Samsung Galaxy S8+ im Test: Wenn groß nicht groß genug ist

Heidelberg - Das Galaxy S8+ ist mit 6,2 Zoll Display-Diagonale das zweitgrößte am Markt. Die weitere Ausstattung entspricht jener des Galaxy S8, das mit bärenstarkem Prozessor, 64 Gigabyte erweiterbarem Speicher und hervorragender Kamera aktuell auf dem Smartphone-Thron sitzt. Unser Test sagt, welche Unterschiede es sonst noch gibt.

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Bild: Samsung Galaxy S8+ Bild: ©Samsung Group / Text: Verivox

Groß ist nicht mehr groß genug – das scheint zumindest Samsung zu vertreten: Die Koreaner haben neben dem Galaxy S8 nämlich auch noch ein Galaxy S8+ herausgebracht, dessen Monitor 6,22 Zoll oder 158 Millimeter misst – davon sind kleinere Tablets nicht mehr weit entfernt. Im Vergleich zum Galaxy S8 legt das S8+ damit stattliche 16 Prozent in der Fläche zu.

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Nur einer ist größer

Fläche ist auch das Stichwort, wenn es um den Vergleich mit anderen Smartphones geht. Denn wie bereits im Test des Samsung Galaxy S8 erklärt, führt das längere Bildschirmformat von 18:9 zu Verzerrungen. So landet das Galaxy S8+ mit 98,3 Quadratzentimetern auf Rang 2 der Charts. Nur marginal hinter dem Huawei Mate 8 mit 98,6 Quadratzentimetern – das allerdings eine Diagonale von „nur“ knapp 6 Zoll aufweist. Auf Rang 3 der größten Mattscheiben rangiert derzeit das Huawei Mate 9 mit 95,2 Quadratzentimetern und knapp 5,9 Zoll. Die Botschaft für Verbraucher ist mithin klar: Auf die Display-Diagonale zu achten, bringt heutzutage nicht mehr viel für die Beurteilung der Größe, allein die Angabe in Quadratzentimeter hilft bei unterschiedlichen Bildformaten weiter.

Schön scharf

Die Auflösung von 1440 x 2960 Bildpunkten ist die gleiche wie beim Galaxy S8, ergo sank die Pixeldichte im selben Maße wie die Mattscheibe an Größe zulegte, also um 16 Prozent – auf nunmehr 434 Pixel pro Quadratmillimeter oder 529 ppi. Nicht der Rede wert, zumal das Galaxy S8+ auch damit immer noch stramme 57 Prozent über dem Durchschnitt aller in den letzten 24 Monaten getesteten Smartphones liegt. Ein hervorragendes Ergebnis.

Schnellster Androide

Beim Prozessor handelt es sich um dasselbe Modell wie im S8, nämlich den hauseigenen Exynos 8895. Diesen haben die Entwickler mit der Mali G71 MP20 vermählt, einem mächtigen Grafikmodul mit sage und schreibe 20 Grafikkernen. Zusammen mit properen 4 Gigabyte Arbeitsspeicher bringt es die Combo in der Gesamtwertung von mehr als 50 erfassten Einzelwerten aus 15 Benchmarks auf ein Ergebnis, das 101 Prozent über dem Durchschnitt liegt. Das Galaxy S8+ rechnet also doppelt so schnell wie die Konkurrenz! Und mithin ebenso fix wie das S8: Die beiden Samsung stellen die schnellsten Android-Telefone aktuell dar.

Überraschung!

Der fest verbaute Akku fasst 3.500 Milliamperestunden und ist damit 16 Prozent dicker als jener des Galaxy S8. Oder anders formuliert: Samsung hat den Akku im exakt selben Maße vergrößert wie die Mattscheibe, das lässt gleiche Ergebnisse im Laufzeittest vermuten. Umso größer die Überraschung, dass der Proband bei der Videowiedergabe mit auf 200 Candela gedimmtem Bildschirm im Flugmodus 752 statt 671 Minuten erzielt, also stolze 12 Prozent länger durchhält als das S8 – bei weit größerem Bildschirm wohlgemerkt. Beachtlich! Wichtiger noch: Mit diesem Resultat liegt die Akkulaufzeit des S8+ sportliche 45 Prozent über dem Durchschnitt und dürfte damit selbst extreme Intensivnutzer über den Tag bringen ohne zwischentanken zu müssen. Das S8 rangiert 29 Prozent über dem Mittel, was ebenfalls ein starkes Ergebnis darstellt und den allermeisten Kunden ausreichen sollte. Aber an besonders arbeitsreichen fahren Interessenten mit dem S8+ besser.

Turbo-Tanker

Samsung liefert das Galaxy S8+ mit dem gleichen Netzteil aus wie das S8, welches 15,03 Watt produziert: Ziemlich viel für ein Smartphone. An diesem zeigt der zuvor vollständig entleerte Akku nach 15 Minuten wieder 18 Prozent an, nach 30 Minuten sind es 36 Prozent und nach einer Stunde 73 Prozent. Für die volle Ladung benötigt der Kandidat 102 Minuten: Nur 3 Minuten mehr als das S8. Allerdings fasst der Stromspeicher des großen Galaxy 3.500 statt 3.000 Milliamperestunden, relativ gesehen tankt das S8+ mithin erheblich schneller als das Standardmodell. Beide Varianten unterstützen ab Werk drahtloses Laden nach den Standards WPC („Qi“) und PMA („Air Fuel“).

