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Glasfaser vs. Kabel: Stromverbrauch von FTTH bis zu achtmal geringer

06.05.2022 | 12:06

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

In Zeiten steigender Energiepreise gewinnen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz in allen Bereichen an Bedeutung. Das gilt auch für die Digitalisierung. Wie sieht der Stromverbrauch bei der digitalen Infrastruktur aus? Im Auftrag des Bundesverbands Breitbandkommunikation (BREKO) hat Prof. Dr.-Ing. Kristof Obermann von der Technischen Hochschule Mittelhessen die Nachhaltigkeit verschiedener Internet-Zugangstechnologien untersucht. Die Ergebnisse des Gutachtens zeigen deutliche Unterschiede zwischen Netzen für Glasfaser (FTTH/B), VDSL und Kabel-TV.

Glasfasernetze bis in die Wohnung sparen Strom

Laut der Analyse sind echte Glasfasernetze bis in die Wohnung (FTTH) die energiesparendste digitale Infrastruktur. FTTH-Technologien seien in jedem untersuchten Szenario, also sowohl deutschlandweit sowie in städtischen, halbstädtischen und ländlichen Gebieten, die nachhaltigsten Internet-Zugangswege.

FTTH-Netze brauchen laut der Studie im laufenden Betrieb bis zu 2,6-Mal weniger Strom als Glasfasernetze bis ins Gebäude (FTTB). Im Vergleich mit kupferbasierten Vectoring- bzw. Super-Vectoring-Netzen (FTTC) in Form von VDSL-Zugängen verbrauchen FTTH-Netze bis zu dreimal weniger Strom. Noch drastischer fällt die Ersparnis gegenüber TV-Kabelnetzen bei der Variante DOCSIS 3.1 aus: Es werde bis zu sechsmal weniger Strom verbraucht.

FTTH-Netze mit Gigabit-Speed deutlich energieeffizienter als FTTB und TV-Kabelnetze

Bei einem Internetanschluss mit einer Bandbreite von 1 Gbit/s können FTTH-Netze noch stärker punkten. Gigabitfähige TV-Kabelnetze verbrauchen bis zu achtmal mehr Strom als FTTH-Netze. Bei FTTB-Netzen liegt der Stromverbrauch noch 3,6-Mal höher als bei FTTH.

Für das Gutachten wurde auch der Stromverbrauch bei einer flächendeckenden Versorgung mit den jeweiligen Zugangstechnologien berechnet. FTTH-Glasfasernetze würden auf einen Stromverbrauch von 154 Megawatt kommen. Der Energieverbrauch bei FTTC-Netzen liege in dem Szenario bei 350 Megawatt, bei TV-Kabelnetzen würde dieser sogar 650 Megawatt betragen. Bei einem flächendeckenden FTTH-Ausbau in Deutschland könnten gegenüber TV-Kabelnetzen 496 Megawatt eingespart werden. Zur Einordnung: Das sei mehr als 50 Prozent der Leistung des Braunkohlekraftwerks Schkopau in Sachsen-Anhalt. Würde zudem auch Hardware wie Router optimiert, sei eine weitere Senkung des Stromverbrauchs möglich.

Glasfaser benötigt deutlich weniger Strom als 5G

Eine andere Studie, von Eoptimo aus Dänemark, hat den Energieverbrauch von Glasfaser mit dem Mobilfunkstandard 5G verglichen. Betrachtet wurde jeweils eine 1 Gbit/-Internetverbindung. Auch bei diesem Vergleich liege Glasfaser klar vorne bei der Energieeffizienz. Bei der Glasfaserverbindung (FTTH) sei 85 Watt Strom verbraucht worden, bei der 5G-Verbindung dagegen 1.157,7 Watt. 5G verbrauchte 13-Mal mehr Energie als FTTH.

Der Verband BREKO verweist auf die Zukunftsfähigkeit von Glasfaser. Als einzige Technologie könne Glasfaser gleich hohe Bandbreiten im Download und Upload anbieten. Zudem ließen sich nahezu unbegrenzte Gigabit-Geschwindigkeiten realisieren. Glasfaserkabel seien auch weniger störanfällig als Kupferkabel.