Förderung für Heizungen: Zuschüsse von KfW und BAFA

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Eine neue Heizung kostet etwa 30.000 Euro, bei bestimmten Anlagen auch mehr. Glücklicherweise müssen Sie die Anschaffungskosten nicht gänzlich selbst tragen. Der Staat fördert die Modernisierung von Heizungsanlagen mit verschiedenen Programmen. Für die Vergabe der Fördermittel sind die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) zuständig.

Das Wichtigste in Kürze

  • Durch eine Anpassung der Richtlinien ist die Förderung von Einzelmaßnahmen zur Heizungsmodernisierung seit Anfang 2020 fast nur noch über das BAFA möglich.
  • Bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau erhalten Sie für ein neues Heizungssystem nur dann Fördermittel, wenn Sie eine Sanierung zum KfW-Effizienzhaus durchführen.
  • Um beim Ausfüllen des Förderantrags keine Fehler zu machen, ist es sinnvoll, sich von einem Energieberater beraten zu lassen.

Welche KfW-Förderung gibt es für eine neue Heizung?

Die KfW hat verschiedene Förderprogramme zur Heizungsmodernisierung aufgelegt. Je nach Maßnahme erhalten Sie für die Heizung entweder einen direkten KfW-Zuschuss oder einen zinsgünstigen Kredit, teilweise in Kombination mit einem attraktiven Tilgungszuschuss. Das Programm 430 „Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss“ richtet sich an Interessierte, die ihre Immobilie in ein KfW-Effizienzhaus umwandeln, das heißt umfassend energetisch sanieren möchten. Das Programm beinhaltet beispielsweise eine Förderung folgender Heizungssysteme:

  • Gas-Brennwertheizung
  • Gas-Brennwertheizung in Kombination mit einer Heizungsanlage auf Basis regenerativer Energien
  • Solarthermie-Anlage
  • Biomasse-Anlage
  • Nah- und Fernwärme

Zusätzlich fördert die KfW auch Teilsanierungen beziehungsweise Einzelmaßnahmen. Allerdings gab es zu Beginn des Jahres 2020 eine wichtige Änderung. Für die Einzelmaßnahmen zur Heizungsförderung ist seither fast ausschließlich das BAFA zuständig. Die KfW fördert nur noch die folgenden zwei Einzelmaßnahmen:

  • Erstanschluss an Nah- beziehungsweise Fernwärme
  • Optimierung der Heizungsanlage

Welche Bedingungen gelten für KfW-Förderungen?

Um bei der KfW eine Förderung für die Heizung zu erhalten, sollten Sie einige Aspekte beachten. Grundsätzlich müssen Sie den Antrag einreichen, bevor die entsprechenden Arbeiten beginnen. Die KfW prüft, ob Sie alle Voraussetzungen für den Zuschuss oder Kredit erfüllen. Eine wichtige Voraussetzung ist außerdem, dass Sie sich von einem qualifizierten Experten für Energieeffizienz beraten lassen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die KfW lediglich Sachverständige akzeptiert, die auf der Expertenliste der Deutschen Energie-Agentur (dena) für die Förderprogramme des Bundes stehen. Die Kosten für den Sachverständigen lassen sich sogar über das Programm 431 absetzen.

Welche Förderungen gibt es von der BAFA?

Die Grundlage für Förderungen durch die BAFA ist das sogenannte angepasste Marktanreizprogramm (MAP), das Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien unterstützt. Das Bundesamt trägt einen gewissen Prozentsatz der für den Austausch beziehungsweise die Erweiterung der Heizanlange anfallenden Kosten. Bei Neubauten ist lediglich die Förderung von Solarkollektoren (mit 30 Prozent) und Wärmepumpenanlagen (mit 35 Prozent) möglich. Voraussetzung ist allerdings, dass die technischen Mindestanforderungen erfüllt werden.

Für Bestandsgebäude gibt es mehr Fördermöglichkeiten. Ein vom BAFA gewährter Zuschuss für die Heizung ist jedoch nur unter der Bedingung möglich, dass diese bereits seit mindestens zwei Jahren in Betrieb ist und Sie die Anlage ersetzen wollen oder das System unterstützt werden soll. Das BAFA bietet Förderungen für die folgenden Heizungssysteme an:

  • Solarthermieanlage (bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten)
  • Biomasseanlage (bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten)
  • Effiziente Wärmepumpenanlage (bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten)
  • Hybridheizung (bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten)
  • „Renewable Ready“ Gas-Brennwertheizung (bis zu 20 Prozent der förderfähigen Kosten)
  • Austauschprämie für eine Ölheizung (bis zu 45 Prozent der förderfähigen Kosten)[DB1] Bitte [DB1]in Tabelle umwandeln

Welche Bedingungen gelten für Förderungen durch das BAFA?

Wenn Sie beim BAFA eine Förderung für eine Heizung beantragen möchten, ist es notwendig, den Antrag zu stellen, bevor Sie mit dem Vorhaben beginnen – als Beginn zählt beispielsweise der Abschluss eines Liefer- beziehungsweise Leistungsvertrages. Antragsberechtigt sind neben Privatpersonen auch Freiberufler, Unternehmen und gemeinnützige Organisationen. Welche Voraussetzungen im konkreten Fall notwendig sind, hängt vom Förderobjekt ab.

Förderungen beantragen: Worauf muss ich achten?

Bei der Antragsstellung sollten Sie Fehler unbedingt vermeiden. Diese können nämlich dazu führen, dass Sie keine Förderung für Ihre Heizung erhalten. Achten Sie insbesondere darauf, dass Sie alles korrekt ausfüllen und alle erforderlichen Dokumente und Nachweise einreichen. Für die Antragstellung bei der KfW ist es zudem erforderlich, dass Sie sich von einem Experten beraten lassen. Er wird sie beim Ausfüllen des Antrages unterstützen und herausfinden, welche Fördermaßnahme sich für Ihr Vorhaben am ehesten anbietet.

Bei den BAFA-Fördermitteln besteht zwar keine Verpflichtung, einen Berater für die Antragstellung hinzuzuziehen. Dennoch empfiehlt es sich, auf das Fachwissen eines Experten zurückzugreifen. Dies erspart Ihnen nicht nur einigen Aufwand, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Stress.