftliche Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten eingeholt werden. Die Ausbildung kann bereits im Alter von 16,5 Jahren beginnen; die theoretische Prüfung darf jedoch erst drei Monate vor dem 17. Geburtstag abgelegt werden, die praktische Prüfung einen Monat vorher.

Prüfungsbescheinigung anstatt Führerschein

Anstelle eines Führerscheins erhält der Prüfling nach bestandener Prüfung eine sogenannte Prüfungsbescheinigung. Da diese ohne Lichtbild erteilt wird, muss der Fahranfänger stets ein gültiges Ausweisdokument mit sich führen. Die Probezeit beträgt wie üblich zwei Jahre.

Wer darf Begleitperson werden?

Die Begleitperson muss verschiedene Anforderungen erfüllen. Sie muss zum einen älter sein als 30 Jahre und mindestens fünf Jahre den Führerschein Klasse B besitzen. Darüber hinaus darf nicht mehr als ein Punkt in Flensburg eingetragen sein.

Die Zahl der Begleitpersonen ist unbegrenzt. Allerdings müssen alle Begleitpersonen auf der amtlichen Prüfungsbescheinigung namentlich eingetragen sein. Eine spontane Begleitfahrt ist also nicht möglich. Begleitpersonen sollten nicht aktiv ins Fahrgeschehen eingreifen, sondern dem Fahranfänger lediglich beratend zur Seite stehen.

Endlich 18: Und was nun?

Wer das 18. Lebensjahr erreicht hat, hat drei Monate Zeit, um die Prüfungsbescheinigung beim zuständigen Straßenverkehrsamt gegen einen vollwertigen EU-Führerschein einzutauschen. Innerhalb der drei Monate kann der Führerscheinneuling übergangsweise weiter mit der Prüfungsbescheinigung fahren - und das auch ohne Begleitung.

Worauf man noch achten sollte

Prinzipiell gilt für Fahranfänger bis 21 Jahre die Null-Promille-Grenze. Begleitpersonen dürfen nicht mehr als 0,5 Promille Alkohol im Blut haben. Wer dagegen verstößt oder gar ohne Begleitperson fährt, muss indes mit einem Bußgeld, Punkten im Verkehrszentralregister, einer Verlängerung der Probezeit, dem verpflichtenden Besuch eines Aufbauseminars oder gar dem Entzug der Fahrerlaubnis rechnen.

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