Vermögen von West- und Ostdeutschen klafft weit auseinander

02.10.2020 | 04:06

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Auch 30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung gibt es große Vermögensunterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag der Wochenzeitung «Die Zeit».

Nettovermögen der Westdeutschen mehr als doppelt so hoch

Während Westdeutsche, die im Westen geblieben sind, über ein Haushalts-Nettovermögen von rund 250 000 Euro verfügen, liegt dieser Wert für ostdeutsche Haushalte bei etwa 105 000 Euro. Das Haushalts-Nettovermögen bezieht sich auf das Vermögen pro Haushalt nach Abzug von Verbindlichkeiten wie Krediten.

Auch durch einen Umzug in die alten Bundesländer konnten sich Ostdeutsche bislang nicht wesentlich verbessern. Das zeige, «dass das Aufholen eine Mehr-Generationen-Frage ist», sagte Markus Grabka, Einkommens- und Vermögensforscher am DIW.

Ostdeutsche profitieren von einem Umzug

Dennoch zeige die Studie, dass Ostdeutsche, die inzwischen im Westen leben, von ihrem Umzug größtenteils wirtschaftlich profitieren. Sie verfügen über ein durchschnittliches Netto-Haushaltseinkommen in Höhe von 1873 Euro. Ostdeutsche, die im Osten geblieben sind, haben dagegen nur ein Netto-Haushaltseinkommen von 1556 Euro. Das DIW definierte das Netto-Haushaltseinkommen als Summe aller Einkommen eines Haushalts nach Abzug staatlicher Abgaben.

Nach 1990 waren vier Millionen Ostdeutsche in die alten Bundesländer gezogen, im Gegenzug aber auch mehr als zwei Millionen Westdeutsche in den Osten.