Ist die Wohngebäudeversicherung auf Mieter umlegbar?

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Die Wohngebäudeversicherung zählt zu den umlagefähigen Nebenkosten. Der Vermieter kann die Wohngebäudeversicherung auf den Mieter umlegen. Auch wenn Mieter so kostengünstig wie möglich wohnen wollen und Umlagen die Miete erhöhen, ist die Wohngebäudeversicherung auch im Sinne des Mieters. Worauf müssen Mieter und Vermieter bei der Wohngebäudeversicherung achten?

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Wohngebäudeversicherung dient dem Mieter und ist damit umlagefähig.
  • Der Mieter hat das Recht auf Einsichtnahme in den Vertrag.
  • Der Vermieter muss bei Abschluss darauf achten, dass der Preis für den Versicherungsschutz marktgerecht ist.
  • Die umlagefähigen Nebenkosten sind in Paragraf 2, Betriebskostenverordnung aufgeführt.

Was ist in der Wohngebäudeversicherung enthalten?

Die Wohngebäudeversicherung kommt für Schäden am Haus auf, die durch

  • Feuer
  • Leitungswasser
  • Sturm / Hagel / Blitz
  • Elementarschäden, wenn zusätzlich versichert,

auftreten. Viele Mieter stellen sich die Frage, weshalb sie für den Versicherungsschutz eines Hauses bezahlen sollen, das einem anderen gehört. Dass die Kosten für Wasser und Müll von ihnen zu tragen sind, leuchtet ein. Laut Paragraf 2 Betriebskostenverordnung (BetrKV), Absatz 13 fallen unter die Betriebskosten ebenfalls „die Kosten der Sach- und Haftpflichtversicherung, hierzu gehören namentlich die Kosten der Versicherung des Gebäudes gegen Feuer-, Sturm-, Wasser- sowie sonstige Elementarschäden, der Glasversicherung, der Haftpflichtversicherung für das Gebäude, den Öltank und den Aufzug;“

Die Wohngebäudeversicherung bei einem Mietshaus dient dem Vorteil der Vermieter. Deckt ein Sturm das Dach ab, ist durch die Versicherung sichergestellt, dass der Vermieter den Schaden schnellstmöglich beheben lassen kann. Sind durch eine Überschwemmung die Keller nass, übernimmt die Wohngebäudeversicherung die Kosten für die Trockenlegung. Der Keller kann zeitnah wieder genutzt werden.

Nicht jeder Vermieter hat das Geld auf dem Sparbuch liegen, um sofort die Reparaturkosten zu übernehmen. Kreditverhandlungen können sich hinziehen. Vor diesem Hintergrund profitieren am Ende die Mieter von der Wohngebäudeversicherung.

Wichtig: Nicht versichert ist das persönliche Eigentum des Mieters. Dafür kommt die Hausratversicherung auf. Es gibt allerdings eine Ausnahme. Hat der Mieter Gegenstände, wie einen Einbauschrank, fest mit dem Gebäude verbunden, trägt die Wohngebäudeversicherung im Schadensfall auch dafür die Kosten.

Worauf muss der Vermieter bei einer Wohngebäudeversicherung achten?

Der Vermieter ist angehalten, bei der Auswahl der Versicherung auf ein ausgeglichenes Preis-Leistungs-Verhältnis zu achten. Das heißt nicht, dass er den billigsten Anbieter wählen muss. Es heißt aber, dass die Prämie im Marktvergleich nicht völlig überteuert sein darf.

Mieter haben das Recht, den Versicherungsvertrag einzusehen. Sind sie der Ansicht, dass der gewählte Tarif zu teuer ausfällt, haben sie ab Eingang der Umlagenabrechnung zwölf Monate Zeit, dagegen Einspruch zu erheben.

Für den Vermieter gelten enge Grenzen, welche Versicherungen er auf die Mieter umlegen darf. So hat der Bundesgerichtshof (BGH) geurteilt, dass diese „dem Schutz des Gebäudes, seiner Bewohner und Besucher dienen“ müssen.

Anders verhält es sich beispielsweise bei einer Mietausfallversicherung oder einer Vermieterrechtschutz. Da von diesen Policen nur der Vermieter profitiert, ist eine Umlage auf die Mieter nicht zulässig.

Aber auch hier gibt es wieder eine Ausnahme. Ist die Mietausfallversicherung fester Bestandteil der Wohngebäudeversicherung, kann der Vermieter die Prämie in voller Höhe auf die Mieter umlegen.

Welche Kosten sind umlagefähig?

Diese Frage führt nicht nur im Zusammenhang mit der Wohngebäudeversicherung immer wieder zu Konflikten zwischen Mieter und Vermieter. Zunächst einmal gilt, dass nur die Ausgaben umlagefähig sind, die explizit im Mietvertrag genannt wurden. Es genügt allerdings der Verweis auf die gesetzliche Betriebskostenverordnung. Listet der Vermieter die Positionen einzeln auf und hat eine Position vergessen, kann er dies nicht rückwirkend wieder ändern. Der Gesetzgeber hat die umlagefähigen Nebenkosten in Paragraf 2 BetrKV klar vorgegeben.

Nicht umlagefähig sind die Kosten, die der Vermieter für

  • Reparatur
  • Sanierung
  • Verwaltung
  • Porto
  • Bankgebühren
  • Versicherungen zum Schutz vor Auseinandersetzungen mit dem Mieter

aufwenden muss. Sind jedoch Reparaturmaßnahmen notwendig, weil ein Mieter einen Teil der Mietsache beschädigt hat, muss der Mieter alleine dafür aufkommen.