Stimmen bei einer Sachversicherung die Versicherungssumme sowie der Wert der Gegenstände nicht überein, wird von einer Unterversicherung gesprochen. Eine Unterversicherung tritt beispielsweise bei einer Hausratversicherung auf, wenn der Versicherte keine Versicherungsanpassungen durchführt – zum Beispiel bei der Anschaffung neuer Möbel oder nach Renovierungsarbeiten. Im Schadensfall kann eine Unterversicherung bares Geld kosten.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist eine Unterversicherung?
  3. Regelmäßiges Überprüfen lohnt sich
  4. Die neue Summe schriftlich mitteilen
  5. Unterversicherungsverzichterklärung unterschreiben
  6. Die Quadratmetervariante ist nicht für jeden geeignet
  7. Versicherungen vergleichen lohnt sich!
  8. Verwandte Themen
  9. Weiterführende Links
  10. Hausratversicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Spätestens nach einer größeren Neuanschaffung sollte jedoch eine Anpassung der Versicherungssumme vorgenommen werden.
  • Nach der Ermittlung des Anschaffungswertes werden die Angaben direkt dem Versicherungsunternehmen mitgeteilt, so dass der Versicherungsnehmer im Zweifel die Meldung nachweisen kann.
  • Wer sich nicht ständig um eine Nachmeldung kümmern möchte, sollte auf die Unterversicherungsverzichtklausel ausweichen.

Was ist eine Unterversicherung?

Einfach erklärt, anhand eines Beispiels:

Familie Müller hat eine Hausratversicherung in der Höhe von 50.000 Euro abgeschlossen.

Bei einem Wasserschaden wird Inventar im Wert von 20.000 Euro zerstört. Ein Sachverständiger beziffert den tatsächlichen Wert der Einrichtung auf 100.000 Euro. Da es sich in diesem Fall um eine Unterversicherung handelt, erhalten die Versicherungsnehmer nur die Hälfte der Versicherungssumme. In dem Fall wären dies 10.000 Euro.

Hätte die Familie im Vorfeld korrekte Angaben gemacht, bekämen sie die gesamte Versicherungssumme ausbezahlt.

Regelmäßiges Überprüfen lohnt sich

Richtig versichern bedeutet, das Versicherungsunternehmen auf dem Laufenden zu halten. Nur so kann garantiert werden, dass keine Unterversicherung vorliegt. Eine jährliche Änderung ist nicht notwendig. Spätestens nach einer größeren Neuanschaffung sollte jedoch eine Anpassung der Versicherungssumme vorgenommen werden. Verbraucherschützer raten, den Wert des Hausrats alle fünf Jahre zu überprüfen, sofern in der Zwischenzeit keine größeren Umbauten erfolgt sind. Keinesfalls sollten neue Mieter oder Käufer Versicherungen von den Vorbesitzern übernehmen.

Die neue Summe schriftlich mitteilen

Die Anpassung der Versicherungssumme ist in der Regel unkompliziert. Nach der Ermittlung des Anschaffungswertes werden die Angaben direkt dem Versicherungsunternehmen mitgeteilt - bestenfalls per Einschreiben, so dass der Versicherungsnehmer im Zweifel die Meldung nachweisen kann.

Der zuständige Versicherungsberater wird in Folge eine neue Police ausstellen und dem Versicherten aushändigen. Es empfiehlt sich zudem, Rechnungen von Möbeln und teuren technischen Geräten mehrere Jahre aufzuheben - auch dann, wenn die Garantie bereits verfallen ist. Somit kann der Versicherte im Schadenfall belegen, dass der Fernseher zum Beispiel nur 200 Euro gekostet hat. Eine Unterversicherung liegt in manchen Fällen deswegen vor, weil gewisse Gegenstände bei der Schadensermittlung einfach zu hoch geschätzt werden.

Unterversicherungsverzichterklärung unterschreiben

Wer sich nicht ständig um eine Nachmeldung kümmern möchte, sollte auf die Unterversicherungsverzichtklausel ausweichen. In dem Fall wird die Versicherungssumme pauschal festgelegt, zum Beispiel 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Kommt es zu einem Schadenfall, wird bei Teilschäden überhaupt nichts überprüft. Bei Totalschäden wird die vereinbarte Summe ausbezahlt. Das entspricht bei einer 50 m² Wohnung (also 650 Euro x 50m²) = 32.500 Euro. Wer einen einfachen Lebensstandard pflegt, profitiert von der Unterversicherungsklausel auf jeden Fall. Diese ist jedoch nicht immer zu empfehlen.

Die Quadratmetervariante ist nicht für jeden geeignet

Wer seine Quadratmeter versichern möchte, sollte im Vorfeld durchrechnen, ob sich diese Variante lohnt. Besitzt jemand eine große Wohnung, dafür wenig Inventar, zahlt er eine unnötig hohe Versicherungssumme. Eine kleine Wohnung bedeutet wiederum nicht zwangsläufig, dass sich darin keine teuren Möbel oder Gegenstände befinden. Wer vergleichsweise teure Geräte oder hochwertige Möbel besitzt, wird im Schadensfall mit 30.000 Euro nicht glücklich sein. In dem Fall bleibt der Besitzer, trotz der Verzichtserklärung, immer noch unterversichert und profitiert von dieser Klausel kaum. Versicherte sollten außerdem überprüfen, ob die berechnete Wohnfläche im Mietvertrag korrekt ist.

Teilweise sind die Wohnungen im Mietvertrag zu groß angegeben.

Versicherungen vergleichen lohnt sich!

Im Vorfeld sollten Besitzer durchrechnen, welche Variante die geeignete ist. Wie bei sämtlichen Versicherungen lohnt es sich, verschiedene Anbieter miteinander zu vergleichen. Je nach Police können die Kosten stark variieren. Manchmal lohnt es sich, die eigene Versicherung zu kündigen und zur Konkurrenz zu wechseln. Zur Erinnerung, der wichtigste Punkt, der oftmals in Vergessenheit gerät: Bei jeder Neuanschaffung die Police vergleichen und aktualisieren. Somit kommt es im Fall der Fälle zu keiner Unterversicherung und dem Versicherten steht die komplette Versicherungssumme zu.

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