Das MPU-Gutachten ist für viele Autofahrer das Schlimmste, was ihnen passieren kann. Die medizinisch-psychologische Untersuchung stellt auf jeden Fall für den Betroffenen ein echtes Problem dar.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist das MPU-Gutachten?
  3. Wann wird das MPU-Gutachten angeordnet?
  4. Wer erstellt das MPU-Gutachten?
  5. Wie wird das Gutachten erstellt?
  6. Welche Arten von MPU-Gutachten gibt es?
  7. Was kostet ein MPU-Gutachten
  8. MPU-Gutachten anfechten
  9. Verwandte Themen
  10. Weiterführende Links
  11. Gesetzliche Krankenversicherungen im Vergleich

Das Wichtigste in Kürze

  • Das MPU-Gutachten testiert die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr.
  • Ursache für das Gutachten können gesundheitliche Gründe oder massiv verkehrswidriges Verhalten des Fahrers sein.
  • Die Untersuchung setzt sich aus drei Bausteinen zusammen.
  • Die Kosten variieren je nachdem, ob begleitende Maßnahmen im Vorfeld des Gutachtens notwendig sind.

Was ist das MPU-Gutachten?

Die Untersuchung für das MPU-Gutachten besteht aus drei Teilen:

  • einer medizinischen Untersuchung
  • einem Gespräch mit einem Verkehrspsychologen
  • einem Leistungstest (wie etwa Reaktionszeit)

Ziel des Gutachtens ist es, festzustellen, ob der Fahrer nach bestimmten Maßnahmen, beispielsweise dem Besuch bei den Anonymen Alkoholikern nach einer Fahrt unter Alkoholeinfluss, künftig weiterhin eine Gefahr für den Straßenverkehr darstellt oder nicht. Das Ergebnis der drei Bausteine wird im Gutachten zusammengefasst.

Wann wird das MPU-Gutachten angeordnet?

Das MPU-Gutachten wird erstellt, wenn Verkehrsteilnehmer immer wieder durch Verkehrsverstöße auffallen oder durch einen signifikanten Verstoß. Eine überdurchschnittlich hohe Anzahl von Punkten in Flensburg kann ein Auslöser für die Anordnung einer MPU sein. Als signifikanter Fall eines Verkehrsverstoßes gilt Fahren unter Alkohol oder unter Drogeneinfluss. Bei Fahren unter Alkohol muss der Ersttäter zur MPU, wenn er 1,6 Promille oder mehr Alkohol im Blut hatte oder als Wiederholungstäter mehrfach mit geringeren Mengen positiv getestet wurde.

Neben Fahrverstößen können aber auch medizinische Gründe für die Anforderung eines Gutachtens ausschlaggebend sein. Als medizinische Ursachen kommen unter anderem

  • schwere Diabetes
  • Epilepsie
  • Schizophrenie
  • Manien und schwere Depressionen in akuter Phase
  • mittlere bis schwere Demenz

infrage.

Ein MPU-Gutachten wird auch angefordert, wenn der Fahrer wiederholt durch besonders aggressives Verhalten im Straßenverkehr aufgefallen ist.

Wer erstellt das MPU-Gutachten?

Das MPU-Gutachten kann sich der Betroffene von jeder MPU-Gutachterstelle seiner Wahl ausstellen lassen. Die Krankenversicherungen geben zum Beispiel Hinweise darauf, wo sich am Wohnort Gutachter befinden. Ein Ansprechpartner kann der TÜV sein.

Wie wird das Gutachten erstellt?

Im ersten Schritt untersuchen Mediziner den körperlichen Zustand der Person. Darunter fallen unter anderem

  • Feststellen des Allgemeinzustands
  • Neurologische Untersuchung
  • Anlassbezogene Untersuchungen

Schritt zwei basiert auf labortechnischen Untersuchungen. Dazu zählen

  • Blutentnahme
  • Urinprobe für das Drogenscreening
  • Haaranalyse für den Abstinenznachweis

Im dritten Schritt machen sich die Gutachter im Rahmen persönlicher Gespräche ein Bild von dem zu Untersuchenden. Themen für die psychologische Untersuchung können folgende Fragen sein:

  • Zur Biografie (Familienstand, Lebenslauf)
  • Zum Ereignis selbst:Was ist passiert? Warum? Gab es seitdem Veränderungen? Welche künftigen Vorsätze gibt es?

