Autos für Fahranfänger: Diese Modelle eignen sich

Text: Verivox

Der Führerschein ist bestanden, das Geld für das erste Auto liegt auf der Bank. Vermutlich hat der Führerscheinneuling auch schon ein entsprechendes Auto im Hinterkopf oder sich sogar schon festgelegt. Fahranfänger müssen jedoch damit rechnen, dass die Versicherungsprämie höher ausfällt als vielleicht gedacht. Das ist besonders dann der Fall, wenn der Fahrer jünger als 23 Jahre ist und kein begleitetes Fahren absolvierte. So finden Fahranfänger ein günstiges Auto.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vor dem Autokauf sollte die Typklasse für die Haftpflichtversicherung und die Versicherungsprämie ermittelt werden.
  • Der ADAC hat eine Liste empfehlenswerter Autos für Fahranfänger veröffentlicht.
  • Das Alter und die Fahrleistung wirken sich nicht ausschließlich auf die Versicherungsprämie aus.

Wenig PS und viel Alter: kein Garant für niedrige Beiträge

Die Zeiten, in denen Fahranfänger möglichst kleine und ältere Autos nutzten, um die Versicherungsbeiträge niedrig zu halten, sind vorbei. Die Beitragskalkulation basiert heute auf anderen Kriterien.

Eine Faustformel besagt: Je weniger PS ein Fahrzeug hat, um so billiger ist die Kfz-Versicherung. Unstrittig ist, dass ein Fiat Panda bei der Versicherung weniger kostet als ein Porsche 911. Aber diese Vereinfachung der früheren Jahre wurde um andere Sachverhalte angereichert.

Nach wie vor verursachen Fahranfänger relativ gesehen jedoch mehr Unfälle als Personen, die den Führerschein schon länger haben. Das gilt besonders in der Gruppe der 18-Jährigen bis 23-Jährigen. Das begleitete Fahren, der Führerschein mit 17, hat zwar zu einer gewissen Entspannung geführt, aber nach wie vor kracht es in der Altersgruppe unter 23 Jahren häufiger. Im Jahr 2019 verunglückten 9.759 Personen im Alter von 18 Jahren und 9.663 Personen im Alter von 19 Jahren. Bei den 24-Jährigen waren es mit 6.980 dagegen fast schon ein Drittel weniger.

Der Gutachterausschuss der Kfz-Versicherer analysiert, welche Fahrzeugtypen wie häufig als Unfallverursacher auffallen. Junge Menschen fahren selten hochwertige Fahrzeuge. Sie beginnen in der Regel eben mit den erwähnten älteren Modellen mit weniger PS. Aus dieser Kombination ergibt sich eine Konsequenz: Ältere Autos mit wenig PS werden in der Versicherung in einer teureren Typklasse eingestuft. Nicht aufgrund der Autos selbst, sondern aufgrund der Fahrer. Es stellt sich also die Frage, welche Autos für Fahranfänger geeignet sind und im Hinblick auf die Versicherungsprämie nicht das Budget sprengen.

Auf die Haftpflichtklasse achten

Im Jahr 2020 machte sich der ADAC auf die Suche nach günstigen Autos für Fahranfänger. Zur Auswahl kamen jedoch nur gebrauchte Fahrzeuge. Neben anderen legte er auch diese Kriterien zugrunde:

  • Typklasse Haftpflichtversicherung maximal 19
  • Kaufpreis maximal 5.000 Euro
  • Laufleistung unter 150.000 Kilometer
  • Sicherheit
  • Baujahr ab 2000

An dieser Stelle wird deutlich, weshalb der Verivox Kfz-Versicherungsvergleich noch vor dem Autokauf zu Rate gezogen werden sollte. Hier lässt sich schnell feststellen, in welcher Haftpflichtklasse das Auto eingestuft wird und wie hoch die Prämie ausfällt. Die Typklassen (TK) reichen in der Haftpflicht von 10 bis 25. In der Typklasse 10 sind allerdings eher Oldtimer wie der Citroen 2CV oder der BMW Isetta eingestuft, für Anfänger atypische Autos. Zu den neueren Fahrzeugen, die niedrig eingestuft sind, zählt beispielsweise der Nissan 350Z bis zum Baujahr 2008. Dieses Fahrzeug wird in der TK 12 geführt. Unter den neuen Fahrzeugen schneidet der Corsa E in der Typklasse 13 recht günstig ab.

Der ADAC wurde in seinem Test fündig und wählte am Ende zehn Fahrzeuge als besonders geeignet für Fahranfänger aus:

  • Citroen C1
  • Honda Jazz
  • Kia Picanto
  • Mazda 2
  • Mitsubishi Space Star
  • Opel Astra
  • Skoda Fabia
  • Suzuki Swift
  • Toyota Auris
  • Toyota Yaris
  • VW Golf VI

Was in dieser Liste fehlt, sind die Klassiker wie der VW Polo oder der Opel Corsa B, einst die typischen Autos für Fahranfänger. Der Citroen C1 ist in der Typklasse 14 in der Kfz-Haftpflichtversicherung angesiedelt, der Golf VI bereits in der Typklasse 18.

Ein Blick auf die Liste zeigt auch, dass es sich bei den ausgewählten Fahrzeugen um keine hochmotorisierten Modelle handelt. Zum einen macht es Sinn, dass Fahranfänger gar nicht erst in die Versuchung gebracht werden, mit 220 km/h auf der Autobahn unterwegs zu sein. Auf der anderen Seite steht auch die Frage des Spritverbrauchs im Raum.