Heizen ohne Strom: Diese Möglichkeiten gibt es

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Mittlerweile gibt es einige Heizsysteme, die das Heizen ohne Strom ermöglichen. Diese spielen ihre Vorteile beispielsweise dann aus, wenn es im Winter zu einem Stromausfall kommt. Für gewöhnlich funktioniert in solch einem Fall nämlich auch die Heizung nicht mehr. Schließlich benötigt die Heizpumpe Energie zum Betrieb.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mobile Heizgeräte zeichnen sich durch ihre kompakte Bauart aus und erwärmen Räume von einer Größe bis zu 30 Quadratmetern.
  • Mit Holz oder Braunkohle betriebene Öfen garantieren nicht nur die Unabhängigkeit von Strom, sondern stellen darüber hinaus schnell Wärme bereit.
  • Das innovative System Egloo nutzt Teelichter zum Heizen ohne Strom, bietet jedoch nur eine geringe Heizleistung.
  • Auch Kerzen oder ein Ethanolkamin lassen sich zum stromlosen Heizen nutzen, wobei entsprechende Kamine eher wenig Wärme spenden und Kerzen erst ab einer gewissen Anzahl größere Räume erwärmen können.

Welche alternativen Heizmöglichkeiten gibt es?

Im Winter kühlen Wohnungen und Häuser schnell aus, wenn der Strom und damit die Heizung ausfällt. Das gilt insbesondere für Altbauten. Falls die Versorgungsunterbrechung nur wenige Stunden anhält (ein Anruf beim Stromlieferanten kann Aufschluss geben), ist es vielleicht noch möglich, einfach abzuwarten. Bei längeren Ausfällen bietet sich das Heizen ohne Strom an. Prinzipiell haben Verbraucher einige Möglichkeiten, auch ohne Strom für Wärme zu sorgen. Da sich ganze Wohnungen beziehungsweise komplette Häuser allerdings nur unter großem Aufwand ohne Strom beheizen lassen, sollten Betroffene sich nach Möglichkeit auf einen einzigen Raum – beispielsweise auf das Wohnzimmer – beschränken.

Mobile Heizgeräte

Für das Heizen ohne Strom von Räumen bis zu einer Größe von 30 Quadratmetern eignen sich mobile Zusatzheizungen. Mit diesen praktischen Geräten lassen sich nicht nur Wohn- und Büroräume, sondern ebenso kleine Bungalows und Garagen beheizen. Aufgrund ihrer kompakten Bauart lassen sie sich ohne Probleme an den gewünschten Ort transportieren.

Für gewöhnlich verfügen die mobilen Heizungen über einen herausnehmbaren Tank. Als Brennstoff fungiert je nach Ausführung entweder Flüssiggas oder geruchloses Petroleum. Wer diese Heizgeräte nutzt, sollte daher darauf achten, in regelmäßigen Abständen zu lüften. In einige mobile Heizgeräte ist extra ein CO2-Sensor eingebaut, der die Luftqualität im Raum kontinuierlich überwacht.

Öfen und Kamine

Wer in den eigenen vier Wänden über einen Kachel-, Guss- oder Schwedenofen verfügt, für den ist das Heizen ohne Strom ebenso möglich wie für Kaminbesitzer. Das funktioniert problemlos auch über längere Zeiträume. Die Voraussetzung dafür ist natürlich ein ausreichender Vorrat an Brennholz beziehungsweise Briketts. Ein weiterer Vorteil von Öfen und Kaminen besteht darin, dass sie relativ schnell Wärme bereitstellen. Darüber hinaus sorgt die von entsprechenden Geräten ausgehende Strahlungswärme für ein angenehmes Raumklima.

Wer hingegen über einen Holzofen verfügt, der gleichzeitig der Warmwasserbereitung dient, darf diesen während eines Stromausfalls nicht betreiben. Derartige Anlagen arbeiten nämlich mit einer Pumpe, die Strom benötigt. Läuft diese Pumpe während des Betriebs nicht, können schwere Schäden am Heizungssystem entstehen.

Egloo

Als echte Innovation für das Heizen ohne Strom gilt "Egloo". Dabei handelt es sich um eine kleine Tontopf-Heizung, deren Design an die traditionellen Behausungen der Inuit erinnern – worauf auch der Name anspielt. Das Gerät setzt sich aus einer Außenkuppel und zwei kleineren Innenkumpeln zusammen, auf die man eine Art Grillrost legt. Auf diesem finden vier Teelichter Platz, die Wärme nach außen abgeben. Auch wenn sich mit Egloo theoretisch Räume von bis zu 20 Quadratmetern aufwärmen lassen sollen, bietet das System nur eine sehr begrenzte Heizleistung.

Heizen ohne Strom in der Wohnung

In vielen Wohnungen gibt es keine Möglichkeit, einen Holzofen oder Kamin zu nutzen. Demzufolge müssen Mieter ihre Räumlichkeiten im Ernstfall auf eine andere Weise beheizen. Manche Verbraucher nutzen dazu Ethanolkamine. Allerdings kommen diese gerade einmal auf eine Heizleistung von zwei Kilowatt. Ebenso ist es möglich, mit Kerzen für Wärme zu sorgen. Das funktioniert jedoch nur bei einer entsprechend hohen Anzahl an Kerzen.

Ein Gewächshaus heizen ohne Strom

Wer sein Gewächshaus auch während der kalten Monate nutzen möchte (beispielsweise, um Gemüse anzubauen oder Pflanzen dort unterzustellen), muss für eine gewisse Mindestwärme sorgen. Allerdings ist nicht immer ein Stromanschluss in der Nähe vorhanden. Auch für dieses Problem gibt es verschiedene Lösungen. Gängig sind unter anderem die folgenden Heizsysteme:

  • Gasheizung
  • Petroleum- beziehungsweise Paraffinheizung
  • Heizen mit Warmwasser über eine zentrale Anlage
  • Holzofen
  • Bodenheizung (Schlauchsystem, durch das warmes Wasser strömt)