Unsicheres Netz: Viele EU-Bürger schränken Internetnutzung ein

16.01.2020

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Wird die Nutzung des Internets immer unsicherer? Jeder neue Datenskandal und jeder neue Hackerangriff lassen die Skepsis der Verbraucher wachsen. Das macht sich in Europa bereits spürbar bemerkbar. In der EU haben 2019 44 Prozent der EU-Bürger im Alter zwischen 16 und 74 Jahren ihre privaten Internetaktivitäten wegen Sicherheitsbedenken eingeschränkt. Das geht aus einer im Jahr 2019 durchgeführten Erhebung von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, hervor. Gefragt worden war nach der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in Privathaushalten und durch Einzelpersonen.

Wenig Vertrauen auf Schutz von privaten Daten bei sozialen Netzwerken

Jeder vierte EU-Bürger (25 Prozent) stellte im vergangenen Jahr keine oder nur eingeschränkte personenbezogenen Informationen für soziale oder berufliche Netzwerkdienste bereit. Auf die Nutzung von öffentlichem WLAN verzichteten 19 Prozent der Menschen. Aus Sicherheitsgründen führten 17 Prozent der EU-Bürger keine oder nur eingeschränkte Downloads von Software, Apps, Musik, Videodateien, Spielen oder anderen Dateien durch. Sicherheitsbedenken beeinflussten auch das Verhalten von 16 Prozent der befragten Personen beim Online-Shopping sowie von 13 Prozent beim Internet-Banking. Die Kommunikation mit öffentlichen Diensten oder Verwaltungen war dagegen nicht so stark betroffen. Hier hielten sich nur 8 Prozent der Befragten aus Sicherheitserwägungen zurück.

Phishing häufiges Problem bei der Internetnutzung

34 Prozent der EU-Bürger haben in den vergangenen zwölf Monaten nach eigenen Angaben mit Sicherheitsproblemen aufgrund der Internetnutzung gekämpft. 26 Prozent der EU-Bevölkerung habe Phishing-Nachrichten erhalten, mit denen Betrüger versuchten, an Zugangsdaten für Webseiten oder Online-Banking zu gelangen. Immerhin 13 Prozent seien auf gefälschte Webseiten umgeleitet worden, auf denen sie personenbezogene Informationen machen sollten. Diese Problematik wird als Pharming bezeichnet.

Datenverlust durch Schadsoftware bei 3 Prozent der EU-Bürger

Von finanziellen Verlusten durch Identitätsdiebstahl, betrügerischen Nachrichten oder der Umleitung auf gefälschte Webseiten seien zwei Prozent der EU-Internetnutzer betroffen gewesen. Attacken durch Viren, Würmer, Trojaner & Co. hätten bei 3 Prozent der befragten EU-Bürger zu einem Datenverlust geführt. Von zwei Prozent der Befragten sei das Nutzerkonto für soziale Netzwerke oder das E-Mail-Konto gehackt worden und Inhalte ohne ihr Wissen veröffentlicht worden. Immerhin noch ein Prozent beklagte einen Missbrauch personenbezogener Daten im globalen Netz.