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Lastprofil

Das Lastprofil gibt den Strom- oder Gasverbrauch in einem bestimmten zeitlichen Abschnitt an. Man unterscheidet zwischen Standardlastprofilen für Haushaltskunden und gemessenen Lastprofilen für Großabnehmer wie Gewerbetreibende.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist ein Lastgang?
  3. Was ist ein Stromlastgang?
  4. Standardlastprofile
  5. Gemessenes Lastprofil
  6. Grund-, Spitzen- und Mittellast
  7. Kuriose Stromspitzen
  8. Strom und Gas für Unternehmen
  9. Gewerbestrompreise vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Strom- oder Gasverbrauch in einem bestimmten zeitliche Abschnitt werden als Lastprofil bemessen.
  • Bei Großabnehmern (ab 100.000 kWh im Jahr) werden die tatsächlichen Lastgänge mit einem Lastgangzähler gemessen.
  • Zu unterschiedlichen Ereignissen werden sogenannte Stromspitzen gemessen, etwa zu großen Gesellschafts- oder Sportereignissen.

Was ist ein Lastgang?

Ein Lastgang ist eine detaillierte Auflistung Ihres jährlichen Leistungsbezugs. Hier werden die stündlich gemessenen kW-Werte festgehalten, die über das Modem oder die Telefondose an den Gasversorger weitergeleitet wurden. Auf der Basis eines solchen Lastgangs können die Gasanbieter genau angepasste Angebote erstellen. Einen Lastgang können Sie kostenfrei bei Ihrem Gasversorger anfordern.

Ein Lastgang ist bei einer Anfrage über Verivox erst ab einen Jahresverbrauch von 2 GWh notwendig. Der Lastgang wird in Form einer Excel Tabelle (.xls oder .csv) benötigt.

Nachdem wir Ihre Daten anonymisiert an unsere Kooperationspartner weitergeleitet haben, bekommen wir nach spätestens sechs Werktagen die fertigen Angebote überstellt. Diese Angebote leiten wir umgehend an Sie weiter.

Natürlich können wir Ihnen auch in kürzeren Zeiträumen Angebote zur Gaslieferung unterbreiten, allerdings können wir dann nicht die volle Bandbreite unser Partner abfragen, was zu weniger attraktiven Angeboten führen kann.

Was ist ein Stromlastgang?

Ein Stromlastgang ist eine detaillierte Auflistung Ihres jährlichen Leistungsbezugs. Hier werden die viertelstündlich gemessenen kW-Werte festgehalten, die über das Modem oder die Telefondose an den Stromversorger weitergeleitet wurden. Auf der Basis eines solchen Lastgangs können die Stromanbieter genau angepasste Angebote erstellen. Einen Stromlastgang können Sie kostenfrei bei Ihrem Stromversorger anfordern.

Ein Stromlastgang ist bei einer Anfrage über Verivox erst ab einen Jahresverbrauch von 100.000 kWh notwendig. Der Stromlastgang wird in Form einer Excel Tabelle (.xls oder .csv) benötigt. Diese umfasst rund 35.000 Zeilen.

Standardlastprofile

Ein Einfamilienhaus verbraucht im Jahr ungefähr 30.000 kWh Gas und 4.000 kWh Strom – allerdings wird die Energie nicht gleichmäßig verbraucht: Beispielsweise wird im Winter die Heizung mit Gas befeuert, im Sommer nicht. Am Morgen wird geduscht, Kaffee gekocht und noch schnell eine Waschmaschine angestellt, aber tagsüber sind die Bewohner bei der Arbeit, in der Schule oder im Kindergarten – dann wird also keine Energie verbraucht. Wenn am Abend wieder Leben ins Haus kommt, steigt auch der Strom- und Gasverbrauch, da das Abendessen gekocht wird und der Fernseher oder die Stereoanlage für Unterhaltung sorgen.

