Wenn die DSL-Leitung lahmt

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"Ich habe DSL 16.000, aber bei mir kommen nur 10.000 Kilobit raus" - über solche und ähnliche Probleme wird immer wieder in Diskussionsforen berichtet. Zwar versprechen die Netzbetreiber in der Werbung das schnelle Internet, doch in welchem Tempo die Bits und Bytes dann tatsächlich aus der Leitung kommen, können sie kaum sagen. Schließlich fällt die tatsächlich erreichte DSL-Leistung von Ort zu Ort sehr unterschiedlich aus.

Verträge garantieren keine feste Übertragungsrate

Die angegebene Bandbreite ist ein Maximalwert, der unter Idealbedingungen erreichbar ist, in der Realität aber kaum vorkommt. Auf Fragen von Kunden erklären Anbieter wie die Deutsche Telekom, dass der Vertrag keine feste Datenübertragungsrate garantiere. Vielmehr handle es sich bei der in Aussicht gestellten Leistung um einen "Datenratenkorridor". Dieser beginnt knapp über dem Ende der darunter liegenden tariflichen Bandbreite - bei VDSL 25 reicht der Korridor also von 16 001 bis 25 000 Kilobit pro Sekunde.

Auskunft zur Internetgeschwindigkeit als Rechtsanspruch

Die Transparenzverordnung von Dezember 2016 spricht Verbrauchern einen Rechtsanspruch auf Auskunft über die geleisteten Übertragungsraten zu. Kunden sollen sich ohne Aufwand darüber informieren können, welche Datenübertragungsrate im Vertrag vereinbart ist und welche Leistung tatsächlich erbracht wird. Die Anbieter sind damit auch verpflichtet, die Verbraucher auf Prüfungsmöglichkeiten wie das Messangebot der Bundesnetzagentur hinzuweisen.

Entfernung zum Verteiler entscheidend

Eine entscheidende Rolle für die Qualität der Verbindung hat die Entfernung zum nächsten Knoten der Anschlussleitung. Dieser DSL-Verteiler - auf englisch "Digital Subscriber Line Access Multiplexer" (DSLAM) - ist das Gegenstück zum DSL-Modem in der Wohnung. Je kürzer die Kupferleitung zwischen beiden Geräten, desto höher ist die erreichbare Übertragungsgeschwindigkeit. Diese kann aber auch je nach Tageszeit unterschiedlich ausfallen.

Kabel oft näher am Maximalwert

Im Kabelnetz wird die den Kunden angebotene Bandbreite ebenfalls im Sinne von "bis zu" 16, 32 oder 60 Megabit pro Sekunde verstanden. Die Geschwindigkeit des jeweiligen Pakets wird aber "annähernd" erreicht. Auch im Kabelnetz kommt Glasfaser zum Einsatz, um hohe Bandbreiten zu erreichen. Bis zur Kabelbuchse im Haus werden die Daten dann durch Koaxialkabel geführt. Die Geschwindigkeit der Datenübertragung kann abfallen, wenn viele zusätliche Nutzer in einem Netzbereich hinzukommen.

Speedtest: Bandbreite messen

Um die eigene Bandbreite zu testen, kann man einen der zahlreichen Internet-Dienste nutzen, die Download, Upload und Verbindungsaufbau sowie die Ping-Laufzeit messen – bei letzterem Test werden ein Datenpaket verschickt und eine Antwort angefordert. Allerdings geben die Tests immer nur eine Momentaufnahme einer Leitung wieder. Das Ergebnis wird nicht nur von der Qualität des Netzzugangs, sondern auch von Bedingungen beeinflusst, für die der Anwender verantwortlich ist – etwa die Leitung vom Computer über das DSL-Modem bis zur Telefondose oder auch die Leistungsfähigkeit des PCs. Eine alte Netzwerkkarte kann die Verbindung ebenso ausbremsen wie fehlerhafte Einstellungen im Betriebssystem.