Welche Arten von MPU-Gutachten gibt es?

Die Gutachter unterscheiden zwischen drei Arten von Gutachten, abhängig vom Ausgang der Untersuchung. Es fasst das Ergebnis der Befragung durch Ärzte, Verkehrspsychologen sowie anderer möglicher im Vorfeld Beteiligter zusammen. Gerade wenn Alkohol im Spiel war, ist die Aussage der Beratungsstelle, bei der eine mögliche Entziehung durchgeführt wurde, entscheidend.

Das positive Gutachten

Ein positives Gutachten ist für den Betroffenen der Idealfall. Er hat beispielsweise ein Jahr bei den Anonymen Alkoholikern teilgenommen und kann nachweisen, dass er in dieser Zeit keinen Tropfen Alkohol zu sich genommen hat. Die Verkehrsbehörde hat das Recht, bis zur Erstellung des Gutachtens den Betroffenen jederzeit einzubestellen und einen Alkoholtest vorzunehmen. Gleiches gilt bei Fahren unter Drogeneinfluss. Das positive Gutachten bescheinigt die künftige Fahrtauglichkeit. Die Zulassungsbehörde stellt nach Vorlage des Gutachtens die Fahrerlaubnis neu aus.

Das negative Gutachten

Konnte der Betroffene nicht schlüssig nachweisen, dass er die notwendigen Schritte eingeleitet hat, dass es nicht wieder zu verkehrsgefährdenden Vorfällen kommt, oder ist das Krankheitsbild soweit fortgeschritten, dass eine Heilung und damit eine erneute Verkehrstauglichkeit ausgeschlossen ist, fällt das Gutachten negativ aus. Eine erneute Ausstellung der Fahrerlaubnis ist nicht möglich.

Wer ein negatives Gutachten erhält, sollte dies nicht bei der Führerscheinstelle vorweisen, sondern schlicht Stillschweigen bewahren. In Fall der Vorlage eines negativen MPU-Gutachtens käme es zu einem Eintrag in das Fahreignungsregister. Sinnvoller ist es, die Untersuchung zu einem späteren Zeitpunkt zu wiederholen, um dann bei positivem Gutachten die Fahrerlaubnis erneut zu beantragen.

Das bedingt geeignete Gutachten

In diesem Fall kommen die Gutachter zu dem Schluss, dass die Fahrtauglichkeit latent vorhanden ist, aber im Vorfeld durch entsprechende Schulungen erst wieder vollständig hergestellt sein muss. Erst wenn diese Kurse erfolgreich absolviert wurden, erhält der Betroffene seinen Führerschein zurück. Das bedingt geeignete Gutachten sollte nach Erstellung und bereits vor Belegung entsprechender Kurse der Führerscheinstelle vorgelegt werden.

Was kostet ein MPU-Gutachten

Die Kosten für das Gutachten zur Wiedererlangung des Führerscheins liegen im vierstelligen Bereich. Sind regelmäßige Sitzungen mit einem Psychologen angeordnet, muss der Betroffene diese aus eigener Tasche bezahlen.

Die reinen MPU-Kosten belaufen sich auf rund 450 Euro. Dazu kommen allerdings noch mögliche Aufwendungen für Beratungen und weitergehende Untersuchungen, so dass sich die Kosten auf 1.500 Euro addieren. Nicht berücksichtigt sind die Kosten für Therapien oder Entzugsmaßnahmen.

MPU-Gutachten anfechten

Ein negatives oder bedingtes MPU-Gutachten kann einen Menschen die Existenz kosten, auch wenn er am Ende selbst dafür verantwortlich ist. Der Versuch, das Gutachten vor Gericht anzufechten, hat jedoch wenig Erfolgsaussichten. Zwar kann die Dienstleistung des Gutachters infrage gestellt werden, ähnlich der eines Handwerkers. Das Ergebnis selbst bleibt jedoch in der Regel bestehen.

Die Beweispflicht liegt beim Kläger. Er müsste anhand von Ton- oder Videoaufnahmen belegen können, dass der Gutachter die Aussagen bewusst unrichtig interpretiert hat. Ein Anspruch auf eine Aufzeichnung von Beginn an besteht nicht. Das Thema muss vorher angesprochen werden.

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