Wer betrunken am Steuer sitzt, beim Fahren telefoniert, die Geschwindigkeit überschreitet oder eine andere Verkehrssünde begeht, muss mit einem Eintrag ins Fahreignungsregister (FAER) in Flensburg rechnen, das seit dem 1. Mai 2014 das Verkehrszentralregister (VZR) abgelöst hat.

Das Wichtigste in Kürze

  • Verkehrssünder bangen meist um „Punkte in Flensburg“. Mit „Flensburg“ ist das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gemeint, das das Fahreignungsregister verwaltet.
  • Mit Inkrafttreten des neuen Fahreignungs-Bewertungssystems wurde der bisherige Punktestand auf das neue System umgerechnet.
  • Wer sein Punktekonto entlasten will, kann an einem freiwilligen Fahreignungsseminar – ehemals Aufbauseminar – teilnehmen.

Reform: Führerschein weg bei 8 Punkten

Mit der Einführung des Fahreignungsregisters wurde auch das bestehende Punktsystem auf das neue Fahreignungs-Bewertungssystem umgestellt. Das KBA ahndet Verkehrssünden nach einem neuen Punkteschlüssel. Erfasst werden vorrangig die Verstöße, mit denen der Fahrer die Verkehrssicherheit gefährdet. Die wichtigste Neuerung: Bereits mit acht Punkten kann der Führerschein eingezogen werden, nicht wie zuvor bei einem Kontostand von 18 Punkten.

Überführung der Punkte

Mit Inkrafttreten des neuen Fahreignungs-Bewertungssystems wurde der bisherige Punktestand auf das neue System umgerechnet. In die Überführung der Punktestände gingen jedoch nur die Verstöße mit ein, bei denen der Fahrer die Verkehrssicherheit gefährdet hatte. Punktestrafen für Beleidigung im Straßenverkehr oder für die Einfahrt in eine Umweltzone ohne entsprechende Plakette wurden somit ersatzlos gestrichen.

Punktestand abfragen

Wer seinen aktuellen Punktestand abfragen möchte, hat die Möglichkeit, sich im Internet darüber zu informieren. Auf der Webseite des KBA gibt es ein Formular, mit dem der Interessierte eine Auskunft über seinen Kontostand beantragen kann. Besitzer des neuen Personalausweises im Scheckkartenformat mit aktivierter Online-Ausweisfunktion können die Anfrage auch online starten. Die Auskunft selbst erfolgt in jedem Falle schriftlich.

Wofür gibt es Punkte?

Es gibt viele verschiedene Verkehrssünden, die das Punktekonto in Flensburg nach oben treiben. Nach den neuen Regelungen werden weniger Punkte für Verkehrsdelikte verteilt. Verkehrssünden sollen fortan nur noch in drei Kategorien eingeteilt werden. Grobe Verstöße (z. B. mit mehr als 21 km/h als erlaubt innerorts geblitzt) werden dann statt mit ein bis drei alten Punkten mit einem Punkt angemahnt. Besonders schwere Delikte (z. B. außerorts mehr als 41 km/h zu schnell oder Verstoß gegen die 0,5-Promille-Grenze) ziehen zwei Punkte nach sich und nicht mehr drei bis sieben. Für Straftaten mit Entziehung der Fahrerlaubnis oder einer Fahrerlaubnissperre wird die Höchststrafe von drei Punkten fällig.

Tilgungsfristen

Jede Ordnungswidrigkeit verjährt einzeln, wobei sich die Tilgungsfristen unterscheiden. Verstöße wegen „verkehrssicherheitsbeeinträchtigenden Ordnungswidrigkeiten“ (z. B. Handyverstoß) verjähren nach zweieinhalb Jahren, während „besonders verkehrssicherheitsbeeinträchtigende Ordnungswidrigkeiten“ (z. B. Alkoholdelikte) erst nach fünf Jahren getilgt sind. „Straftaten mit Entziehung der Fahrerlaubnis“ ziehen gar eine Tilgungsfrist von zehn Jahren nach sich.

Punkte abbauen mit Hilfe des Fahreignungsseminars

Wer sein Punktekonto entlasten will, kann an einem freiwilligen Fahreignungsseminar – ehemals Aufbauseminar – teilnehmen. Es besteht aus verkehrspädagogischen und -psychologischen Elementen. Bei einem Punktestand von einem bis fünf Punkten kann mit Hilfe eines solchen Seminars ein Punkt abgebaut werden – diese Möglichkeit besteht allerdings nur einmal in fünf Jahren. Keinen Punkt Abzug bringt das Fahreignungsseminar den Teilnehmern, die bereits sechs oder sieben Punkte auf ihrem Konto haben. Alles in allem bleibt es dabei: Die günstigste Methode zum Punkteabbau ist regelgerechtes Fahren.