SIM-Karten: Alle Formate im Überblick

Göttingen/München – Mit SIM-Karten hat beim Einstecken fast jeder Smartphone-Besitzer schon einmal gekämpft. Die fummelige Karten-Spezies könnten in absehbarer Zeit aussterben – und neuen Formaten Platz machen. Die wichtigsten Formate auf einen Blick.

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Bild: Hand hält SIM-Karte Bild: © justyle / Adobe Stock / Text: dpa/tmn

Erste SIM-Karte so groß wie Bankkarte

Es ist nur ein Prozessor mit einem kleinen Speicher auf einem Stückchen Plastik. Doch ohne SIM-Karte gäbe es mobil kein Telefonieren, keine Kurznachrichten, und keine Datenverbindungen. Anfang der 90er Jahre hatte die SIM noch das Format einer Bankkarte.

Handliche Mini-SIM fürs Handy

Handlicher war die sogenannte Mini-SIM, die mit Maßen von 2,5 mal 1,5 Zentimetern (cm) vor allem in einfachen Handys zum Einsatz kommt. Ihrem Namen zum Trotz ist die Mini-SIM heute die größte Variante.

Kleiner als klein: Micro- und Nano-SIM

Dann gibt es noch die Micro-SIM, mit ihren Maßen (1,5 mal 1,2 cm) eine Zwischengröße, die jedoch nur noch selten Verwendung findet. Neuere Geräte arbeiten inzwischen mit der noch kleineren Nano-SIM. Diese misst 1,23 mal 0,88 cm und besteht fast nur noch aus dem Chip, die Plastik-Einfassung ist hauchdünn. Die Provider liefern meist alle Kartengrößen auf einem Träger. Das benötigte Format drückt man aus oder setzt es aus den herausgedrückten Teilen wieder zusammen.

Und auch die Träger schrumpfen. Viele Provider haben ihre Größe halbiert, sie sind nur noch so groß wie eine halbe Bankkarte. So will etwa die Telekom 2019 bis zu 17,5 Tonnen Plastikmüll sparen, Telefónica jährlich sogar 30 Tonnen.

Klassische SIM-Karten machen Platz für die eSIM

SIM-Karten zum Einsetzen sind mittel- bis langfristig aber ohnehin ein Auslaufmodell. Der Grund dafür heißt eSIM. Dabei handelt es sich um einen schon im Gerät eingebauten Chip. Nutzer bekommen dann nur noch einen Code zugeschickt, mit dem sie ihr Tarif-Profil freischalten können. Das soll auch Vertragswechsel einfacher machen.

Nicht nur in Smartphones oder Tablets sind eSIMs sinnvoll – wenn auch derzeit erst wenige Smartphone-Modelle die eSIM unterstützen. Auch in Wearables wie Smartwatches oder Fitnesstrackern lohnt der Einsatz. Mit aktiviertem Profil kann man etwa direkt mit einer Smartwatch telefonieren – ganz ohne verbundenes Smartphone.

Und wie sieht es bei den Netzbetreibern aus? Telefónica bietet die eSIM allen Vertragskunden optional an. Bei der Telekom sind dagegen sowohl Laufzeit- als auch Prepaid-Verträge eSIM-fähig. Und bei Vodafone ist die eSIM eine Option für Vertragskunden. Man arbeite aber an einem Angebot auch für Prepaid-Kunden, erklärte ein Sprecher.

Flexible Dual-SIM

eSIM-Smartphones haben derzeit meist auch noch einen Slot für SIM-Karten und bieten so nützliche Dual-SIM-Funktionen – wie auch Telefone mit zwei SIM-Karten-Slots. Per Dual-SIM ist man auf einem Telefon unter zwei Rufnummern erreichbar und kann etwa eine beruflich und die andere privat nutzen. Oder man kauft im Urlaub eine lokale SIM-Karte, um dort günstiger zu telefonieren oder zu surfen.

Zwischen den verschiedenen Anbietern und Tarifen lässt sich bei Dual-SIM hin- und herspringen. "Wer 18 Uhr Feierabend hat und keine beruflichen Anrufe mehr erhalten möchte, der legt die Nummer einfach still bis zum nächsten Morgen", sagt Henning Gajek vom Telekommunikationsportal "Teltarif.de".

Die meisten Dual-SIM-fähigen Smartphones haben heutzutage zwei Kartenslots, wovon einer in der Regel ein Hybridslot ist, wie Andreas Seeger vom Fachmagazin "Connect" erklärt. Das heißt, der zweite Einschub kann eine SIM- oder eine Speicherkarte aufnehmen. Wer sich nicht irgendwann zwischen Speicherplatz-Erweiterung und zweiter SIM-Karte entscheiden will, wenn das Telefon vollläuft, sollte ein Gerät mit ausreichend internem Speicher kaufen, rät Seeger.

Multi-SIM: Ein Vertrag auf mehreren Geräten

Eine andere SIM-Spielart nennt sich Multi-SIM. Hinter dem Begriff steckt die Möglichkeit, einen Vertrag auf mehreren Geräten zu nutzen, etwa auf einem zweiten oder sogar dritten Mobiltelefon oder auch auf einem Tablet oder einer Smartwatch.

Die dazu benötigten weiteren SIM-Karten sind nur selten in Verträgen eingeschlossen und kosten meist extra, weiß Henning Gajek – pro eSIM-Profil beziehungsweise pro SIM-Karte meist um die fünf Euro zusätzlich. Man ist dann überall unter der gleichen Rufnummer erreichbar und nutzt die Vertragsleistungen auf allen Geräten.

Bei Multi-SIM kommt es auf korrekte Einstellungen an. Nutzer müssen zum Beispiel festlegen, auf welchen Geräten sie SMS empfangen. Wer zum Beispiel mit dem "falschen" Smartphone unterwegs ist und dann für eine Überweisung eine SMS-TAN benötigt, der steht vor einem Problem.

Was bei Multi-SIM auch noch nerven kann: Nicht bei allen Anbietern lässt sich ändern, dass bei einem Anruf alle Geräte klingeln, bemängelt Andreas Seeger. Bei den Konfigurationsmöglichkeiten von Multi-SIM gebe es generell große Unterschiede.

Praxis-Tipp: Nano-SIM lieber nicht ausstanzen

Wer sich ein neues Smartphone mit Nano-SIM-Slot kauft, seine alte SIM-Karte aber im Mini- oder Microformat und ohne Einkerbungen zum Herausdrücken ausgeführt ist, hat ein Problem. Zwar gibt es Anleitungen und Werkzeug im Netz zum Ausschneiden oder Ausstanzen, doch Nano-SIM-Karten sind kleiner und dünner. Einfacher ist es, beim Provider eine neue Karte zu bestellen. Die Smartphone-Hersteller lehnen zum Teil jegliche Garantieansprüche ab, wenn eine selbst ausgestanzte oder ausgeschnittene SIM-Karte am Gerät Schaden anrichtet.

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