Bild: Auto auf Euroscheinen ©freezeframe/fotolia.com

Ballonfinanzierung

Fast 70 Prozent der in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge sind fremdfinanziert. Für die Finanzierung stehen unterschiedliche Varianten zur Auswahl. Neben dem Leasing, dem klassischen Ratenkredit oder dem Autokredit bieten Händler und wenige Banken auch die sogenannte Ballonfinanzierung an, auch als Ballonkredit bekannt. Während der Laufzeit dieser Finanzierung wird der Fahrzeugpreis nur zum Teil getilgt. Die restliche Summe ist am Ende als sogenannte Schlussrate fällig.

Die Kosten einer Ballonfinanzierung

Die regulären Raten einer Ballonfinanzierung sind niedriger als bei einem Ratenkredit, da die Schlussrate nicht getilgt wird. Sie wird allerdings verzinst. Die Kosten fallen im Endeffekt etwas höher als beim Ratenkredit aus, da die Tilgung aufgeschoben wird. Um ein konkretes Angebot für die möglichen Kosten ihrer Ballonfinanzierung zu erhalten, können Autokäufer die Verivox-Tarifexperten unter der kostenlosen Nummer 0800 724377102 kontaktieren.

So funktioniert die Ballonfinanzierung

Der Ballonkredit bietet dem Darlehensnehmer die Möglichkeit, die Rate in Abhängigkeit von der Haltedauer des Fahrzeuges (gleich Laufzeit der Ballonfinanzierung) zu bestimmen. Die Finanzierung besteht aus zwei oder drei Phasen. Zu Beginn steht die Überlegung, ob der Käufer eine Anzahlung leistet. Diese Anzahlung reduziert bereits das Kreditvolumen. Ausschlaggebend für die Höhe der regulären Kreditrate ist die geplante Nutzungsdauer des Fahrzeuges. Aus der Nutzungsdauer ergibt sich der Restwert. Die Schlussrate der Ballonfinanzierung entspricht dem Restwert des Autos und ist damit deutlich höher als die Raten während der Darlehenslaufzeit – sie gleicht einem Ballon.

Dazu ein Beispiel: Der Fahrzeugpreis beträgt 35.000 Euro. Der Käufer zahlt 5.000 Euro an. Er plant, den Wagen drei Jahre lang zu fahren, der Restwert beläuft sich nach drei Jahren auf 12.000 Euro. Die Finanzierung sieht dann folgendermaßen aus: Das Darlehen beträgt 30.000 Euro. Abzüglich der letzten Rate von 12.000 Euro verbleiben 18.000 Euro, die während der dreijährigen Laufzeit zu tilgen sind. Dies entspricht einer jährlichen Rückführung von 6.000 Euro oder monatlich 500 Euro zuzüglich der vereinbarten Zinsen.

Die Optionen am Ende der Laufzeit

Mit Zahlung der letzten regulären Rate hat der Kreditnehmer jetzt mehrere Alternativen.

  • Die Schlussrate wird als klassischer Ratenkredit im Rahmen einer Anschlussfinanzierung weitergeführt. Ist sie komplett getilgt, befindet sich das Fahrzeug im Besitz des Kreditnehmers.
  • Der Kreditnehmer bezahlt die Schlussrate in einer Summe und übernimmt das Auto endgültig. Will er das Fahrzeug nicht behalten, kann er es privat verkaufen und den Erlös zur Tilgung der Ballonrate nutzen.
  • Bei der kundenfreundlicheren Variante des Ballonkredits – der sogenannten 3-Wege-Finanzierung – hat der Kreditnehmer eine zusätzliche Option. Er kann das Fahrzeug mit dem vereinbarten Restwert an den Händler zurückgeben. Das Darlehen erlischt damit. Ist der Restwert aber geringer als die Schlussrate, beispielsweise durch zu viel gefahrene Kilometer, muss eventuell noch eine Nachzahlung geleistet werden.

Vorteile und Nachteile der Ballonfinanzierung

Eine Ballonfinanzierung bietet beiden Seiten, Käufer und Händler, Vorteile. Für den Händler erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass er dem Kreditnehmer nach Ablauf der Darlehensdauer ein neues Fahrzeug verkaufen kann. Der Fahrzeugkäufer kann sich zu einem sehr viel späteren Zeitpunkt, nicht bereits bei Erwerb des Autos, entscheiden, ob er den Wagen übernehmen möchte.

Gegenüber einem herkömmlichen Ratenkredit kann es allerdings sein, dass das Darlehen durch die Anschlussfinanzierung am Ende teurer wird. Wenn die Zinsen am Markt während der Laufzeit der Ballonfinanzierung gestiegen sind, wird der neue Kredit einen höheren Jahreszins haben. Käufer sollten sich überlegen, bereits während der Finanzierungsphase ein finanzielles Polster zu bilden, um den Rückkaufswert, so sie das Auto behalten möchten, mit einer Einmalzahlung zu begleichen.

Der Unterschied zwischen Ballonfinanzierung und Leasing

Auf den ersten Blick gleicht der Ballonkredit dem Leasing. Der Erwerber leistet unter Umständen eine Anzahlung, zahlt über mehrere Jahre gleichbleibende Raten und gibt das Auto am Ende der Laufzeit zurück. Der Unterschied ist allerdings ein grundsätzlicher. Zum einen fällt auf die Leasingraten Mehrwertsteuer an – ein unnötiger Kostenfaktor für Endverbraucher bei einer Autofinanzierung. Zum anderen bezeichnet Leasing nur eine Leihe. Der Fahrzeugnutzer leiht den Wagen lediglich gegen Gebühr von der Leasinggesellschaft, ist aber nicht der Eigentümer. Für Nicht-Selbstständige zeigt sich der Ballonkredit häufig als günstigere Alternative zum Leasing.

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