Weitgehend identisch

Die restliche Ausstattung entspricht exakt der des Galaxy S8: Erweiterbarer Speicher mit 64 (netto: 51,5) Gigabyte, LTE mit 450 Megabit pro Sekunde, WLAN ac, Bluetooth 5.0, USB-C 3.1 und der Schutz vor Staub und Wasser nach IP 68 stimmen haargenau überein. Auch die fehlenden Aspekte wie UKW-Radio und Infrarot-Sender zur Verwendung des Telefons als Fernbedienung vereinen die Zwillinge. Das gilt leider auch für den auf der Rückseite ungeschickt platzierten Fingerabdruck-Sensor, der ja bereits im Test des Galaxy S8 Gegenstand der Debatte war. Der SAR-Wert fällt mit 0,26 statt 0,315 Watt pro Kilogramm (Kopf) noch etwas geringer aus als der ohnehin schon erfreulich niedrige Wert des S8.

Multimedialer Überflieger

Nichts Neues auch in der Testdisziplin Multimedia: Die 8-Megapixel-Selfies und 12-Megapixel-Fotos, der rückwärtige LED-Blitz sowie die Ultra-HD-Videos zeigen jeweils die exakt identische Qualität wie beim S8. Das gilt nicht zuletzt auch für den Klang am Kopfhörerausgang. Macht mithin auch für das Galaxy S8+ dreimal „Sehr gut“ in der medialen Wertung. Damit besetzen die diesjährigen Flaggschiffe von Samsung die beiden ersten Plätze in der Gesamtwertung Multimedia.

Verblüffend schmal

Es versteht sich von selbst, dass mit der Mattscheibe auch das Telefon größer geworden ist. Aus 68 x 149 x 8,0 wurden 73 x 160 x 8,1 Millimeter, aus 151 nun 172 Gramm. Aber das wird wohl niemanden überraschen. Verwunderlich ist vielmehr, dass die Koreaner es geschafft haben, trotz des üppigen Bildschirms eine Breite von lediglich 73 Millimeter zu erreichen: Denn das ist normalerweise üblich für Smartphones mit Displays um die 5,2 Zoll. Hier muss wie schon beim S8 neben dem länglicheren Format noch einmal die Bauform mit den abgerundeten Seiten und den quasi fehlenden lateralen Rändern gelobt werden, welche dieses Resultat erst ermöglichen. Das bedeutet nicht, dass das S8+ nun kompakt oder leicht oder durchgehend mit einer Hand zu bedienen wäre. Aber immerhin erreicht der Daumen bei der Bedienung mit einer Hand das gegenüberliegende Ende des Touchscreens – was absolut keine Selbstverständlichkeit darstellt. Wenn Samsung es nun noch schaffen würde, alle wichtigen Elemente der Nutzeroberfläche am unteren Ende des Displays anzuordnen, wäre die Welt schon so gut wie in Ordnung. Doch leider finden sich – wie auch beim nativen Android – allzu viele zentrale Icons wie etwa für die Optionen oder die Suche ganz oben auf dem Monitor. Das ist wirklich nicht mehr zeitgemäß!

Für weitere Details zu Android 7, der Nutzeroberfläche „Samsung Experience 8.1“, der allgemeinen Handhabung und der cleveren Dockingstation „DeX“ sei auf den ausführlichen Test des Samsung Galaxy S8 verwiesen.

Fazit

Das Samsung Galaxy S8+ stellt eine Ausnahme-Erscheinung dar: Der Touchscreen von 6,2 Zoll respektive 158 Millimetern ist der zweitgrößte derzeit, und doch bleibt der Bolide dank einer Breite von lediglich 73 Millimetern noch einigermaßen griffig. Im Vergleich zum Standardmodell Galaxy S8 fällt die Mattscheibe 16 Prozent üppiger aus.

Die restliche Ausstattung inklusive des stärksten Android-Prozessors aktuell, 64 (netto: 51,5) Gigabyte erweiterbarem Speicher, schnellem LTE, WLAN ac, Bluetooth 5.0, USB-C 3.1 und Fingerabdruck-Sensor ist exakt identisch. Das gilt auch die Foto-, Video- und Audio-Qualität, die allesamt ein „Sehr gut“ abräumen.

Eine Überraschung hat das Galaxy S8+ aber doch noch in petto: Obwohl der Akku im selben Verhältnis angestiegen ist wie der Bildschirm, läuft die XXXL-Version 12 Prozent länger als der kleine Bruder. Damit rangiert der Kandidat 45 statt 29 Prozent über dem derzeitigen Durchschnitt, extreme Intensivnutzer haben mit dem S8+ also bessere Chancen, durch den Tag zu kommen, ohne nachtanken zu müssen.

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