Mehrkern-Prozessor

Seit einigen Jahren hat der Mehrkernprozessor die einzelne CPU (Central Processing Unit) im Mobilfunkgerät abgelöst und sich erfolgreich auf dem Markt der Handy-Hardware etabliert. Von Dual-Core zu Quad-Core und Achtkern-Prozessor – Beim Kauf kann man zwischen zahlreichen Varianten, Anzahl der Kerne und Leistungsmerkmalen wie Taktung wählen. Bei der zuletzt rasanten Entwicklung können Verbraucher rund um Intel, Qualcomm, SoC und ARM big.LITTLE jedoch schnell den Überblick verlieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Smartphone bilden Arbeitsspeicher (RAM) und Prozessor das Rückgrat der Hardware.
  • Durch die steigende Verwendung von Prozessor-Kernen und erhöhte Taktung wird der Stromverbrauch des Akkus stärker belastet.
  • Für Smartphone-Nutzer, die nicht auf höchste Leistung verzichten wollen, macht ein Mehrkernprozessor jenseits von Quad-Core durchaus Sinn.

Mehrkern-Prozessor ermöglicht zusätzliche Funktionen

Im Smartphone bilden, wie auch beim PC, Arbeitsspeicher (RAM) und Prozessor das Rückgrat der Hardware. Diese beiden Komponenten sind damit hauptverantwortlich für den reibungslosen Betrieb des Mobilfunkgeräts und dafür, dass Programme und Anwendungen geladen und ausgeführt werden. Heute kann ein modernes Mobilfunkgerät schon lange nicht mehr nur telefonieren, sondern wird auch für Spiele und Multimedia-Inhalte genutzt. Viele Funktionen wie beispielsweise Bluetooth, LTE, WLAN oder die Steuerung der Grafikeinheit übernimmt dabei ein sogenanntes SoC (System on a Chip). Aufgrund der immer aufwendiger werdenden Gestaltung der Anwendungen und der oftmals parallelen Ausführung der Programme wird eine erhöhte Rechenleistung mehrerer Prozessorkerne benötigt. Dieser Entwicklung Rechnung tragend steigt seit Jahren die Leistung und Anzahl von in Smartphones verbauten Mehrkern-Prozessoren.

Energiehaushalt schränkt Mehrkernprozessoren ein

Daher befinden sich Hersteller folglich in einer Zwickmühle: Zum einen möchten sie den Verbrauchern zusätzliche Rechenleistung durch einen Mehrkernprozessor ermöglichen, zum anderen unterliegen sie einem strengen Energie-Diktat. Durch die steigende Verwendung von Prozessor-Kernen und erhöhte Taktung werden diese zunehmend stromhungrig und schmälern den ohnehin dünnen Energiehaushalt des Akkus. Um Höchstleistung und Ausdauer zu kombinieren, existieren Ansätze, die einen Acht-Kern-Prozessor (Octo-Core) beinhalten. In dem von ARM big.LITTLE genannten Prinzip sorgen zwei Mehrkernprozessoren für die jeweiligen Betriebs-Szenarien: Ein niedrig getakteter, energieeffizienter Quad-Core-Prozessor kümmert sich um den Standard-Betrieb des Smartphones, während sich ein sehr potenter, stromhungriger Quad-Core nur zuschaltet, wenn es erforderlich wird.

Macht ein Mehrkern-Prozessor im Smartphone Sinn?

Ob man sich zum jeweiligen Zeitpunkt die Performance-Benchmark in Sachen Hardware – und damit auch einen Mehrkernprozessor neuesten Standes – kauft, sollte nach dem eigenen Nutzen und dem preislichen Rahmen bewertet werden. Gerade für den durchschnittlichen Gebrauch würde sich der Mehrpreis nicht lohnen und die zusätzliche Prozessor-Leistung mit einer verkürzten Akku-Laufzeit einhergehen. Da es heute aber schon für wenige hundert Euro Smartphones mit Dual-Core oder Quad-Core-Prozessor im Angebot gibt, kann man ohne Weiteres zu günstigen Konditionen mehr als ausreichende Performance erstehen. Bei einem Smartphone mit fest verbautem Akku ist es außerdem sinnvoll, das SoC auf ihre Energiebilanz zu prüfen, da mit fortschreitendem Gebrauch Akkus an Leistung verlieren und ein Akku-Tausch in der Folge mit einem erhöhten Aufwand verbunden ist.

Mehrkern-Prozessor für Highend-Rechenleistung

Für Smartphone-Nutzer, die auch unterwegs nicht auf höchste Leistung verzichten wollen, macht ein Mehrkernprozessor jenseits von Quad-Core durchaus Sinn. Durch das Hinzuschalten von Hochleistungs-Prozessoren können aufwendige Aufgaben auch parallel zur anderen Programmen erledigt werden. Vor dem Hintergrund, dass ein Großteil der Verbraucher heute schon das Handy auch für Spiele nutzt und diese in Bezug auf grafische Darstellung immer mehr zum PC aufschließen, muss in Mobilfunkgeräten ein entsprechender Mehrkernprozessor verbaut sein. Wer Wert auf ein zusätzliches Maß auf Prozessor-Leistung legt, sollte sich über 64-Bit-Systeme informieren, welche durch zusätzlich nutzbares RAM ein Vielfaches an Informationen im gleichen Zeitraum verarbeiten können.