Um diesen zeitlich schwankenden Energieverbrauch eines Haushalts darzustellen, gibt es Standardlastprofile. Bei diesen wird das zeitliche Verbrauchsverhalten eines typischen Endverbrauchers zugrunde gelegt. Dabei wird unter anderem zwischen Wochentagen, Samstagen und Sonntagen sowie zwischen drei saisonalen Bereichen unterschieden.

Gemessenes Lastprofil

Anders sieht dies bei einem Großabnehmer aus, beispielsweise einer Bäckerei. Diese hat beispielsweise einen Jahresverbrauch von rund 150.000 kWh pro Jahr, wobei auch hier der Verbrauch je nach Tageszeit, Wochentag oder Jahreszeit variiert. Wenn der Bäcker morgens um vier seine Brötchen in den Ofen schiebt, erreicht er seine Spitzenlast. Hier verbraucht er natürlich wesentlich mehr als am Nachmittag, wenn nicht mehr neu gebacken, sondern nur noch verkauft wird.

Für solche Großabnehmer (ab einem jährlichen Verbrauch von 100.000 kWh) werden die tatsächlichen Lastgänge gemessen. In diesen Fällen spricht man vom gemessenen Lastprofil. Dafür wird ein Lastgangzähler eingesetzt, der alle fünfzehn Minuten die Auslastung misst. Die Daten dieser Messung werden einmal täglich per Schnittstelle ausgelesen.

Grund-, Spitzen- und Mittellast

Dass zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich viel Energie verbraucht wird, muss auch bei der Energieerzeugung in den Kraftwerken berücksichtigt werden. Zum einen muss die Energie, die in den Kraftwerken erzeugt und in die Netze eingespeist wird, zu jeder Zeit den Bedarf decken, andererseits sollte aber nicht zu viel Energie erzeugt werden, da diese nur unter hohen Verlusten gespeichert werden kann. Deshalb unterscheidet man im Kraftwerksmanagement zwischen Grund-, Spitzen- und Mittellast.

Die Grundlast gibt an, wie viel Strom rund um die Uhr mindestens verbraucht wird. Dieser Grundbedarf wird durch die Grundlastkraftwerke gedeckt. Sie werden möglichst ununterbrochen und möglichst nah an der Volllastgrenze betrieben. Das sind beispielsweise Kernkraftwerke und Braunkohlekraftwerke. Wird die Grundlast überschritten, setzt man Mittel- und Spitzenlastkraftwerke ein. Diese sollen den starken Anstieg der nachgefragten Leistung in den Bedarfsspitzen auffangen. Dazu müssen innerhalb kürzester Zeit hohe Leistungen zur Verfügung gestellt werden. Dies ermöglichen unter anderem Pumpspeicher- und Druckluftspeicherkraftwerke sowie moderne Gasturbinenkraftwerke.

Kuriose Stromspitzen

Wenn ein Spitzenlastkraftwerk ans Netz muss, wird ganz besonders viel Energie nachgefragt. Dies kann die unterschiedlichsten Gründe haben, wie der britische Netzbetreiber Royal Grid feststellte: Bei der königlichen Hochzeit von Prinz Charles und Lady Diana 1989 wurde eine Stromspitze von 1800 Megawatt verzeichnet. Bei dem legendären Halbfinal-Spiel zwischen England und Deutschland bei der Fußballweltmeisterschaft von 1990 wurde eine Rekord-Stromspitze von 2800 Megawatt gemessen.

Und so hört man jedes Jahr zur Weihnachtszeit auch wieder von der „Gänsebraten-Spitze“: Am Vormittag des 1. Weihnachtsfeiertages wird regelmäßig der höchste Stromverbrauch des Jahres verzeichnet. Zwischen 9:00 und 11:30 Uhr, wenn die zahllosen Gänsebraten in den Ofen geschoben werden, steigt der bundesweite Stromverbrauch schlagartig um 30 Prozent über den Durchschnitt.

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