Bluetooth

Unter Bluetooth versteht man einen Funkstandard, der in den 1990er Jahren von mehreren Unternehmen initiiert wurde. Anlass für die Entwicklung dieser Technik war der Wunsch, eine kabellose Alternative für die Verbindung von Mobiltelefonen und Computern sowie dem jeweiligen Zubehör zu schaffen.

Kabellose Entwicklung

Bereits Ende der 1980er Jahre gab es verschiedene Versuche, des Kabelgewirrs rund um einen Computer beispielsweise durch Funktastaturen, Drucker mit Infrarotschnittstelle und ähnlichem Herr zu werden. Hoher Stromverbrauch, gegenseitige Störungen, aber vor allem die fehlenden Standards machten die Bemühungen jedoch zunichte. Man wollte es trotzdem noch einmal mit der Infrarottechnik versuchen, die als sehr geeignet galt. So fanden im August 1993 etwa 30 Unternehmen (darunter unter anderen HP, IBM, Digital) zusammen, um ein herstellerübergreifendes Protokoll zu entwickeln. Das Ziel der frisch gegründeten Infrared Data Association (IrDA) war es, ein einheitliches Protokoll für die Datenübertragung per Infrarot zu schaffen.

Zusammenschluss zur Bluetooth Special Interest Group (SIG)

Der Nachteil der Infrarottechnik war jedoch, dass Sender und Empfänger in Sichtweite sein mussten. Die Infrared Data Association beauftragte daher 1994 die Firma Ericsson, einen funkbasierten Ersatz für Kabelverbindungen zu finden. 1998 gründeten Ericsson, Nokia, IBM, Toshiba und Intel dann die Bluetooth Special Interest Group (SIG) mit dem Ziel, einen Standard auszuarbeiten, der verbindliche Spezifikationen festlegt. Nach mehreren fehlerbehafteten Vorversionen wurde im Februar 2001 der Standard in der Version SIG 1.1 vorgelegt, der als erste solide Basis für marktgerechte Produkte bezeichnet werden kann.

Bluetooth - die Funkvernetzung

Mithilfe von Bluetooth können Geräte im Nahbereich (bis zu zehn Metern) durch Mauern und Wände vernetzt werden. Aber nicht nur Computer und sein Zubehör wie Drucker, Maus oder Tastatur, sondern auch Handys, PDAs, GPS-Empfänger, Funkzugangspunkte, Haushaltsgeräte und Autos können mit der Bluetooth-Technologie ausgestattet werden. Wegen der unterschiedlichen Anwendungszwecke hat die SIG Nutzungsprofile kreiert, wobei die Profile als Nahtstelle zwischen den Anwendungen und der Bluetooth-Hardware fungieren. So gibt es beispielsweise Profile für den Zugriff auf die SIM-Karte eines Handys, für den Aufbau von Netzwerken oder auch für Faxdienste. Die Kommunikation via Bluetooth beginnt mit der Identifizierung der Geräte, die miteinander in Kontakt treten wollen. Diese Identifizierung basiert auf dem Austausch der eindeutigen 48 Bit langen Bluetooth-Adresse.

Bluetooth unterstützt sowohl die synchrone Datenübertragung (beispielsweise bei Sprachanwendungen) als auch die asynchrone Übertragung (im symmetrischen und asymmetrischen Modus), wobei sich die Datenbreite auf 1 MBit pro Sekunde beläuft. Die Bluetooth-Technologie nutzt das lizenzfreie ISM-Band (Industrial, Scientific, Medical) bei 2,4 GHz, aber auch DECT-Telefone (Digital Enhanced Cordless Telecommunication), Mikrowellenherde sowie W-LAN nach 802.11b/g.

Namensgebung

Bei der Namensgebung für diese Technologie stand der dänische Wikingerkönig Harald Blauzahn Pate. Dieser lebte im 10. Jahrhundert und war für seine Kommunikationsfähigkeit bekannt. Und da bei der Entwicklung der Funk-Technik maßgeblich die skandinavische Firma Ericsson beteiligt war, wählte sie seinen Namen und übersetzte ihn einfach ins Englische.

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