ADAC-Test zeigt Gefahr ungesicherter Hunde im Auto

08.08.2020 | 05:00

Bildquelle: ©ADAC / Text: Verivox

Den Hund im Auto neben sich, mit flatternden Ohren im Wind: Das sieht lustig aus, ist aber höchst gefährlich. Im Falle eines plötzlichen Brems- oder Ausweichmanövers und bei Unfällen drohen massive Verletzungsgefahren für Mensch und Tier. Das hat der ADAC in Testfahrten mit Hunde-Dummies gezeigt.

Bei verschiedenen Versuchsfahrten auf einem ADAC-Testgelände mit einem - ungesicherten - Hunde-Dummy zeigte sich, dass die Risiken an jedem Platz im Fahrzeug groß sind: auf dem Beifahrersitz, auf dem Rücksitz, am Boden sowie im Kofferraum stellt der Vierbeiner eine echte Gefahr da.

Auf dem Beifahrersitz platziert droht ein Hund bei einem Ausweichmanöver vom Beifahrersitz auf den Schoß des Fahrers zu fliegen und sich mit dem Kopf zwischen Lenkrad und dem Oberschenkel des Fahrers zu verkeilen - mit der Folge, dass das Auto unkontrollierbar wird. Dies zeigte der ADAC-Test. Im realen Straßenverkehr kann dies einen schweren Unfall verursachen.

Ein ungesicherter Hund auf der Rücksitzbank gefährdet dagegen das Tier selbst erheblich, weil dieses bei einem plötzlichen Ausweichmanöver gegen beiden Türen schlägt. Auch das passierte während der ADAC-Versuchsfahrten mit Hunde-Dummy.

Liegt der Hund ungesichert auf der Ladefläche im Kofferraum, ist zwar das Verletzungsrisiko für die Insassen geringer, weil der Hund in der Regel durch die Rücksitzlehne zurückgehalten wird. Allerdings wird auch hier dem Vierbeiner Schaden zugefügt, wenn er bei einem plötzlichen Ausweich- oder Bremsmanöver an die Seitenwände oder die Rückenlehne knallt.

Auch für die Rettung und Bergung nach einem Unfall ist die Sicherung des Tiers entscheidend: Ein verletzter Hund kann kann Ersthelfern gegenüber aggressiv werden, warnt der ADAC.

Hunde müssen im Auto richtig gesichert werden

Damit Mensch und Hund einen Unfall unversehrt überstehen, ist die richtige Sicherung das A und O. Laut ADAC sind Autogeschirre die Grundvoraussetzung für den sicheren Transport. Boxen für den Kofferraum sind jedoch die bessere Lösung. Wichtig ist, dass das Größenverhältnis zwischen Box und Hund stimmt und dass die Box mit Spanngurten an den Verzurrösen befestigt wird. Viele Hundebesitzer wählen eine größere Box, um ihrem Vierbeiner mehr Bewegungsfreiheit zu bieten. Dies kann jedoch dazu führen, dass das Tier in der Box herumgeschleudert und dadurch verletzt wird.

Besonders für kleine Hunde sind spezielle Körbchen eine gute Lösung. Das Körbchen wird mit einem Fahrzeuggurt auf der Rücksitzbank befestigt. Wichtig ist allerdings, dass ein zusätzliches Sicherungssystem genutzt wird, etwa ein stabiler Brustgurt für den Hund. Noch sicherer ist die Unterbringung in einer entsprechenden Box hinter dem Beifahrersitz.