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Neukundenpreise für Gas brechen ein

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Hoffnung für 20 Millionen Haushalte in Deutschland: Die Neukundenpreise für Gas brechen derzeit regelrecht ein. In nur zehn Wochen haben sich die Kosten der überregionalen Anbieter mehr als halbiert. Das zeigt eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox. Der Wechsel des Anbieters lohnt sich oft wieder.

Preisrückgang von 53 Prozent

8.080 Euro, so viel mussten Haushalte (20.000 kWh) durchschnittlich ausgeben, wenn sie am 31. August in das günstigste Angebot außerhalb der Gasgrundversorgung wechseln wollten. Seit diesem Hochpunkt fallen die Preise kontinuierlich. Aktuell betragen die Kosten für die gleiche Menge Gas noch 3.780 Euro. Das entspricht einer Preissenkung von 53 Prozent. Die Preise liegen damit auf dem Niveau wie zuletzt im März 2022.

"Mildes Herbstwetter, steigende Gasspeicherstände und die Sparanstrengungen der Bürgerinnen und Bürger haben dazu beigetragen, dass die Großhandelspreise in den letzten Wochen deutlich zurückgekommen sind", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. "Versorger haben nun wieder mehr Spielraum bei der Preisgestaltung."

Einkaufspreise der Versorger schmelzen dahin

Nach der Drosselung russischer Gaslieferungen hatte der mengengewichtete Gaspreis an der niederländischen Börse TTF im August mit 311 Euro je Megawattstunde ein neues Allzeithoch erreicht. Zwischenzeitlich ist dieser um über 90 Prozent gefallen. Aktuell liegt der Preis allerdings wieder über 100 Euro und damit um ein Vielfaches höher als im langjährigen Mittel zwischen 10 und 25 Euro je Megawattstunde.

Auch beim Strom sinken die Neukundenpreise

Eine ähnliche Preisentwicklung zeichnet sich beim Strom ab. Ihren Höchststand erreichten die Neukundenpreise am 11. Oktober mit 2.260 Euro für einen Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden Strom. Aktuell belaufen sich die Kosten auf 1.612 Euro. Das entspricht einem Preisrückgang von rund 27 Prozent.

Bei Preiserhöhungen Anbieter vergleichen

Waren die Preise in der Grundversorgung zuletzt deutlich niedriger als in den Sonderverträgen, ziehen diese nun ebenfalls an und erreichen das allgemeine Marktniveau.

Zum Jahreswechsel zählt Verivox beim Gas 544 Preiserhöhungen örtlicher Grundversorger um durchschnittlich 48 Prozent. Für eine Familie im freistehenden Haus (20.000 kWh) bedeutet das Mehrkosten von 1.094 Euro pro Jahr.

Beim Strom haben örtliche Grundversorger 703 Preiserhöhungen um durchschnittlich 51 Prozent angekündigt. Die jährlichen Kosten für einen Haushalt mit 4.000 kWh steigen damit um durchschnittlich 675 Euro.

"Wer jetzt eine Preiserhöhung erhält, sollte in jedem Fall vergleichen. Dank günstigerer Neukundentarife können je nach Region und Verbrauch mit einem Wechsel wieder Einsparungen von mehreren hundert Euro pro Jahr erzielt werden", sagt Thorsten Storck.

Preise bleiben trotz Preisbremsen historisch hoch

Auch mit Einführung der Strom- und Gaspreisbremse im kommenden Jahr kann sich ein Anbieterwechsel lohnen. 2023 gelten für 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs gedeckelte Preise – bei Gas 12 Cent je kWh, bei Strom 40 Cent je kWh. Wer mehr verbraucht, zahlt dafür den Preis, der mit dem Versorger vertraglich vereinbart wurde.

"Wer absehbar seinen Energieverbrauch nicht senken kann, sollte die Preisunterschiede zwischen den Versorgern prüfen und gegebenenfalls zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Denn trotz Preisbremse bleiben die Strom- und Gaskosten historisch hoch. Die Folgen der Energiepreisexplosion werden lediglich abgedämpft", sagt Thorsten Storck.